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Eltmann

SG Eltmann ist der 1000. Verein

integration  Die Fußballer aus der Wallburgstadt wirken bei der Aktion "1:0 für ein Willkommen" mit. Die Initiative hilft dabei, Flüchtlinge über den Sport in die Gesellschaft einzubinden. Der bayerischen Verband wertet die Bemühungen als Erfolg.
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Flüchtlinge spielen bei der SG Eltmann Fußball. Davon profitieren die Asylsuchenden und der Verein - der Fußballverband und die Regierenden freuen sich darüber. Unser Bild entstand beim Training im Sommer mit den Spielern Timo Gebhardt und Madoun (von links).  Foto: Lisa Kieslinger
Flüchtlinge spielen bei der SG Eltmann Fußball. Davon profitieren die Asylsuchenden und der Verein - der Fußballverband und die Regierenden freuen sich darüber. Unser Bild entstand beim Training im Sommer mit den Spielern Timo Gebhardt und Madoun (von links). Foto: Lisa Kieslinger
Eltmann — Die SG 1866 Eltmann macht mit bei "1:0 für ein Willkommen". Der Club ist der 1000. Verein, der im Rahmen der Flüchtlingsinitiative der DFB-Stiftung "Egidius Braun" und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration unterstützt wird. Darauf weist der Bayerische Fußball-Verband (BFV) hin.
Der Mehrspartenverein aus Eltmann begann im Frühjahr, Flüchtlinge zum Fußball einzuladen. "Als Fußballer erleben Flüchtlinge eine ganz andere Anerkennung in unserer Gemeinde und ohne ihre Anmeldungen hätte ich keine Zweite Mannschaft melden können. Es ist eine Win-win-Situation", sagt Günther Preissner. Zehn Flüchtlinge aus dem Senegal, Eritrea, dem Kosovo, Somalia, Syrien und Afghanistan hat der 49 Jahre alte Leiter der Fußballabteilung in die beiden Herrenteams sowie die A- und B-Jugend integriert. Darüber hinaus trainieren viele weitere junge Flüchtlinge regelmäßig bei der SG.
Im Rahmen der DFB-Sonderehrung des Fußballkreises Schweinfurt bekam die SG Eltmann den 500-Euro-Scheck aus den Händen des BFV-Vizepräsidenten und unterfränkischen Bezirksvorsitzenden Jürgen Pfau sowie des Schweinfurter Kreisvorsitzenden und Kreis-spielleiters Gottfried Bindrim. "Die Vereine nehmen Flüchtlinge in ihrer Mitte auf und geben ihnen eine neue sportliche Heimat. Ich bin froh, dass wir dies seitens des Verbandes mit der Aktion ,1:0 für ein Willkommen' unterstützen können", sagte Jürgen Pfau. Dass der 1000. Verein aus Unterfranken kommt, freute den Bezirksvorsitzenden besonders: "Ich hoffe, dass noch viele weitere Vereine dem hervorragenden Beispiel der SG Eltmann folgen."
Die Resonanz auf die im März auf der Bundespressekonferenz in Berlin vorgestellten Initiative "1:0 für ein Willkommen" ist riesig. Unterstützt werden Fußballvereine aus ganz Deutschland, die Flüchtlinge zum Fußballspielen einladen, sie in ihre Mannschaften integrieren, bei Behördengängen begleiten oder Sprachkurse organisieren. Je Verein wird laut BFV-Angaben schnell, unkompliziert und niedrigschwellig eine Finanzhilfe von 500 Euro bereitgestellt.


Großes Interesse

Anfangs war ein Zuschuss für 600 Vereine budgetiert, doch aufgrund des großen Bedarfs der Basis soll bis Jahresende jeder berechtigte Antrag bewilligt werden. Bisher wurden seit März mehr als 500 000 Euro aufgewendet. Im kommenden Jahr stehen 300 000 Euro für weitere 600 Clubs zur Verfügung. Die Initiative soll bis zum Jahr 2019 verlängert werden. "Fußball fördert die Begegnung, schafft Verständigung und baut wechselseitige Vorurteile im gemeinsamen Erleben ab", sagt Staatsministerin Aydan Özoguz, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, und betont: "Kein Team hat Erfolg ohne Zusammenhalt. Für junge Leute bietet das gemeinsame Spiel eine gute Chance, spielerisch Deutschland kennenzulernen."
Der Bayerische Fußball-Verband hat auf der Internet-Seite www.bfv.de/fluechtlinge grundlegende Informationen für Vereine, die sich für Flüchtlinge und Asylbewerber engagieren wollen, gebündelt. Neben Informationen zum Spielrecht und dem Versicherungsschutz steht dort auch die neue DFB-Broschüre "Willkommen im Verein - Fußball mit Flüchtlingen" zum Download bereit. Zudem gibt es alle Informationen zur finanziellen Unterstützung im Rahmen der Aktion "1:0 für ein Willkommen" und dem aktuellen Projekt der BFV-Sozialstiftung.


Fußballschuhe für Spieler

Die Stiftung unterstützt mit der Aktion "1000 Paar Fußballschuhe für eine sportliche Zukunft" bayerische Fußballvereine, die Flüchtlinge und Asylbewerber in ihren Trainings- und Spielbetrieb integrieren. Der Antrag kann bei der BFV-Sozialstiftung gestellt werden (info@bfv-sozialstiftung.de). Nach einer kurzen Prüfung rüstet die BFV-Sozialstiftung die Vereine mit neuen Fußballschuhen für die Flüchtlinge aus. Dazu gibt es auf der Seite Beispiele gelungener Integrationsarbeit und aktuelle Projekte bayerischer Vereine, als eine Anregung für Aktionen im eigenen Verein. red

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