Königsberg in Bayern

Silber mit der Luftpistole

Miriam Piechaczek von der Schützengesellschaft Königsberg ist deutsche Vizemeisterin bei den Juniorinnen. In der kommenden Saison startet die Studentin für Kelheim-Gmünd in der Bundesliga.
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Die Schützinnen (von links) Miriam Piechaczek, Sophia Kovacic und Agnes Völker bei der Siegerehrung Foto: Jürgen Heise
Die Schützinnen (von links) Miriam Piechaczek, Sophia Kovacic und Agnes Völker bei der Siegerehrung Foto: Jürgen Heise

Die deutsche Meisterschaft im Sportschießen fand auf der Olympia-Schießsportanlage in München-Hochbrück statt. Miriam Piechaczek von der Schützengesellschaft Königsberg gewann bei den Juniorinnen mit der Luftpistole die Silbermedaille.

In der Qualifikation von 60 Schuss in 75 Minuten wurden zunächst die besten acht ermittelt, die nachfolgend im Finale den deutschen Meister ermittelten. Miriam Piechaczek startete in der ersten Serie mit 92 Ringen nicht so stark, aber die beiden nächsten Serien mit jeweils 96 Ringen brachten sie auf Finalkurs. Weitere Serien von 94, 94 und 93 Ringen führten zu insgesamt 565 Ringen und dem dritten Platz in der Qualifikation. 557 Ringe waren das Eingangsresultat zur Finalrunde. Fünf bayerische Vertreterinnen erreichten das Finale.

Karten werden neu gemischt

In der Finalrunde der acht besten Schützinnen waren auch C-Nationalkader-Schützinnen, die als Mitfavoritinnen um die ersten Plätze galten, am Start. So hatte Andrea Heckner in der Qualifikation mit 574 Ringen einen neuen deutschen Rekord erzielt und Miriams Piechaczeks Leistung um neun Ringe überboten. Aber im Finale steigt der Puls noch einmal kräftig an, und die Karten werden neu gemischt.

Miriam Piechaczeks Start ins Finale war nicht schlecht. Sie hatte keine Ausrutscher und nach den ersten Neunern auch Zehner erzielt. Nach zehn Schuss führte sie das Teilnehmerfeld an. Im Anschluss dieser Serie folgte die "Elimination". Von da an schied nach erfolgten zwei Schüssen die Schützin mit dem jeweils zuletzt schlechtesten Zwischenstand aus. Bis zum 17. Schuss blieb die Königsbergerin vorne. Ihr Auftreten wirkte konzentriert. Fast unauffällig hatte sich jedoch die spätere deutsche Meisterin Sophia Kovacic nach vorne geschlichen. Nach 18 Schuss hatte Miriam Piechaczek 174,5 und Sophia Kovacic 175,2 Ringe. Andrea Heckner, die Qualifikationsbeste, hatte nach 18 Schuss und 168,9 Ringe die Finalrunde als Fünfte beendet.

Nervenschlacht

Für die verbliebenen Schützinnen begann nun eine Nervenschlacht. Miriam Piechaczek schoss in dieser entscheidenden Phase zwei Achter, aber ihre Kontrahentinnen hinter ihr schafften es nicht mehr, sie und Sophia Kovacic von den vorderen Plätzen zu verdrängen. Sophia Kovacic schoss stark aus und hatte vor den letzten beiden Schüssen 4,6 Ringe Vorsprung. Miriam Piechaczek erzielte am Schluss zwar noch zwei Zehner, es reichte jedoch nicht mehr zum ersten Platz. Sophias Kovacic vom Landesverband Württemberg wurde mit 233,8 Ringen deutsche Meisterin, Miriam Piechaczek mit 231,1 Ringen Vizemeisterin und Agnes Völker Dritte.

Die Königsbergerin hat mit dem zweiten Platz alle bayerischen Starterinnen hinter sich gelassen. Dies sahen auch die Junioren-Nationaltrainerin Claudia Verdiccio-Krause und die Bundestrainerin Bärbel Georgi. Aufgrund ihres Abschneidens bei der deutschen Meisterschaft ist Miriam Piechaczek nach wie vor eine Kandidatin für das Nationalteam. Allerdings wartet sie erst einmal ab, was ihr das Studium bringt. Sie will, nachdem sie vor einem Jahr aufgrund der Doppelbelastung Schule und Sport den C-Kaderstatus abgelegt hat, das Ganze langsam angehen. Eines ist jedoch sicher: Seit kurzem ist sie Mitglied der Bundesligamannschaft von Kelheim-Gmünd und wird dort ihre Schießleistung unter Beweis stellen können. red

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