Unterrodach

Schussfahrt durch das Angerwehr

Hochbetrieb herrschte am Wochenende bei den Flößern in Unterrodach. Dem Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn wurde mit Rodachwasser getauft.
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Eine Attraktion ist das Unterrodacher Kirchweihflößen ab Angerwehr bis zur Rodachbrücke. Fotos: Gerd Fleischmann
Eine Attraktion ist das Unterrodacher Kirchweihflößen ab Angerwehr bis zur Rodachbrücke. Fotos: Gerd Fleischmann
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Aufgrund der extrem langen Trockenzeit gerät die Flößerei im Frankenwald immer mehr zum Glücksspiel. Während die Stadt Wallenfels bereits zum fünften Male ihre Gäste im Rahmen der touristischen Flößerei nach Hause schicken musste, kamen die Unterrodacher Flößer bei ihrem traditionellen Kirchweihflößen am Sonntag nochmals mit einem blauen Auge davon. Dem Starkregen am Mittwoch sowie dem Landregen am Samstag sei Dank.

Die vielen Fans kamen am Flößermuseum und im Schallersgarten voll auf ihre Kosten. Vor allem sorgten die Flößermusikanten des TV Unterrodach mit ihrem Dirigenten Walter Wich-Herrlein bei schmissigen Klängen für eine Bombenstimmung. Vorausgegangen waren am Sonntagvormittag Kirchenparade sowie Festgottesdienst in der Michaeliskirche mit Pfarrer Andreas Krauter. Abordnungen aus Wallenfels, Neuses und Friesen zeigten am Sonntag ebenfalls ihre Verbundenheit mit dem Gastgeber.

Zwei Meter Höhenunterschied

Zu den Gästen auf den vier Flößen zählte unter anderem der Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn. Nach dem Wehraufmachen schossen bei idealen Witterungsbedingungen die Flöße förmlich durch das Angerwehr. Nur mit ganzer Kraft konnten die Männer die 18 Meter langen hölzernen Gefährte bändigen. Immerhin muss ein Höhenunterschied von etwa zwei Metern überwunden werden.

Flott ging es dann auch durch die Staustufe "Weltbau". Alle Flößer bewiesen Standvermögen - und das wurde von den vielen Zaungästen eifrig beklatscht. Floßmeister Michael Thiemann und sein Team - verstärkt durch die Wallenfelser Flößer - glänzten wieder einmal mehr mit einer professionellen Abwicklung der Fahrten. Schließlich zeigte auch die Marktrodacher Wasserwacht am Angerwehr Präsenz, um im Notfall schnell eingreifen zu können.

Zu einer Floßfahrt am Kirchweihsonntag gehört natürlich auch eine zünftige Flößertaufe für die Neulinge, die sich den Flößern mutig anvertraut hatten. Danach wird man im Kreis der Flößer aufgenommen. Die Kopfwäsche mit Rodachwasser übernahm genüsslich Vorsitzender Fritz Fricke und für die Kommentierung war Bürgermeister Norbert Gräbner zuständig. Bei der Wasserverteilung erwies sich der Vorsitzende als besonders großzügig.

Großer Beliebtheit erfreuten sich dann am späten Nachmittag die Kinderspiele im Schallersgarten mit Prämierung durch die Evangelische Kirchengemeinde. Bürgermeister Norbert Gräbner zollte den Flößern ein dickes Lob für den kulturhistorischen Einsatz. "Der Floßverein 1864 Unterrodach ist mit seinen 200 Mitgliedern ein gesellschaftlich bedeutender Aktivposten in der Dorfgemeinschaft", so das Gemeindeoberhaupt anerkennend. Ebenfalls dankte Vorsitzender Friedrich Fricke seinem Team für die Unterstützung bei der Organisation der Flößerkirchweih.

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