Gräfenberg

Schüler stehen vor kniffliger Wahl

Auf dem Berufsinformationstag in der Realschule in Gräfenberg erhielten die Neunt- und Zehntklässler Anregungen. 30 Firmen informierten über Ausbildungsberufe.
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Sandra Hackl (r.) informiert die Schüler über Gesundheit und Sport im Beruf. Foto: Petra Malbrich
Sandra Hackl (r.) informiert die Schüler über Gesundheit und Sport im Beruf. Foto: Petra Malbrich

Tim sitzt über einem Plan, der aus leeren Quadraten besteht. "Mein Traumbad" steht über dem Koordinatensystem und wartet darauf, unter Anleitung von Johannes Graf vom Handwerkerverband von Tim nicht nur kreativ gestaltet zu werden. Auch die Zahlen müssen passen.

Wo kommen Fliesen hin, wie viele brauche ich, auch wenn ein Kachelofen in einer Wohnung eingerichtet wird, und warum muss dieser überhaupt Fliesen haben? "Es hat sich interessant angehört", sagt Marcel über die Berufe Anlagenmechaniker, Klempner oder Ofen- und Lüftungsheizungsbauer. Tim ist einer der vielen Neunt- und Zehntklässler der Realschule in Gräfenberg, der sich beim Berufsinformationstag einen Überblick über mögliche Ausbildungsberufe, die dafür notwendigen Voraussetzungen, die Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten informiert.

Für Vorträge angemeldet

"Für sechs verschiedene Vorträge durften sich die Schüler anmelden", erklärt Karin Hübner. Sie ist nicht nur Lehrerin an der Realschule, sondern für die Berufsberatung und die Praktika zuständig und hat den einmaligen Berufsinformationstag, wie ihn Rektorin Gertrud Eismann nennt, überhaupt ermöglicht. Dazu hat sie 30 Betriebe, Vertreter von Berufsschulen und Innungen eingeladen, um den Schülern einen Überblick zu verschaffen. Denn obwohl für viele in wenigen Wochen der Ernst des Lebens beginnt und sich die Neuntklässler bald bewerben müssen, haben viele der Schüler noch keine genaue Vorstellung von ihrem künftigen Beruf.

"Aufgrund der großen Palette ist es nicht einfach, die richtige Entscheidung zu treffen", sagt Uwe Ehrl, der "Mr. Pepper" genannt wird. Seine Firma heißt "Pepperformance". Er, der vom Bundesministerium zertifiziert ist, hilft den kleinen und mittelständischen Unternehmen, Fach- und Führungskräfte zu finden. Er hilft auch den Schülern, den Bewerbern, den für sie richtigen Beruf zu finden. Und "Mr. Pepper" macht auf den Beruf des Personaldienstleistungskaufmanns aufmerksam. Diesen Beruf gibt es erst seit 2008. Der Personaldienstleistungskaufmann ist Vermittler zwischen den Bewerbern und den Firmen, ist die Unterstützung der Geschäftsführung und vereint in dem Berufsbild die Berufe des Kaufmanns, der Personalstelle und des Marketings.

Neuer Standort in Forchheim

Vor allem Mädchen sind im ersten Vortrag bei Uwe Ehrl. In vier Minuten, nach einem einfachen Test, gibt ihnen Uwe Ehrl, der nächste Woche in Forchheim einen Standort eröffnet, die Antwort auf Fragen, was sie werden könnten. Zu wenig auf die Ausbildung sei in den vergangenen Jahren gesetzt worden, was nun den Facharbeitermangel bewirke. Dabei gebe es kein Land in Europa, in dem man auf derart vielfältige Weise ausgebildet, höhere Schulbildung erreichen und fortgebildet werden könne. In zehn Sprachen kann "Mr. Pepper" in Europa ausbilden und Jugendliche, die gerne im Ausland einen Beruf lernen wollen, unterstützen.

Joalla weiß schon ganz genau, was sie werden möchte, seit sie vier Praktika absolviert hat. Beim Zahnarzt hat es ihr am besten gefallen, das stand nach einem Probearbeiten fest. Den Ausbildungsvertrag zur zahnmedizinischen Fachangestellten hat sie schon in der Tasche. Mit 700 Euro im ersten Lehrjahr liegt sie im durchschnittlichen Verdienst.

Wenig Interesse an Altenpflege

Anhand der Anmeldungen für die Berufsvorstellungen weiß Karin Hübner, dass an der Altenpflege oder den handwerklichen Berufen wenig Interesse bestand. Nur sieben Jungen saßen in dem Klassenzimmer. "Normalerweise sind wir an den Hauptschulen. Doch die Berufe sind komplexer geworden. Und die Auftragslage ist so gut", wirbt Johannes Graf für die Berufe und für die Firmen, die ebenso Solaranlagentechniker oder Mechaniker suchen.

"Der Vortrag Koch war gut besucht, auch für den Beruf des Erziehers gingen viele Anmeldungen ein", weiß Hübner. Fast mehr als Schüler in einer Klasse waren sie beim Beruf des Sport- und Fitnesskaufmanns und des Physiotherapeuten.

Sandra Hackl, der eine Rehapraxis (Physiotherapie und Fitness) in Igensdorf gehört, informiert über diesen Beruf. Gesundheit und Sport interessieren viele Schüler, die dem Vortag lauschen.

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