Coburg
Zur Besinnung

Schwerter zu Pflugscharen

A m 11. November jährt sich zum 100. Mal das Ende des Ersten Weltkrieges, und es passt daher gut zusammen, dass gleichzeitig die ökumenische Friedensdekade startet. Das ist ein zehntägiger Aktionszeit...
Artikel drucken Artikel einbetten
Eckard Joey Schneider
Eckard Joey Schneider

A m 11. November jährt sich zum 100. Mal das Ende des Ersten Weltkrieges, und es passt daher gut zusammen, dass gleichzeitig die ökumenische Friedensdekade startet. Das ist ein zehntägiger Aktionszeitraum, in der Kirchengemeinden und Gruppen ihre Friedensgebete und Veranstaltungen legen können. Die Idee dazu kam aus den Niederlanden angesichts der atomaren Kriegsbedrohung und wurde im damals geteilten Deutschland 1980 begeistert aufgenommen und bis heute mit Leben gefüllt.

Von Anfang an war der Schmied, der ein Schwert zu einem Pflug umschmiedet, das Bild der Friedensdekade. Dieses Logo "Schwerter zu Pflugscharen" erinnert an die biblische Verheißung "Sie werden ihre Schwester zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben und ihr werdet hinfort nichtmehr lernen, Krieg zu führen" Micha 3.

Wo stehen wir heute? Immer höhere Militärausgeben weltweit und Deutschland steht in der ersten Reihe bei der Produktion. " Krieg 3.0." - oder alles halb so schlimm? Schauen wir auf die "Stellvertretungskriege" in Syrien und Jemen. Ängste und Verunsicherungen sind nach vollziehbar, erschweren aber den nüchternen Blick auf das, was kriegstreibend ist und auch auf das, was dagegen bereits unternommen wird und noch verstärkt werden sollte.

Die beste Vorbeugung vor vielen "Bedrohungen" ist der Abbau von Ungerechtigkeit und ein besserer Klimaschutz. Wenn es um den Schutz vor militärischer Gewalt geht, so zeigen wissenschaftliche Studien, dass es eines Ausbaus von Friedens- und Versöhnungsarbeit, der Diplomatie sowie der Stärkung der internationalen Institutionen bedarf - und nicht " mehr Militär" und neuer Waffensysteme.

Ein " Wegschauen" ist nicht mehr möglich! Aufklärung tut not!

Hier ist jeder und jede gefordert --ob in persönlichen Gesprächen, durch Diskussionen und Veranstaltungen im Rahmen der ökumenischen Friedensdekade. Bertold Brecht mag nicht nur die Großen dieser Welt wachrütteln mit seiner Nachdenklichkeit "das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden."

Gott schenke uns seinen Frieden und die Kraft und den Mut, unseren Beitrag für Frieden und Versöhnung zu leisten.

Eckhard Joey Schneider, Betriebsseelsorger



was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren