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Siegfried Stubrach will den Chefsessel erobern

Die Bürgerliste Reichenbach (BLR) hat ihre Kandidaten für den Gemeinderat sowie Siegfried Stubrach als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Viel Kritik gab es an der derzeitigen Rathaus-Führung. Verspro...
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Die Bürgerliste Reichenbach hat am Mittwochabend ihre Kandidaten für den Gemeinderat sowie Siegfried Stubrach (Mitte) als Bürgermeister-Kandidat nominiert. Foto: Heike Schülein
Die Bürgerliste Reichenbach hat am Mittwochabend ihre Kandidaten für den Gemeinderat sowie Siegfried Stubrach (Mitte) als Bürgermeister-Kandidat nominiert. Foto: Heike Schülein

Die Bürgerliste Reichenbach (BLR) hat ihre Kandidaten für den Gemeinderat sowie Siegfried Stubrach als Bürgermeisterkandidaten nominiert. Viel Kritik gab es an der derzeitigen Rathaus-Führung.

Versprochenes umsetzen und Reichenbach nach Jahren des Stillstands endlich voranbringen - die Zielsetzung der Bürgerliste Reichenbach (BLR) bei der Aufstellungsversammlung für die Kommunalwahl 2020 ist eindeutig. Bei der Nominierung im SLG-Vereins-Zimmer in der ehemaligen Schule erhielt Siegfried Stubrach, der seit zwölf Jahren dem Gemeinderat Reichenbach angehört und 2014 die Bürgerliste gegründet hatte, 100 Prozent der abgegebenen Stimmen. Mit ihm tritt eine Mannschaft aus 14 Kandidaten an.

Stubrach freute sich über eine starke Liste mit engagierten Bewerbern, die sich kurz vorstellten. Der Jüngste ist Tizian Seitz mit 25 Jahren. Christian Gäbler und Florian Detsch mit jeweils 35 Jahren zeigten sich sicher, dass Reichenbach dringend eines frischen Winds bedürfe.

Mit Karin Kästner und Angelika Stubrach treten auch zwei Frauen an, die ebenfalls deutliche Worte fanden. "In Reichenbach ging es die letzten zehn Jahre nur bergab. Egal, in welches Eck man schaut: Es ist zum heulen und zum schämen", meinte Kästner. "Es muss dringend etwas passieren. Von reden allein passiert nichts", schloss sich ihr ihre Mitkandidatin an. Der älteste Kandidat ist Siegfried Stubrach selbst mit 71 Jahren. Auf der Liste erhält er einen dreifachen Stimmvorschlag, da sich nur 14 Kandidaten für die zur Verfügung stehenden 16 Plätze zur Wahl stellen. Die Reihenfolge der Bewerber wurde nach der in geheimer Wahl erzielten Stimmenanzahl festgelegt.

"Ich bin halt der Senior unter den Kandidaten", schmunzelte Siegfried Stubrach. Zu seiner Kandidatur habe ihn vor allem bewogen, dass in der Gemeinde viel zu wenig vorangehe. "Ich warte jetzt seit zwölf Jahren, dass das Versprochene endlich umgesetzt und nicht immer wieder verschoben wird", prangerte er an. Gerade auch von seiner ehemaligen beruflichen Tätigkeit als Chef der Verwaltungsgemeinschaft "Heldburger Unterland" wisse er, dass man sich, um etwas zu erreichen, stetig dahinter klemmen müsse. Doch während sich - genau aus diesem Grund - in anderen Kommunen im Landkreis an allen Ecken und Enden etwas tue, sei in Reichenbach in den letzten zwölf Jahren kaum etwas passiert. Vieles liege im Argen und man schlottere nur so dahin - wie beispielsweise auch beim besorgniserregenden Bevölkerungsrückgang.

Als er 1970 nach Reichenbach gezogen sei, habe die Gemeinde 1280 Einwohner verzeichnet; nunmehr seien es nur noch etwas über 650 Einwohner. "Wir müssen den Hebel ansetzen und junge Leute begleiten. Wir müssen Möglichkeiten schaffen, damit sie hier bleiben oder zuziehen", appellierte er. Sich nur ins Rathaus zu setzen und abzuwarten - Damit sei es nicht getan. Dies gelte umso mehr, da auch ehrenamtliche Bürgermeister eine "Entschädigung" - in Reichenbach auf Gemeinderatsbeschluss monatlich 2000 Euro - erhielten. Ob eine solche Summe bei dieser Einwohnerzahl gerechtfertigt sei, möge jeder für sich entscheiden.

Im Gemeinderat vermissten er und sein BLR-Kollege Peter Dressel die Transparenz. Die Informationen seien dürftig und teilweise nicht nachvollziehbar. Ein Beispiel hierfür seien Stubrachs langjährigen Bemühungen um einen Radweg von Reichenbach Richtung Ziegelhütte. Laut den Sachbearbeitern vom Landratsamt würde ein solcher Bau mit 650 000 Euro zu Buche schlagen. Die Schätzung des von der Gemeinde beauftragten Ingenieurbüros lag dagegen bei 1,5 Millionen Euro. Bei einem Termin, den Stubrach bei Landrat Klaus Löffler in dieser Sache bekommen hatte, haben die Sachbearbeiter bestätigt, dass ihre Berechnung stimme. Aufgrund der Konjunkturlage könnte es eventuell etwas teurer werden; aber dennoch deutlich unter einer Million Euro. Daraufhin habe er erneut einen Antrag im Gemeinderat gestellt. Dieser wurde jedoch wiederum abgelehnt mit der Begründung, dass dies trotz einer möglichen Förderung zwischen 40 und 90 Prozent zu teuer sei. Alternativ prüfe man den Bau eines Radwegs durch den Wald, auf dessen Ergebnis er noch heute warte. "Peter Dressel und ich kämpfen gegen Windmühlen", konstatierte er - verbunden mit der Hoffnung, dass der Wähler dies erkenne und der BLR ihr Vertrauen schenke. Über die Ziele der BLR werden die Bürger noch mittels Wahlflyer und einer Infoveranstaltung in Kenntnis gesetzt. hs

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