Kronach

Selbstkontrolle kann man lernen

Am 26. September startet ein neuer "Skoll"-Kurs. Das Selbstkontrolltraining bietet die Präventionsstelle des Landratsamts an. Am morgigen Mittwoch, 12. September, findet dazu ein Informationsabend im "Struwwelpeter" statt.
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Cannabis ist in allen Altersgruppen die am weitesten verbreitete illegale Droge. Symbolfoto: Torsten Leukert, dpa
Cannabis ist in allen Altersgruppen die am weitesten verbreitete illegale Droge. Symbolfoto: Torsten Leukert, dpa
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Kronach — Der Konsum von Alkohol, Tabak, illegalen Drogen oder verhaltensbezogene Auffälligkeiten gehören heute zum gesellschaftlichen Alltag. So bleibt laut dem neuesten Suchtbericht der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland, die aufgrund eines akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt wurden, weiterhin mit 22 309 Patienten zwischen 10 und 20 Jahren (Stand: 2016) hoch. Des Weiteren weisen dem Bericht zufolge 326 000 Menschen ein problematisches Glücksspielverhalten auf und etwa 479 000 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren haben bereits illegale Drogen konsumiert. Dabei ist Cannabis in allen Altersgruppen die am weitesten verbreitete illegale Droge.

Vor diesem Hintergrund bietet die Präventionsstelle des Kreisjugendamt Kronach in diesem Jahr erneut das Selbstkontrolltraining "Skoll" an. Dabei handelt es sich um ein Frühinterventionsprogramm zur Förderung eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Suchtstoffen und verhaltensbezogenen Problemen.

Als Modellprojekt gefördert

"Skoll" wurde im Jahr 2008 vom Bundesministerium für Gesundheit als Modellprojekt gefördert. Im Mittelpunkt des Trainings steht bei den Teilnehmern, einen kritischen Umgang mit Suchtmitteln sowie riskanten Verhaltensweisen zu erreichen. Inhalte des Trainings sind unter anderem das Erfassen von ambivalenten Gefühlen, das Erkennen von Risikosituationen, Stressmanagement, der Umgang mit Konflikten oder das Vorgehen bei Krisen und Rückfällen.

Selbstmanagement-Strategien

"Skoll ist ein Programm für alle, die sich fragen, ob sie einen riskanten Konsum oder problematisches Verhalten aufweisen, die ein risikoarmes Verhalten anstreben, die Selbstmanagementstrategien erlernen oder sich vor Abhängigkeit schützen möchten", erklären die beiden ausgebildeten "Skoll"-Trainerinnen Nadine Förtsch und Hedwig Krutsch, die auch den ersten Kurs im Zeitraum vom 5. Oktober bis 7. Dezember 2017 durchführten. Den Kurs begannen anfangs elf Jugendliche im Alter von 14 bis 23 Jahren. Nach einem Wegfall von drei Jugendlichen konnten acht von ihnen schließlich "Skoll" erfolgreich abschließen.

Die Themen der Teilnehmer waren Alkohol und Cannabis (jeweils 5), Nikotin (2) sowie Glücksspiel und Kokain (jeweils 1). Bei fünf von ihnen handelte es sich um Mischkonsum. Die Vermittlung von "Skoll" erfolgt unter anderem über die Polizei, den Jugendamt-ASD, das HaLT-Projekt, die Erziehungsberatungsstelle, Jugendsozialarbeiter an Schulen sowie die Suchtberatungsstelle. Die Unkosten werden durch Fördermittel der Regierung von Oberfranken gedeckt sowie durch den Suchtarbeitskreis.

Zehn Einheiten

Nun geht "Skoll" am 26.September in Kronach in die zweite Runde. Der neue Kurs richtet sich erneut an Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene im Alter von circa 16 bis 25 Jahren. Das Training umfasst zehn Einheiten von jeweils circa zwei Stunden, die - im wöchentlichen Turnus - jeden Mittwoch um 18 Uhr im Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter" stattfinden. Dabei handelt es sich um ein kostenfreies Angebot der Präventionsstelle des Landratsamtes.

Interessierte haben die Gelegenheit, bei einem Informationsabend am Mittwoch, 12. September, um 18.30 Uhr im Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter" nähere Informationen zum Programm zu erhalten, offene Fragen zu klären oder sich gleich für das Training anzumelden.

Weitere Informationen liefert auch ein Flyer zu dem Angebot, welcher auf der Homepage des Landkreises Kronach unter www.landkreis-kronach.de unter der Rubrik Kreisjugendamt - Prävention - zur Verfügung steht.

Eine Anmeldung zum Training ist telefonisch oder per E-Mail bei der Präventionsstelle des Kreisjugendamts, Nadine Förtsch und Hedwig Krutsch, unter der Telefonnummer: 09261/678292 oder per E-Mail unter nadine.foertsch@lra-kc.bayern.de möglich.



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