Wiesenthau

Schranken sichern Bahnübergang

Der Umbau des Bahnüberganges Wiesenthau ist abgeschlossen. Jetzt gibt es für die Autofahrer aus Richtung Kirchehrenbach auch separate Abbiegespuren.
Artikel drucken Artikel einbetten
Schranken sollen dafür sorgen, dass es am Bahnübergang Wiesenthau zu keinen Kollisionen mehr zwischen Autos und Zügen kommt.  Foto: Hofbauer
Schranken sollen dafür sorgen, dass es am Bahnübergang Wiesenthau zu keinen Kollisionen mehr zwischen Autos und Zügen kommt. Foto: Hofbauer

josef Hofbauer Immer wieder hatte es am Bahnübergang Wiesenthau gekracht. Autofahrer übersahen das rote Blinklicht, das seit 1957 vor einem herannahenden Zug warnte. Mit katastrophalen Folgen.

Damit ist nun Schluss. Der Bahnübergang bei Kilometer 6,085 auf der Bahnstrecke Forchheim - Ebermannstadt wurde komplett erneuert. Jetzt sichert zusätzlich zu dem Dauer-Rotlicht über dem Andreaskreuz eine Halbschranke den Übergang. Ebenfalls neu ist ein akustisches Signal, das die Fußgänger vor dem Betreten der Gleise warnt.

Für die Maßnahme musste der Kabeltiefbau im Bereich des Bahnüberganges und innerhalb der Einschaltstrecke ebenfalls erneuert werden. Ein Kabeltrog entlang der Strecke mit rund 850 Meter Streckenkabel wurden neu verlegt. Im Kreuzungsbereich wurden 90 Meter an Kabelsträngen verlegt.

Mit zwei Abbiegespuren

Die Straßen- und Gleisquerungen wurden erneuert, neue Fundamente für insgesamt vier Lichtzeichenanlagen gesetzt. Auch für die beiden Schrankenantriebe waren neue Fundamente notwendig. Ebenfalls neu ist das Technik-Häuschen, die Schaltzentrale der neuen Anlage. Schließlich wurden die Schleppkurven und Verkehrsinseln der neuen Situation angepasst. So gibt es nun für die Autofahrer aus Richtung Wiesenthau und Kirchehrenbach eine separate Spur für die Linksabbieger in Richtung Gosberg und die Rechtsabbieger in Richtung Reuth.

In die neue Technik wurde nach Angaben der DB-Netz rund 715 000 Euro investiert. Zur Funktionsweise erklärt ein Sprecher der Bahn: "Aus Richtung Forchheim befährt der Zug ein paar hundert Meter vor dem Bahnübergang einen Kontakt und löst damit die Bahnübergangssicherung (Lichtzeichenanlage und Halbschranken) aus. Aus Richtung Ebermannstadt schaltet der Lokführer am Haltepunkt Wiesenthau die Bahnübergangssicherung an."

Ein Sicherheitsrisiko sei das nicht, beteuert der Sprecher der Bahn. Nur wenn sich die Bahnschranke wirklich gesenkt hat, bekommt der Lokführer die Freigabe, dass er den Bahnübergang passieren darf. Passiert das nicht, weil ein technischer Fehler vorliegt oder weil der Lokführer vergessen hat, die Signalanlage zu starten, wird der Zug zwangsgebremst. Das gleiche passiert auch, wenn der Zug von Forchheim in Richtung Ebermannstadt unterwegs ist. Auch hier darf der Lokführer den Bahnübergang nur passieren, wenn er dafür auf seinem Führerstand eine Freigabe erhält.

Die neue Anlage wurde vor einer Woche offiziell in Betrieb genommen. Insgesamt hatten die Bauarbeiten sechs Wochen in Anspruch genommen. Kleinere Restarbeitern wie der Abtransport von Bauschutt sind noch zu erledigen.

Wie ein Sprecher der Bahn mitteilt, habe die Deutsche Bahn in den vergangenen 25 Jahren die Anzahl an Bahnübergängen von 7000 auf aktuell rund 3100 halbiert. Auf der Strecke zwischen Forchheim und Ebermannstadt wurde eine Vielzahl kleinerer Übergänge, etwa für Feldwege, gänzlich aufgelassen. "Der sicherste Bahnübergang ist der, den es nicht mehr gibt", unterstreicht ein Sprecher der Bahn.

Lärmbelastung verringert

Damit sei auch die Lärmbelastung durch das Pfeifen deutlich verringert. Von den 3100 verbliebenen Bahnübergängen verfügen rund die Hälfte über eine technische Sicherung, so wie nun der Bahnübergang Wiesenthau. Insgesamt hat das Flächenland Bayern die meisten Bahnübergänge. Dies korreliert mit der Anzahl von Unfällen.

2016 ereigneten sich bayernweit an den Bahnübergängen im Netz der Deutschen Bahn 35 Unfälle. Das sind 22 Kollisionen weniger als 2012. Dabei hätten die Kollisionen an den Kreuzungen von Straße und Schiene in über 90 Prozent der Fälle durch richtiges Verhalten der Fahrzeuglenker und Fußgänger vermieden werden können.

Der Pressesprecher unterstreicht ferner: In Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Stellen sei die DB Netz weiterhin bemüht, die Anzahl der Bahnübergänge zu verringern beziehungsweise die Sicherungsanlagen bei veränderter Verkehrssituation an die neuen Gegebenheiten anzupassen.



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren