Herzogenaurach

Schüler schreiben Geschichte

Große Geschichte im Kleinen, ein besonderes Ausstellungsprojekt entsteht zurzeit im Herzogenauracher Stadtmuseum. Die Ausstellung der Montessorischüler öffnet am 19. Dezember um 17 Uhr.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eine Arbeitsgruppe mit Museumsmitarbeiter Christian Hoyer im Museum  Fotos: Irene Lederer
Eine Arbeitsgruppe mit Museumsmitarbeiter Christian Hoyer im Museum Fotos: Irene Lederer
+1 Bild

Mit außergewöhnlichem Elan waren seit Oktober 30 Schülerinnen und Schüler der Herzogenauracher Montessorischule im Stadtmuseum am Werk. Sie hatten sich zusammen mit ihrem Klassenlehrer Simon Hamper vorgenommen, in der Schausammlung des Museums "Große Geschichte im Kleinen" zu entdecken.

Die Ziele waren hoch gesteckt. Zunächst galt es, sich mit dem Stadtmuseum vertraut zu machen. In der Dauerausstellung beziehungsweise auch im Museumsfundus wurde nach Ausstellungsstücken zu neun großen Epochen der Weltgeschichte gesucht. Jeder Epoche sollte ein zentraler Sachzeuge zugewiesen werden. Das Schaustück sollte relevant und aussagekräftig sein, doch so manches Exponat fiel bei den Schülern durch, etwa die Seelenwaage oder eine Dampfmaschine.

Im Anschluss verfassten die Schüler Informationstexte, wobei Eigenstudium gefragt war. Zuletzt wurden dann auch noch passende Illustrationen für die Texttafeln ausgewählt. Dabei wurde es für die 13- und 14-Jährigen richtig spannend. Beim Thema Französische Revolution stießen sie auf ein Dokument aus der Zeit der Napoleonischen Kriege und zwar in französischer Sprache. Es wird nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Interessant auch ein Gestellungsbefehl zu einer Treibjagd des im Zeichen des Absolutismus herrschenden Fürstbischofs Lothar Franz von Schönborn: 100 Herzogenauracher, sie sind namentlich aufgelistet, hatten sich am 15. Dezember 1704 in Beutelsdorf als Treiber einzufinden.

Kopieren erwünscht

Das Ergebnis des Projekts wird am 19. Dezember 2019, um 17 Uhr, im Stadtmuseum vorgestellt. Auf Ausstellungstafeln, die in der Dauerausstellung des Museums zu finden sind, präsentieren die Schüler ihre Sicht auf die Epochen der Stadtgeschichte und stellen ihr ganz eigenes "Lieblingsobjekt" aus dieser Zeit vor. Die Ausstellung ist bis zum 2. Februar zu sehen.

Die Idee, dass Schüler und Museen kooperieren, wird von unterschiedlichen Organisationen gefördert, unter anderem dem Deutschen Museumsbund. Dort heißt es zu dieser Art der Zusammenarbeit: "Kulturelle Bildung ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Bildungssystems, da sie nach Artikel 22 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die UNESCO "für die Würde des Menschen und für die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich ist. Doch die Realität sieht anders aus, kulturelle Bildung ist im schulischen Alltag noch nicht flächendeckend vertreten. Aber auch die Kulturinstitutionen bieten Schulen zu wenige altersgerechte Programme. Kulturelle Bildung ist sowohl im Schulalltag als auch in Museen zu wenig verankert."

In Herzogenaurach muss man sich darüber wohl keine Gedanken machen. Das Stadtmuseum lebt diese Kooperationen im Sinne aller beteiligten Schüler und des Museums. red/mb

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren