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Ebensfeld

Signal der Standortsicherheit

Der 140-Millionen-Euro-Neubau einer Klinik in Kutzenberg scheint in trockenen Tüchern zu sein.
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Dreigliedrig wird der Klinik-Neubau geplant - hier in der Sicht Richtung Hankirche/Prächting. Foto: Mario Deller
Dreigliedrig wird der Klinik-Neubau geplant - hier in der Sicht Richtung Hankirche/Prächting. Foto: Mario Deller

Überraschungen in Sachen Kutzenberg steht Bürgermeister Bernhard Storath verständlicherweise äußerst skeptisch entgegen. Tatsächlich gab es in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses, in der die Bauvoranfrage zum geplanten Klinikneubau das beherrschende Thema war, in diesem Zusammenhang auch nichts Beunruhigendes zu vermelden. Die Behandlung des Punktes bildete einen weiteren Schritt zur ob der Größenordnung langwierigen Umsetzung des wegweisenden Projekts mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 140 Millionen Euro.

Zur Sitzung begrüßte der Bürgermeister zwei Vertreter aus Kutzenberg: Eva Gill, seit Januar diesen Jahres Standortleiterin des Bezirksklinikums Obermain, sowie H. Kukowski vom Facility Management. Bereits im Mai vergangenen Jahres waren dem Ebensfelder Gemeinderat die ersten Planungen zum Klinikneubau vorgestellt worden. Weil die Raumsituation in den bisherigen Gebäuden 4, 5 und 6 in Kutzenberg den Anforderungen und auch den Bedürfnissen der Patienten nicht mehr gerecht wird, hat man sich seitens der Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken, kurz Gebo, entschieden, einen Neubau zu errichten.

Zwei Bauabschnitte geplant

Die Planungen sehen zwei Bauabschnitte vor. Der Bauabschnitt 1 beinhaltet die psychiatrischen Stationen mit 178 Betten, der Bauabschnitt 2 den somatischen Bereich mit Rheumatologie und Pneumologie mit 100 Betten. Als Standort auserkoren wurde ein Areal im Bereich des ehemaligen Orthopädie-Gebäudes (Haus 11). Den Planungsauftrag erhielt das Münchner Architekturbüro Beeg Lemke. In der Kabinettssitzung der Bayerischen Staatsregierung am 9. Juli des vergangenen Jahres wurde der Neubau des Bezirksklinikums dann in das Krankenhausprogramm 2020 bis 2023 aufgenommen, was den Planungen in Kutzenberg Rückenwind verlieh, denn dies bedeutete, dass der Freistaat rund 59 Millionen Euro für den ersten Bauabschnitt bereitstellen wird.

Wie Standortleiterin Gill dem Gremium erläuterte, habe sich an der vorgesehene Grundstruktur des geplanten Neubaus in Gestalt eines dreiteiligen "Fächers" seit Mai nichts geändert: "Vom sichtbaren Bau her ist alles gleich geblieben." Nur in der Innengestaltung hätten sich die Aufteilungen der Stationen verschoben. Auch die Planungen bezüglich Zufahrten sowie der vorgesehen Standort für den Wirtschaftshof seien noch die gleichen wie im Mai. Die bestehenden Häuser 4 und 5 sowie nach Fertigstellung des Bauabschnitts 2 dann auch das von der Autobahn aus deutlich sichtbare Haus 6 werden durch den Neubau funktionslos und zu gegebener Zeit abgerissen. Die derzeitige Bettenzahl von 278 der genannten Kliniken bleibe konstant.

Bürgermeister Storath fragte nach, inwieweit sich personell etwas durch den Neubau verändere. Hier konnte die Standortleiterin vermelden, dass es auch nach dem Neubau bei den derzeitigen 600 Stellen (Teilzeitbeschäftigte hier einbezogen) bleibe. Hinsichtlich des seitens des Gremiums ebenfalls angesprochenen Aspekts der farblichen Gestaltung des Neubaus, ließ Kukowski wissen, dass man sich hier noch nicht festgelegt habe, bisher stünden nur Vorschläge im Raum. Diese Entscheidung werde aus einem Wettbewerb heraus getroffen.

Baubeginn Anfang 2022

Auch die wichtige Frage nach der Zeitschiene kam auf den Tisch. So sei ein Baubeginn Anfang 2022 wahrscheinlich, 2021 würden erste Vorbereitungsarbeiten getätigt. Betont wurde in diesem Zusammenhang, dass nicht erst die Straße gebaut würde und dann der Gebäude-Bauabschnitt 1, sondern beides in einem Zug. Mit einem Abstimmungsergebnis von 7:1 stellte der Bauausschuss schließlich das gemeindliche Einvernehmen zum Klinikneubau in Kutzenberg in Aussicht.

Die Verwaltung der Marktgemeinde schätzt, wobei bei derartigen "Mammutprojekten" Prognosen freilich immer nur einen vagen Charakter einnehmen können, dass der Bauantrag der Gebo voraussichtlich im Herbst diesen Jahres, sehr wahrscheinlich aber jedenfalls noch 2020, bei der Gemeindeverwaltung eingereicht werden wird. Bürgermeister Storath wertete abschließend ein weiteres Mal die Bedeutung des Neubaus als wichtiges Signal der Standortsicherheit: "Darüber sind wir schon mal sehr froh", so der Rathauschef, dem die unschönen Entwicklungen in Kutzenberg in der Vergangenheit einige graue Haare beschert haben dürften.

Weil Bürgermeister Storath einen anderen, unaufschiebbaren Termin wahrzunehmen hatte, übernahm Zweiter Bürgermeister Hauke Petersen im weiteren Verlauf der Sitzung das Ruder. Als weiteren Punkt beschäftigte sich das Gremium mit einem Bauantrag der in Ebensfeld ansässigen Firma Raab auf Errichtung eines Schulungsgebäudes in der Frankenstraße mit neun Mitarbeiterappartements zur Unterbringung von Gastarbeitern. Aufgrund der einhelligen Meinung, dass sich das Vorhaben angemessen in die umgebende Bebauung einfügt, sah das Gremium keine Hindernisgründe und stimmte dem Vorhaben ohne Gegenvotum zu.

"Eine richtige Sauerei"

Unter dem Punkt "Sonstiges" kam zur Sprache, dass zwischen Erlhof, Messenfeld und Döringstadt immer wieder Hausmüllablagerungen beobachtet wurden, die freilich illegal sind. "Das ist eine richtige Sauerei", wetterte Hauke Petersen, und auch die übrigen Gremiumsmitglieder konnten da nur mit dem Kopf schütteln.

Dass dies aufs Schärfste zu verurteilen sei und, sofern die Täter erwischt werden, dies auch geahndet werden müsse, hieß es. Die Bevölkerung wird gebeten, die Augen offen zu halten. Es sei, so die Meinung in der Sitzung, ja auch gar nicht gesagt, dass die Umweltsünder aus dem Gemeindegebiet kommen, sondern gut möglich, dass jemand von außerhalb bewusst seinen Müll hier ablädt, um unerkannt zu bleiben.

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