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Schreiben in der virtuellen Welt

Was nach Science Fiction klingt, wird in seinem Labor zur Wirklichkeit. Der Coburger Professor Dr. Jens Grubert erforscht die virtuelle Realität. Gemeinsam ...
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Was nach Science Fiction klingt, wird in seinem Labor zur Wirklichkeit. Der Coburger Professor Dr. Jens Grubert erforscht die virtuelle Realität. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universitäten in Passau und Cambridge sowie von Microsoft hat er nun untersucht, wie man virtuell am besten schreiben kann.
Wir schreiben täglich mit Tastaturen. Ob am Computer oder auf dem Smartphone: Text einzugeben ist eine der wichtigsten Funktionen.
In der virtuellen Realität (VR) ist das Schreiben bisher wenig erforscht. Die Wissenschaftler haben deshalb getestet, welche Modelle dafür am geeignetsten wären.
In zwei Studien mit je 24 Probanden untersuchte das Team um Prof. Dr. Jens Grubert zum einen, wie sich die Darstellung unserer Hände in der virtuellen Realität aufs Schreiben auswirkt. Zum anderen, wie schnell man dort schreiben kann. Dabei werteten die Forscher insgesamt 48 Stunden Schreibverhalten aus.
In der ersten Studie zur Handdarstellung zeigten sich zwei Varianten als besonders geeignet: Wenn die Probanden ihre eigenen Hände eingeblendet sahen oder wenn ihre Fingerspitzen auf der Tastatur als Punkte gezeigt wurden. Dann machten sie deutlich weniger Fehler beim Schreiben.
Die Hände komplett virtuell darzustellen oder stattdessen nur die Berührungseffekte auf der Tastatur zu zeigen, erwiesen sich als die unpassenderen Varianten.


Langsameres Tippen

Ziel der zweiten Studie war, herauszufinden, ob und wie die virtuelle Realität unser Schreiben verändert. Deutlich wurde, dass Nutzer beim virtuellen Schreiben langsamer tippen.
Die Probanden erreichten circa 60 Prozent ihrer Schreibgeschwindigkeit auf einer Tastatur und circa 40 bis 45 Prozent ihrer Schreibgeschwindigkeit auf einem Touchscreen. Die zweite Studie ergab jedoch auch, dass Nutzer ihre Schreibfähigkeiten schnell in die Virtuelle Realität übertragen. Und, dass es nicht darauf ankommt, wo sich die virtuelle Tastatur befindet. Wer beim Schreiben Tastatur und Text frontal vor sich sieht, kann dazu versetzt, zum Beispiel auf der Tischoberfläche tippen. Dies führte zu keinen bedeutenden Leistungseinbußen bei Desktoptastaturen und zu moderaten Einbußen bei Touchscreen-Tastaturen.


Präsentation im März

Die Ergebnisse der beiden Studien wird das internationale Forschungsteam im März auf der Konferenz IEEE VR 2018 präsentieren. red
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