Forchheim

Sie sind Pflegekräfte von morgen

Schüler aus fünf Nationen bilden sich an der Berufsfachschule für Pflege am Klinikum Forchheim aus. Sie sind der letzte Jahrgang, der die Ausbildung Gesundheits- und Krankenpflege durchläuft. Ab 2020 gibt es Änderungen.
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Alexandra Arnold (l.) und Sarah Heimann sind zwei der 20 Auszubildenden. Foto: Franka Struve
Alexandra Arnold (l.) und Sarah Heimann sind zwei der 20 Auszubildenden. Foto: Franka Struve

Der Klassenraum der neuen ersten Klasse der Berufsfachschule für Pflege ist gut gefüllt. 20 Schülerinnen und Schüler lernen die Grundlagen der chemischen Desinfektionsmethoden. Sie vereinen fünf verschiedene Nationalitäten. Der Altersunterschied zwischen der jüngsten 16-jährigen Schülerin und dem ältesten Schüler beträgt 36 Jahre. Seit Anfang Oktober läuft die dreijährige Ausbildung Gesundheits- und Krankenpflege.

Alexandra Arnold aus Heiligenstadt hat bereits eine Ausbildung als Medizinische Fachangestellte abgeschlossen. Bei der Entbindung ihres Sohnes ist sie zum ersten Mal im Klinikum in Forchheim gewesen. Eine Freundin, die das Examen zur Gesundheits- und Krankenpflegerin bereits an der Berufsfachschule abgeschlossen hat, hat ihr die Ausbildung empfohlen.

Die 28-Jährige ist positiv überrascht, wie wichtig die Anliegen der Schüler hier genommen werden: "Jeder unterstützt den anderen. In unserer Klassengemeinschaft achtet man darauf, wenn es jemandem mal nicht ganz so gut geht." Die laut Pressemitteilung des Klinikums sehr große Chance, als Pflegekraft vom Klinikum Forchheim-Fränkische Schweiz übernommen zu werden, sieht Alexandra Arnold als weiteren Pluspunkt.

Sarah Heimann (17) hat vorher die Fachoberschule besucht. Sie sei schon immer an medizinischen Themen interessiert, arbeite beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) mit, habe sich als Schulsanitäterin engagiert, sagt sie. Außerdem helfe sie gerne Menschen. Auf das Klinikum als Ausbildungsstätte ist sie gekommen, weil ihre Großmutter dort ebenfalls beschäftigt ist. Besonders gespannt ist sie auf den praktischen Teil der Ausbildung: Ab dem 18. November arbeiten die Schüler mit auf der Station.

Der direkte Draht

Der neue Schulleiter Andreas Schneider, der Anfang August seine Tätigkeit am Klinikum aufgenommen hat, sieht im Praxisbezug ein Alleinstellungsmerkmal der Forchheimer Schule: Ärzte und andere Berufsgruppen im Haus beteiligten sich am Unterricht als Lehrende und gewähren den Schülern Einblick in ihre Tätigkeit, unterstreicht Andreas Schneider.

Der 54-Jährige wirkte zwölf Jahre in Pflegeschulen und leitete eine Fachweiterbildungsstätte. In den vergangenen sieben Jahren war er als Pflegedirektor der Sozialstiftung Bamberg verantwortlich für den Pflegedienst mit rund 1800 Mitarbeitern. Zu seinen zahlreichen Veröffentlichungen gehören Bücher und Fachartikel zu den Themen Wissensmanagement, Demenzsensibilität in Kliniken sowie zur Entwicklung der Unternehmenskultur. Er ist Lehrbeauftragter der Evangelischen Hochschule Nürnberg im Fachbereich Pflegewissenschaft, Prozess- und Qualitätsmanagement.

Künftig Pflegefachfrau

Gemeinsam mit seinem Team hat Andreas Schneider eine konkrete Strategie seines Bereiches zur Sicherung der pflegerischen Versorgung aufgestellt. Eine besondere Herausforderung sieht er in der praktischen Umsetzung des Pflegeberufegesetzes, das die Ausbildung von Alten-, Kinder-, Gesundheits- und Krankenpflegern vereinheitlichen soll. Dieses Gesetz gilt für alle Ausbildungen, die ab dem 1. Januar 2020 begonnen werden. Nach diesem Datum können Auszubildende an der Berufsfachschule für Pflege die Berufsbezeichnung Pflegefachmann beziehungsweise Pflegefachfrau erwerben. Der diesjährige Jahrgang der Schulanfänger ist der letzte, der die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger durchläuft. red

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