Gräfenberg
gräfenberg.inFranken.de  Die Landeskirchliche Gemeinschaft feierte 90 Jahre.

Sie beschäftigen sich mit dem Wort Gottes

Die Landeskirchliche Gemeinschaft in Gräfenberg feierte 90-jähriges Bestehen. Zu dem Festakt kam die Hausmutter, Diakonisse Marion Holland, vom Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe aus Gunzenhausen. Si...
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Mitglieder der Kirchengemeinde anlässlich einer Bibelstunde in Bieberbach  Foto: privat
Mitglieder der Kirchengemeinde anlässlich einer Bibelstunde in Bieberbach Foto: privat

Die Landeskirchliche Gemeinschaft in Gräfenberg feierte 90-jähriges Bestehen. Zu dem Festakt kam die Hausmutter, Diakonisse Marion Holland, vom Diakonissen-Mutterhaus Hensoltshöhe aus Gunzenhausen. Sie überbrachte die Grüße der Schwesternschaft und des Vorstands der Stiftung Hensoltshöhe.

Sie hielt auch die Andacht des Abends über Christus, den Eckstein der Gemeinde. Erwin Alt ließ die Teilnehmer daran teilhaben, wie die Gemeinschaftsarbeit begann. Wolfgang Schüpferling, Sonja Körber und Luise Engelhardt berichteten, was sie als junge Menschen mit den Schwestern erlebt hatten. Sie berichteten von gemeinsamen Erlebnissen, von Freizeiten in schlichten Holzhäusern in Hutschdorf oder auf Luftmatratzen im leer stehenden Schulhaus in Bieberbach, von Treffen zum gemeinsamen Bibellesen, wie dies ihr Leben bereichert und geprägt hätte - so sehr, berichtete Wolfgang Schüpferling, dass er eine theologische Ausbildung in Tabor bei Marburg machte.

Pfarrer David Vogt aus Gräfenberg und Michael Maul (Affalterthal/Bieberbach) bedankten sich für den Dienst der Landeskirchlichen Gemeinschaft in ihren Kirchengemeinden und überreichten dem Prediger Hartmut Griwatz eine Studienbibel sowie Bilder vom Dienst der Schwestern aus früherer Zeit. Den Abend gestalteten musikalisch einige Mitglieder des Posaunenchors Gräfenberg. Mit einem Stehempfang endete die Veranstaltung.

Geschichtlicher Rückblick

Anfang der 1920er Jahre, als nach dem Ersten Weltkrieg viel Not und Armut durch Arbeitslosigkeit einkehrten, begann besonders unter der Landjugend eine geistliche Erweckungsbewegung. Diese Bewegung erreichte auch das Dekanat Gräfenberg. Vor allem die Pfarrer in Walkersbrunn, Affalterthal, Großengsee, Hiltpoltstein und Ermreuth setzten sich dafür ein, dass junge Männer und Frauen auf Freizeiten unter das Wort Gottes gingen.

Auch in Gräfenberg entstand ein Kreis junger Menschen, die sich jahrelang in Privathäusern trafen. Nach einiger Zeit wurde der Wunsch laut, zur Betreuung dieses Kreises und auch wegen der vielen Kranken, die es zu dieser Zeit gab, eine Diakonisse zu bekommen. Durch die Vermittlung der Hensoltshöher Diakonisse Luise Oßmann und Pfarrer Spieß (1915 bis 1927 Pfarrer in Affalterthal) kam 1929 die erste Diakonisse nach Gräfenberg. Eine Wohnung für die Schwester wurde im "Alten Schloss" am Marktplatz gefunden. Dort wohnten die Diakonissen bis zum Umzug in die Bayreuther Straße 22 im Jahre 1988.

Nachdem der Kreis größer wurde, wurden die Wohnstuben zu klein. Da stellte die Familie Gebhardt das frühere sogenannte Pfarrstübel als Versammlungsraum zur Verfügung. Als dieser Raum vom Besitzer wieder selbst benötigt wurde, wurde von F. Kaul die frühere Backstube als Versammlungsraum angeboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auch dieser Raum zum Eigenbedarf gebraucht.

Inzwischen hatte der Dienst der Diakonissen durch die Krankenpflege in der Stadt schon eine hohe Anerkennung gefunden, so dass die Stadtväter bereit waren, einen Raum im Rathaus für die Jugend- und Bibelstunden zur Verfügung zu stellen, bis von der evangelischen Kirchengemeinde das Gemeindehaus umgebaut wurde.

Das Obergeschoss ist an die Diakoniestation Gräfenberg vermietet. Heute ist Erwin Alt aus Mittelehrenbach der Vorsitzende, sein Stellvertreter Thomas Gräbner aus Kemmathen. Im Laufe der Jahre waren 15 Diakonissen in Gräfenberg tätig. Mit über 24 Dienstjahren war Schwester Marie Eberlein die Diakonisse, die die Arbeit in Gräfenberg am längsten betreute. Von 1993 bis 2008 tat Schwester Gerda Fischbach den Dienst in der Stadt und im Umland. Regelmäßig war sie zu Andachten im Gräfenberger Seniorenheim St. Michael. Bis heute werden 14-tägig Bibelstunden in Affalterthal und Bieberbach gehalten. Seit 2010 betreut Prediger Hartmut Griwatz die Gemeinschaftsarbeit. Ihn unterstützt im Predigtdienst einmal im Monat die Nachbargemeinschaft Eschenau. red

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