Adelsdorf
Hochwasser-Warnsystem

Schutz vor nassen Überraschungen für Adelsdorf

Adelsdorf — Gerade in den letzten Wochen waren die Region Erlangen-Höchstadt und weite Teile Deutschlands immer wieder von starken Regenfällen betroffen. Si...
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Adelsdorf — Gerade in den letzten Wochen waren die Region Erlangen-Höchstadt und weite Teile Deutschlands immer wieder von starken Regenfällen betroffen. Sie verursachten große Schäden. In Adelsdorf hat man diese Problematik erkannt und möchte gezielt Präventionsmaßnahmen einleiten. Mithilfe von Niederschlagsmesssystemen soll die gefallene Regen genau aufgezeichnet und ausgewertet werden.
Hierzu wurde die Firma Spekter hinzugezogen, die die Gemeinde in vier Bereiche aufteilt: Aisch, Adelsdorf-West, Adelsdorf-Ost und Neuhaus. In jedem Bereich wurden Systeme installiert, die nun nicht nur messen, wann und wie stark Regen fällt, sondern auch Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck aufzeichnen.
Die gesammelten Daten werden dann in Echtzeit an eine Übertragungseinheit geschickt, die diese wiederum speichert. "Es gibt kein vergleichbares System in Deutschland", erklärt dazu Florian Brodrecht von der Firma Spekter am Mittwochabend im Gemeinderat.


Simulation

Mit den Daten kann man dann zum einen eine Regensimulation durchführen, die zeigt, was bei starkem Regen wo im Dorf passiert. So können nötige Präventionsmaßnahmen eingeleitet werden.
Zum anderen soll das System die Adelsdorfer Bevölkerung auch rechtzeitig warnen. Im Wesentlichen gliedert es sich in drei Alarmstufen.
Die niedrigste Stufe setzt bei einem Regenfall von fünf Litern pro Stunde pro Quadratmeter ein. Dann soll an die Adelsdorfer, die im entsprechenden Wohngebiet leben, eine erste Info per E-Mail oder SMS gesendet werden.
Erhöht sich dieser Wert allerdings auf 17 Liter, besteht Überflutungsgefahr, weshalb dann erneut SMS oder E-Mail gesendet werden.
Bei Regenfällen über 35 Liter pro Stunde pro Quadratmeter besteht Sturzflutgefahr. "Dann ist es Zeit, die Bürger zu alarmieren", sagt Brodrecht. Alarmieren, das heißt in diesem Fall neben E-Mail und SMS auch einen Anruf mit einer Computerstimme abzusenden.
"Es ist eine gute Funktion, um die Bürger zu beruhigen", stellt Brodrecht vor dem Gemeinderat fest. Wenn man keine Benachrichtigung bekommt, könne man sich also auch recht sicher sein, dass nichts mit dem eigenen Haus passiere.


Notfallpläne anlaufen lassen

Auf der anderen Seite kann man durch dieses Warnsystem die Menschen aber auch schon vorzeitig informieren. So können die Bewohner in gefährdeten Bereichen laut Brodrecht schneller handeln, da sie mögliche Präventionsmaßnahmen schon vorab durchgegangen sind.
Vorerst testen in den nächsten Monaten nun die Gemeinderäte das System, bevor es an die Bevölkerung weitergegeben werden soll.
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