Herzogenaurach

Schutz und Gesundheit

Das Binden der Wurzbüschel hat eine lange Tradition. Am Tag vor Mariä Himmelfahrt wurden dafür Kräuter gesammelt.
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Karin Dummer und Rosi Gehr mit gesammelten Kräutern Foto: Manfred Welker
Karin Dummer und Rosi Gehr mit gesammelten Kräutern Foto: Manfred Welker

Herzogenaurach — In der Flur bei Beutelsdorf waren am Mittwoch Frauen des Katholischen Deutschen Frauenbunds der Herzogenauracher Stadtpfarrei unterwegs, um Kräuter für Wurzbüschel am Fest Mariä Himmelfahrt zu sammeln. Das niederschlagsarme Wetter macht es in diesem Jahr nicht leicht, geeignete Pflanzen zu finden. Glücklicherweise hatte in den vergangenen Wochen Regen dafür gesorgt, dass nicht alles völlig verdorrt ist.

Beim Flurbereinigungsverfahren wurde nahe Beutelsdorf eine Ausgleichsfläche mit Obstbäumen bepflanzt, auf der auch Kräuter wachsen können.

Rund ein Dutzend Frauen waren bei feuchtem Wetter unterwegs mit festem Schuhwerk, außerdem trugen sie Handschuhe und waren mit Gartenscheren ausgestattet.

Auf dem Areal wachsen Johanniskraut, Rainfarn, Schafgarbe, wilde Möhre, wilde Pfefferminze, Odermennig und Beifuß, aber nur der mit dem braunen Stiel wird verwendet, weil nur diese Variante riecht, wie Rosi Gehr von Margareta Leipold aus Obermembach erfahren hat. Allmählich füllten sich die Behältnisse mit Kräutern.

Unweit davon gedeiht an einem Weiher Blutweiderich, den Gerlinde Aumeier und Annette Blum gesammelt haben.

Spezielle Plätze

Am Waldrand bei Beutelsdorf wächst Goldrute; benötigt wird noch Pimpernell, umgangssprachlich als Schlotfeger bezeichnet, und Hafer. Aus Privatgärten kommen noch Bohnenkraut, Borretsch, Estragon, Petersilie, Ringelblumen, Salbei, Sonnenblumen, Thymian, Weidenkraut, Zitronenmelisse und Zitronenminze dazu.

Rosi Gehr hat den Estragon und den Salbei in ihrem Garten bereits zurückgestutzt. "Manche bringen beim Binden Oregano oder Bohnenkraut aus ihrem Garten mit", berichtet sie. Rosmarin bekommen sie von der Familie Glasauer, die einen großen Busch im Garten hat.

Aus den ganzen Kräutern und Blumen banden die Frauen am Nachmittag die Kräutersträuße, die gegen eine Spende nach den Gottesdiensten am Fest Mariä Himmelfahrt in der Stadtpfarrkirche um 11 Uhr an Interessierte abgegeben werden. "Das Geld bleibt wie jedes Jahr in der Pfarrei und wird für das verwendet, was gebraucht wird", meint Rosi Gehr nur.

Auch in Haundorf banden Frauen Kräuterbüschel, die in der Filialkirche St. Marien nach dem Gottesdienst um 9 Uhr abgegeben werden. In Niederndorf, St. Josef, und in St. Otto findet der Gottesdienst an Mariä Himmelfahrt mit der Kräuterweihe um 9.30 Uhr statt.

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