Forchheim

Selbstbestimmtes Wohnen

Eine Wanderausstellung ist im Landratsamt Forchheim zu sehen.
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Eine Wanderausstellung zu dem oberfrankenweiten Forschungsprojekt zum selbstbestimmten Wohnen im Alter ist in Landratsämtern und Rathäusern in ganz Oberfranken zu Gast. Das Forschungsprojekt "Neun mal selbstbestimmt Wohnen in Oberfranken" ist im Winter 2017 gestartet. Die Ausstellung ist ab sofort bis 11. Juni im Landratsamt in Forchheim zu sehen.

"Wir erwarten von der Studie ein besseres Verständnis von Familiennetzwerken, wollen die allgemeine Akzeptanz von technischen Assistenzsystemen verbessern und Lösungsansätze für selbstbestimmtes Wohnen im Alter finden", erklärte Projektleiter Anton Zahneisen von der Joseph-Stiftung während der Auftaktveranstaltung mit Staatsministerin Melanie Hulm (CSU) bei der Joseph-Stiftung in Bamberg. Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege fördert das dreijährige Projekt mit rund 580 000 Euro.

Beteiligt sind vier Projektpartner: das kirchliche Wohnungsunternehmen Joseph- Stiftung, die Sozialstiftung Bamberg, die Handwerkskammer für Oberfranken und das Institut für Psychogerontologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

In einem mehrstufigen Prozess wurden Familien gesucht, die den Verbleib eines Angehörigen in den eigenen vier Wänden ermöglichen wollen und dafür bereit waren, intensive Unterstützung zu erfahren. Nach mehreren Vorbereitungsgesprächen führten die Experten das zentrale Element des Forschungsprojektes, den Familienrat, durch. Beim Familienrat sitzen alle relevanten Mitglieder des Familiennetzwerkes, zumeist erwachsene Kinder der älteren Person oder Nachbarn und Freunde, mit dem Projektteam zusammen.

Dabei wird ein gemeinsamer Beschluss gefasst. Die darin getroffenen Festlegungen reichen von persönlichen Aspekten wie mehr gemeinsamer Zeit, über das Umstellen von Möbeln bis hin zum Einbau von sogenannter AAL-Technologie, also technische Systeme, die den Senior beim Leben in der Wohnung unterstützen. Diese wurden während der Studie kostenlos zur Verfügung gestellt.

Nach der Umsetzungsphase folgten Kontrolltermine und es wurde Bilanz gezogen. Diese Arbeit und Ergebnisse werden nun in der Wanderausstellung präsentiert. Auf fünf mobilen Litfaßsäulen werden verschiedene Aspekte und Erkenntnisse des Projektes wie die Zusammenarbeit mit den Krankenkassen bei Finanzierungsfragen, Ausbaupotenziale im AAL-Bereich bei Handwerkern oder Erfahrungen beim Austausch mit Beratungsstellen präsentiert. Begleitet wird die Ausstellung von einem Rahmenprogramm für Handwerker, Beratungsstellen, Pflegedienste und alle Interessierten. red

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