Langensendelbach

Seit 60 Jahren Blick für Schwache

Für 50 Jahre Vorsitz und 60 Jahre Mitgliedschaft zeichnete der Vdk Langensendelbach Bernhard Leisgang aus, dem ein schier übermenschlicher Einsatz im Sozialverband nachgesagt wird.
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Der Geehrte und seine Gratulanten: Udo Weigand, Bürgermeister Oswald Siebenhaar, Monika Leisgang, Landrat Hermann Ulm, Jubilar Bernhard Leisgang sowie der Vdk-Kreisgeschäftsführer Günther Edl (von links).  Foto: Karl HeinzWirth
Der Geehrte und seine Gratulanten: Udo Weigand, Bürgermeister Oswald Siebenhaar, Monika Leisgang, Landrat Hermann Ulm, Jubilar Bernhard Leisgang sowie der Vdk-Kreisgeschäftsführer Günther Edl (von links). Foto: Karl HeinzWirth

Langensendelbach —  Der Vdk Langensendelbach scheint ohne Bernhard Leisgang als Vorsitzenden kaumvorstellbar. Und obwohl Leisgang das Amt noch weiterführt, sähe er gerne einen verjüngten Vorstand, um neue Impulse in den Ortsverband zu

bekommen. Seit 50 Jahren ist Bernhard Leisgang Vorsitzender des Vdk Ortsverband Langensendelbach.

Für sein Engagement dankten ihm nun Landrat Hermann Ulm, Bürgermeister Oswald Siebenhaar und der Kreisgeschäftsführer des Vdk, Günther Edl.

Man kann es sich eigentlich nicht vorstellen, dass Bernhard Leisgang seit 50 Jahren Vorsitzender ist, sagte Ulm in seiner Laudatio. Als er 1969 gewählt wurde,war er der jüngste Vdk-Vorsitzende in Bayern. Zwanzig Jahre wirkte er im Vdk Kreisvorstand Forchheim mit. "Das ist außergewöhnlich", sagte Ulm.

All das begann mit einem schweren Schicksalsschlag. Eine Hirnhautentzündung im Kleinkindalter lähmte Bernhard Leisgang halbseitig, worauf ihn sein Vater mit acht Jahren beim VdkWillersdorf anmeldete. Es

sollte eine lebenslange Verbundenheit daraus werden. Mit 19 Jahren übernahm er vom Gründungsvorsitzenden des Vdk Willersdorf, Josef Leisgang, dessen Amt. Der war ein entfernter Verwandter. "Man sagte, das muss wieder ein Leisgangmachen, und es war wohl nicht die schlechteste Idee, wie wir heute wissen", sagte Ulm. Und betonte: "Dass wir heute im Gasthaus Alter Peter zusammen sind, ist

freilich der Liebe geschuldet, denn Leisgang zog 1979 nach Langensendelbach und leitete von hier aus den Vdk Willersdorf noch bis 1993 und übernahm dann ab 1994 den Vdk Langensendelbach mit 64 Mitgliedern."

Dass der Ortsverband Langensendelbach heute 246 Mitglieder hat, sei zum großen Teil sein Verdienst und das seiner Frau Monika, die sich als Schatzmeisterin bewährte und als persönliche Assistentin all die täglichen Dinge verrichtet, die ihr Mann aus dem Rollstuhl heraus nicht tun kann.

Nun könnte man sagen, bald wird Bernhard Leisgang 70 Jahre, da wird er schon ruhiger werden, doch das täuscht. Denn bei näherer Betrachtung all seiner ehrenamtlichen Aufgaben als Kommunaler Behindertenbeauftragter, Vdk-Berater für Barrierefreiheit, Mitglied im Kreisseniorenring, Mitarbeiter der Offenen Behindertenarbeit im Landkreis Forchheim und Regionalvertreter für Franken bei der Deutschen Sepsis-Hilfe in Jena, sieht es nicht danach aus. Besonders die Sepsis-Hilfe ist ihm ein besonderes Anliegen, seit ihn vor zehn Jahren eine Blutvergiftung von den Beinen holte und in den Rollstuhl gezwungen hat.

Das war auch der Zeitpunkt, um seine Berufung als Leiter des Katharinen Spitals in Forchheim aufzugeben und in den Vorruhestand zu gehen. "Seinem ungeheuren Engagement, mit dem er armen, kranken und behinderten Menschen hilft, ihnen Mut zuspricht und den Alltag verschönert, tut das keinen Abbruch", betonte der Laudator. "Für diesen übermenschlichen Einsatz zum Wohle der Schwächsten" dankte Landrat

Hermann Ulm persönlich und im Namen aller Landkreisbürger.

"Wir können froh und stolz sein, dass es Menschen wie Bernhard Leisgang gibt, die den Blick für die Belange der Schwächsten in unserer Gesellschaft haben", sagte Erster Bürgermeister Oswald Siebenhaar. Die Gemeinde Langensendelbach sei froh, dass Leisgang als Kommunaler Behindertenbeauftragter die Kommune bei Fachfragen zum Thema Barrierefreiheit unterstützt und berät.

Vdk Kreisgeschäftsführer Günther Edl würdigte die Arbeit von Leisgang vor Ort sowie im Kreisverband. Zuletzt gab es noch eine besondere Würdigung für Monika Leisgang und Heidi Proksch, die seit 25 Jahren als Sammlerinnen für die jährliche

Sammelaktion "Helft Wunden heilen" in der Gemeinde unterwegs sind. Ebenfalls geehrt wurden für zehn Jahre Mitgliedschaft im Ortsverband Monika Schmitt, Udo Weigand, Helmut und Erika Fürsattel sowie Peter Niermann. 20 Jahre halten die Treue: Karin Heimund, Wilhelmine Sollinger und Karl Heinz Wirth.

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