Kulmbach
Leserbrief

Schwere Geschütze aufgefahren

Zum Bericht "Schulen kündigen Konsequenzen für Demonstranten an" (Bayerische Rundschau vom 19. September) erhielten wir folgende Zuschrift: Kultusminister Piazolo und die Schulleiter erklären die Klim...
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Zum Bericht "Schulen kündigen Konsequenzen für Demonstranten an" (Bayerische Rundschau vom 19. September) erhielten wir folgende Zuschrift: Kultusminister Piazolo und die Schulleiter erklären die Klimakrise für sofort als beendet. Wenn sich jetzt noch Schülerinnen und Schüler weiterhin für die Natur und damit für ihre Zukunft einsetzen, dann werden schwere Geschütze aufgefahren: Ordnungsmaßnahmen, Nachsitzen, Verweise, Bußgeld und so weiter.

Alle eindringlichen Warnungen von zig Tausend Wissenschaftlern und Fachleuten, dass wir kurz vor den Kipppunkten stehen, nach denen ein Aufhalten der Klimakrise kaum mehr möglich ist, spielen plötzlich keine Rolle mehr.

Schulpflicht ist - laut Piazolo und den Damen und Herren der Schulleitungen - ab jetzt wieder wichtiger als der Schutz unserer Natur - und ab sofort gilt für die Schülerinnen und Schüler ein Verbot, sich während der Schulzeit für die Natur einzusetzen, auf die Missstände hinzuweisen und damit Druck auf die Verantwortlichen, endlich zielführende und wirksame Klimaschutzmaßnahmen einzuleiten, auszuüben.

Ich gehe logischerweise davon aus, dass Herr Piazolo und die Damen und Herren der Schulleitungen - als Vorbilder für die Schülerinnen und Schüler - nun ebenso ihrer Pflicht gerecht werden, alle Unterrichtsstunden nach Lehrplan und mit qualifiziertem Lehrpersonal sicherzustellen.

Sollten Unterrichtsstunden ausfallen, Unterrichtsstunden mit fachfremden Vertretungslehrern abgehalten oder die Schülerinnen und Schüler, anders als im Lehrplan vorgesehen, irgendwie beschäftigt werden, dann müssen selbstverständlich auch hier Ordnungsmaßnahmen für Herrn Minister Piazolo und die Damen und Herren der Schulleitungen verhängt werden - eben Nachsitzen, Verweise, Bußgeld ...

Knud Espig

Stadtsteinach

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