Gößweinstein
Porträt

Schwester Sigrid und ihre christliche Mission

"Das Leben ist bunt und nicht so schwarz-weiß wie ich angezogen bin." Das sagt die bekannte Franziskusschwester Sigrid Kerschensteiner, die im "Haus St. Elisabeth" in Gößweinstein mit ihrer Familie un...
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Schwester Sigrid Kerschensteiner ist täglich mit dem Fahrrad unterwegs.  Foto: Thomas Weichert
Schwester Sigrid Kerschensteiner ist täglich mit dem Fahrrad unterwegs. Foto: Thomas Weichert
"Das Leben ist bunt und nicht so schwarz-weiß wie ich angezogen bin." Das sagt die bekannte Franziskusschwester Sigrid Kerschensteiner, die im "Haus St. Elisabeth" in Gößweinstein mit ihrer Familie und ihren Freunden ihren 75. Geburtstag feierte.
Eigentlich wollte sie Mutter eines SOS-Kinderdorfs werden. Doch es kam anders, als ihre Cousine Erzieherin wurde und ins Kloster ging. Diesem Vorbild folgend absolvierte die in der Oberpfalz geborene und mit fünf Geschwistern auf einem Bauernhof aufgewachsene damals 14-Jährige zunächst die Hauswirtschaftsschule in Vierzehnheiligen, holte dann die mittlere Reife bei den Englischen Fräulein in Bamberg nach, um dann in München ebenfalls Erzieherin zu werden.
Nach Eintritt in den Orden der St.-Franziskusschwestern legte sie mit 21 Jahren ihr Gelübde ab, studierte sechs Semester Theologie und wurde Religionslehrerin. "Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, habe ich viel erlebt", sagt Sigrid Kerschensteiner.
Ihre erste Stelle als Erzieherin war die Leitung des katholischen Kindergartens in Bad Staffelstein. In Röthenbach bei Lauf war sie dann zwei Jahre lang als Religionslehrerin in der Schule tätig, half aber auch in der Pfarrei mit aus.
Ihr Orden gab ihr immer den Freiraum, um Menschen zu helfen, so in Peru und aktuell in Indien. Bis 1995 war Schwester Sigrid dann im Pfarrhaus von Lettenreuth tätig. Dort wäre sie gerne noch länger geblieben, doch ihr Orden brauchte sie dringend für das "Haus St. Elisabeth" in Gößweinstein, um daraus ein Exerzitienhaus zu machen. Darin hielt sie viele religiöse Kurse zur Lebenshilfe mit bis zu 5600 Übernachtungen im Jahr. Als Schwester Sigrid mit 65 Jahren pensioniert wurde, ließ sich von ihrem Mutterhaus keine Nachfolgerin mehr finden.
Daher wurde das Haus von der Josephstiftung übernommen und im Jahre 2008 zu einem Haus "Wohnen in der Heimat" umgebaut. Heute ist es voll belegt und Schwester Sigrid kümmert sich um die Bewohner und engagiert sich für die Erwachsenenbildung.
Seit drei Jahren fährt sie E-Bike. Täglich eine Stunde rund um Gößweinstein. "Menschen kann man nur ändern, wenn man sie liebt, und was ich gar nicht leiden kann, ist die Frömmelei", sagt Schwester Sigrid.
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