Herzogenaurach

Schule auch für Quereinsteiger

In Herzogenaurach entsteht eine Fachschule für Heilerziehungspflege. Die Lebenshilfe arbeitet eng mit der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste in Nürnberg zusammen. Theorie und Praxis werden im Haus verknüpft.
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Linda Hierl (links) und Silke Heming verteilen die ersten Flyer zur neuen Fachschule.  Foto: Bernhard Panzer
Linda Hierl (links) und Silke Heming verteilen die ersten Flyer zur neuen Fachschule. Foto: Bernhard Panzer

bernhard Panzer Im September soll in der Aurachstadt eine neue Schule starten, jetzt gab es die erste Informationsveranstaltung. Gemeint ist die Fachschule für Heilerziehungspflege, die von der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste (GGSD) in Nürnberg und der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt gemeinsam auf den Weg gebracht wird. Standort ist das Schulzentrum am Burgstaller Weg, genauer die Heilpädagogische Tagesstätte. Dort hat die Lebenshilfe die entsprechenden Räume geschaffen, die derzeit umgebaut werden.

Für Josef Hennemann, den Geschäftsführer der Lebenshilfe, sind zwei Punkte besonders wichtig. Da ist einmal die Zusammenarbeit seiner Einrichtung mit der GGSD, die ein Novum darstellt und vor allem in der Kombination zwischen Theorie und Praxis viele Vorteile hat. Und zum anderen bekommen auch Quereinsteiger aus den älteren Semestern die Chance für eine Neuorientierung.

Bis zu 30 Schülerinnen und Schüler haben ab dem kommenden Schuljahr die Möglichkeit, sich in einer zweijährigen Ausbildung für die Arbeit mit behinderten Menschen zu qualifizieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Die neue Fachschule bietet Absolventen der Berufsfachschulen für Kinderpflege beziehungsweise Sozialpflege die Perspektive, sich in zwei Ausbildungsjahren zur Heilerziehungspflegerin oder zum Heilerziehungspfleger weiterzubilden, wird berichtet.

Aber auch Quereinsteiger, die vielleicht schon erste Erfahrungen im Berufsfeld sammeln konnten, zum Beispiel während des Bundesfreiwilligendienstes, könnten unter bestimmten Umständen diese Ausbildung machen. Die Ausbildung ist zertifiziert und kann über die regionalen Jobcenter oder die Agentur für Arbeit gefördert werden.

Das ist auch ein zentrales Anliegen der Lebenshilfe. Alle Berufsgruppen seien da angesprochen, sagt Personalleiterin Susanna Hüser. Die Ausbildung sei in Teilzeit oder Vollzeit möglich. "Auch wer als Erwachsener eine neue Herausforderung sucht, ist angesprochen", ergänzt Geschäftsführer Hennemann.

Beide haben noch ein weiteres gutes Argument für die neue Schule - die Kooperation. Die Lebenshilfe bietet in ihrem Haus viele Praktikumsplätze in vielen Bereichen an. "Theorie und Praxis können demnach gut verknüpft werden", sagt Hennemann.

Als Konkurrenz zur Schule der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf sieht er sein Angebot nicht, eher im Gegenteil: "Wir sehen da eine Ergänzung." Denn es sei wichtig, auch im westlichen Bereich des Landkreises rund um Herzogenaurach Ausbildung anzubieten. Es sei für eine Region immer förderlich, möglichst viele Ausbildungsplätze zu haben.

Aber aller Anfang ist schwer. Am Montag fanden die ersten beiden Informationsveranstaltungen statt, bei denen das Ausbildungsangebot vorgestellt wurde. Der Besuch war noch spärlich, aber es ist ja noch Zeit, weitere Nachmittage sollen folgen. Der erste am Donnerstag, 9. Mai, um 14.30 Uhr in der Lebenshilfe in der Einsteinstraße 17a.

Mit vor Ort waren Linda Hierl, die künftige Schulleiterin, und Tamara Hechler, eine von sieben bis zehn Lehrkräften an der neuen Schule. Sie unterrichtet die Kernfächer Psychologie und Heilpädagogik. Zur Unterstützung der Beiden berichtete Silke Heming aus ihrer Erfahrung als Chefin. Sie leitet eine Schule der GGSD in Bayreuth. Vier Lehrkräfte sind bereits angestellt.

Über die kostenlose Infoline 0800 - 10 20 580 der GSSD können sich Interessenten außerdem ab sofort informieren und beraten lassen.

Erfahrene Lehrkräfte

"Mit der Gründung der Schule tragen wir als Bildungsträger dazu bei, den Fachkräftebedarf in den zahlreichen Einrichtungen der Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt dauerhaft zu sichern. Wir gewährleisten eine qualitativ hochwertige Ausbildung mit erfahrenen Lehrkräften, die auf langjähriger Erfahrung basiert. Die enge Zusammenarbeit und die räumliche Nähe zu den Praxiseinrichtungen der Lebenshilfe schaffen ideale Bedingungen für eine fundierte Ausbildung, worüber ich sehr froh bin." Das stellt Ute Kick, die Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste, in einer Pressemitteilung fest. Sie war früher selbst über 20 Jahre Schulleiterin einer Fachschule für Heilerziehungspflege.

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