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Bamberg

Sicherheit hat (k)einen Haken

stefan fössel Um Personal und Patienten zu schützen, hat der Bamberger Urologe Stephan Mühlich tief in die Tasche gegriffen. 2000 Euro kosten allein die Plexiglasscheiben, die er sich für Praxis und B...
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Stephan Mühlich hofft aufs Einsehen der Behörden. Foto: privat
Stephan Mühlich hofft aufs Einsehen der Behörden. Foto: privat

stefan fössel Um Personal und Patienten zu schützen, hat der Bamberger Urologe Stephan Mühlich tief in die Tasche gegriffen. 2000 Euro kosten allein die Plexiglasscheiben, die er sich für Praxis und Behandlungsräume hat fertigen lassen.

Nun fehlte nur noch eine spezielle Art von Befestigungshaken, um den Schutz gut anbringen zu können. Doch es war wie verhext: Verschiedene Handwerksbetriebe hatten den Haken nicht vorrätig. Und in den Baumarkt, wo es die begehrte Ware noch geben soll, dürfen derzeit nur Gewerbetreibende. "Da habe ich beim Ordnungsamt nachgefragt, ob ich nicht zumindest für eine Stunde einen Gewerbeschein bekomme, um die sechs Haken zu kaufen."

Seine schlichte Bitte habe mehrere Stationen durchlaufen und sei sogar dem Corona-Krisenstab vorgelegt worden. Schließlich habe ihm die Verwaltung mitgeteilt, dass es keine Ausnahme für ihn gibt, denn "sonst kommt gleich der nächste Arzt". Nun ist Mühlich nicht der Mann, der so schnell klein beigibt. Er hat unter anderem bei verschiedenen Ministerien nachgefragt, wie sie den Fall beurteilen. "Selbst wenn 100 Ärzte kämen, wäre das doch gut, weil alle ihre Mitarbeiter schützen wollen."

Gerüchteweise soll es nun doch noch eine Sondergenehmigung für den Baumarktbesuch des Urologen geben. Die wünscht er sich auch für andere Kollegen. Damit sie zumindest hinters Thema Schutzscheiben einen Haken machen können.