Forchheim

Sie sind immer da, wenn's brennt

Die Stadt Forchheim hat auf einem Ehrungsabend zahlreiche verdiente Feuerwehrleute ausgezeichnet. Die Stadtfeuerwehr sucht einen neuen Standort, bei den zwei Alternativen gibt es aber noch Klärungsbedarf.
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Die Feuerwehreinsatzwagen vor der Don-Bosco-Kirche  Fotos: Franka Struve
Die Feuerwehreinsatzwagen vor der Don-Bosco-Kirche Fotos: Franka Struve
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Feuerwehreinsatzwagen so weit das Auge reicht! Brennt es in der Don-Bosco-Kirche? Nein, der Pfarrsaal ist gefüllt mit mehr als hundert Feuerwehrlern in dunkelblauen Dienstanzügen der Feuerwehr Forchheim und den vier Stadtwehren Buckenhofen, Burk, Kersbach und Reuth, welche auf Einladung der Stadt ihre Mitglieder für 25-jährige beziehungsweise 40-jährige aktive Mitgliedschaft ehren wollen. Vertreten waren ferner Vertreter vom Technischen Hilfswerk (THW) und Bayerischen Roten Kreuz (BRK) Forchheim.

Bürgermeister Franz Streit (CSU) hob in seiner Ansprache die gewachsene gute Verbindung der Wehren untereinander hervor. Nun seien die Wehren "eine Zweckgemeinschaft, eine Schicksalsgemeinschaft", sagte Franz Streit an seinem letzten Ehrungsabend der Feuerwehren, den er im Amt beging; denn er tritt bei den Kommunalwahlen 2020 nicht mehr an.

Der Kreisbrandrat Oliver Flake unterstrich die Notwendigkeit, mehr Nachwuchs für die Feuerwehr zu begeistern. So sei es bei den Wahlen der Stadtwehren in diesem Jahr nicht einfach gewesen, Engagierte zu finden, die der Feuerwehr vorstehen.

313 Einsätze im Jahr

Dabei würden die Wehren gebraucht wie nie zuvor: Im letzten Jahr wurde die Feuerwehr Forchheim Stadt zu 313 Einsätzen alarmiert, eine Steigerung von rund 100 Einsätzen über dem Durchschnitt. Die Einsätze gliederten sich auf unter anderem in zwei Großbrände und sechs Mittelbrände, 24 Türöffnungen, elf Verkehrsunfälle und 65 Unwetter- und Sturmschäden sowie 67 Fehlalarmierungen. Auch die Anforderungen an die Ausbildung wüchsen ständig, erläuterte Oliver Flake. Wie löscht man ein Elektroauto? Hierbei sei nicht nur die angepasste Ausstattung mit Geräten zur Brandbekämpfung relevant, sondern auch das Know-how bei der Ausführung - die Grundtätigkeit der Feuerwehrleute: das Löschen.

Der Stadtbrandinspektor Jürgen Mittermeier lobte das Engagement der Aktiven: "Die heute Geehrten haben bewiesen, dass sie sich über einen langen Zeitraum für ihre Gemeinde uneigennützig zur Verfügung gestellt haben und bei unzähligen Übungen und Einsätzen zu jeder Tages- und Nachtzeit ihren Mitbürgern zur Seite standen."

Zwölf Stunden bei Großbrand

Einer der Geehrten ist Thomas Jungbauer (39), der in der Forchheimer Stadtverwaltung im Zentralen Gebäude- und Grundstücksmanagement arbeitet. Früher war Jungbauer neben dem eineinhalbstündigen Übungstermin mittwochs drei bis vier Mal pro Woche für die Feuerwehr unterwegs. Seitdem er Familie hat, ist es etwas weniger geworden. Er denkt an die vielen Einsätze zurück: "Verkehrsunfälle vergisst man sein Leben lang nicht." Besonders in Erinnerung ist ihm der Großbrand auf dem Lagerplatz der Firma Fritsche 2007 geblieben mit einem zwölfstündigen Einsatz. Beeindruckt hat ihn die Veranstaltung zur 150-Jahr-Feier der Forchheimer Stadtfeuerwehr 2018, als mehr als 2000 Feuerwehrleute mit Festumzug auf den Forchheimer Kellern Einzug hielten zum Kreisfeuerwehrtag.

Landrat Hermann Ulm (CSU), der im Namen des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) die Ehrenurkunden verlieh, dankte: "Ihr seid da, wenn Ihr gebraucht werdet!" Er ging auf die besonderen Herausforderungen der Feuerwehr vor Ort ein - das Gefährdungspotenzial, welches unter anderem die Ausstattung der jeweiligen Wehren festlegt. Für das Stadtgebiet Forchheim sind das die Autobahn, Kanal, Industrieansiedlungen, die Bahnstrecke oder auch das Klinikum.

Bauhof kommt nicht infrage

Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) erläuterte den Stand des Feuerwehrbedarfsplanes: Viele Stadtteilwehren bräuchten neue Fahrzeuge, Burk und Buckenhofen neue Gerätehäuser. Die Forchheimer Feuerwehr benötige sogar einen völlig neuen Standort, weil die Immobilie in der Egloffsteinstraße zu klein geworden sei. Gebäude und Gelände in der Birkenfelderstraße, wo bis dato das Bauamt und der Bauhof untergebracht sind, kämen nicht als Standort infrage, weil diese ebenfalls zu klein seien, sagte Kirschstein. Zwei Standortalternativen seien in der engeren Auswahl. Hier bestünde aber noch Klärungsbedarf.

Er überreichte den Geehrten große und kleine Briefumschläge mit großen und kleinen Beiträgen als Anerkennung für die gebrachte Leistung. Musikalisch wurde der Abend von der Feuerwehrkapelle der Forchheimer Feuerwehr begleitet.

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