Bamberg

Seit Jahren ein Selbstläufer

krippenstadt  Die Gartenstädter Siedler setzen seit 25 Jahren einen besonderen Akzent. Anfang Januar stellen sie an zwei Tagen im Kunigundensaal private Krippen aus, die über Weihnachten ihre Wohnzimmer schmückten.
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Die freundlichen Krippenfiguren zaubern ein Lächeln in die Gesichter der Besucher. Das Foto entstand bei der Hauskrippenausstellung im Jahr 2009.  Foto: Barbara Herbst/Archiv
Die freundlichen Krippenfiguren zaubern ein Lächeln in die Gesichter der Besucher. Das Foto entstand bei der Hauskrippenausstellung im Jahr 2009. Foto: Barbara Herbst/Archiv
von unserem Redaktionsmitglied 
Jutta Behr-Groh

Bamberg — Anfangs waren die Gartenstädter unter sich. Inzwischen zieht ihre Hauskrippen-Ausstellung Neugierige und Interessierte aus ganz Bamberg und weit darüber hinaus an. Trotzdem ist die Schau, die am 3. und 4. Januar zum 25. Mal im Kunigundensaal stattfindet, noch so etwas wie ein Geheimtipp am Bamberger Krippenweg.
1990 erlebte diese besondere Ausstellung ihre Premiere. Dass die Siedlergemeinschaft Gartenstadt damit einen Dauerbrenner, ja Selbstläufer ins Leben rufen würde - daran dachte damals niemand.
Die Idee brachte der Vorsitzende des Vereins, Siegmund Schauer, aus Baden-Württemberg mit. Bei einer der traditionellen Weihnachtsfahrten der Siedlergemeinschaft war er mit einem Kollegen aus Bad Wimpfen ins Gespräch gekommen und hatte erfahren, dass die dortigen Siedler in der Weihnachtszeit spezielle "Hausbesuche" organisierten: Mitglieder öffneten für Interessierte ihre Häuser und Wohnungen und zeigten Besuchern ihre ganz privaten Krippen.
Schauer fand die Idee schön und so machte sich die Siedlergemeinschaft in "ihrem" Stadtteil an die Umsetzung. Doch echte "Hausbesuche" gab es nur ein einziges Mal, erinnert sich der Initiator. Schauer weiß auch noch genau, warum man das Konzept bald abwandelte: Einige Besucher hätten sich weniger für die Krippen als vielmehr für die fremden Immobilien und Möbel interessiert. Hinterher seien sogar Kaufangebote für dies und das bei den Gastgebern eingegangen.
Um das zu verhindern, beschränkte man die Aktion gleich im zweiten Jahr auf den Pfarrsaal von St. Kunigund am Gartenstädter Markt, der schon bei der Premiere eine Anlaufstelle gewesen war.

Nur heute und morgen zu sehen

Ein paar Jahre lang fand die Hauskrippenschau dann jeweils am 26. Dezember statt. Das Datum erwies sich als ungünstig. Es fanden sich nur wenige Leute, die zum Mitmachen bereit waren. Kein Wunder: Wer wollte schon ausgerechnet an den Weihnachtsfeiertagen daheim auf die Krippe verzichten und Zeit für Transport, Auf- und Abbau investieren.
Seit die Schau auf das erste Januar-Wochenende verlegt wurde, scheint sie zum Selbstläufer geworden zu sein. Dann steht ohnehin der Feiertag Dreikönig vor der Tür, an dem traditionell die Christbäume und Krippen abgebaut werden. "Mindestens die letzten 20 Jahre ist es so, dass beim Abbau schon die Beteiligten für das nächste Jahr feststehen", berichtet Schauer. Auch 2014 war es so. Als die 24. Gartenstädter Hauskrippenausstellung zu Ende ging, wurden bereits alle Plätze für den 3./4. Januar 2015 vergeben.
Obwohl jeder zweite Aussteller jedes Jahr vertreten ist, würden ihre Krippen immer anders aussehen, versichern die Organisatoren.
Es sei Bedingung, dass keine Hauskrippe unverändert ein weiteres Mal präsentiert werden darf. Die Figuren seien zwar meistens die gleichen; Szenerie und Arrangement seien jedoch stets neu. Einige Mitglieder sind aktive Krippenbauer und hätten den Ehrgeiz, das Weihnachtsgeschehen immer anders darzustellen.
Die Besucherzahlen an zwei Tagen bewegen sich seit Jahren knapp unter der Tausender-Grenze. Für 2013 weist Schauers Statistik 861 auf. Den guten Zuspruch führt man bei der Siedlergemeinschaft auch darauf zurück, dass der Kunigundensaal an jenem Wochenende eine Art Begegnungsstätte ist, wo es dann auch Kaffee und Glühwein und Gelegenheit zum Plaudern gibt.

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