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Altenkunstadt

Schon seit zehn Jahren packen sie an

Die Damen des Bürgercafés wollen für gemütliche Atmosphäre sorgen, Hand anlegen und wohltätige Zwecke unterstützen.
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Die Bürgercafé-Damen scheuen keine Arbeit. Bei Bedarf helfen sie sogar bei der Pflege der Grünanlagen um das Seniorenzentrum. Foto: Kleinert
Die Bürgercafé-Damen scheuen keine Arbeit. Bei Bedarf helfen sie sogar bei der Pflege der Grünanlagen um das Seniorenzentrum. Foto: Kleinert

Mit Unterstützung der Projektgruppe "In der Heimat wohnen" wurde am Muttertag 2010 im Speisesaal des Friedrich-Baur-Seniorenzentrums das "Altenkuschter Bürgercafé" aus der Taufe gehoben. Seitdem hat sich die Einrichtung zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt, der aus dem gesellschaftlichen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken ist.

Am jüngsten Muttertag sollte nun der "zehnte Geburtstag" des Cafés gefeiert werden, doch daraus wurde nichts. Das Coronavirus machte dem Mitarbeiterteam und den Gästen einen Strich durch die Rechnung.

Organisiert und betreut wird das Café seit seiner Gründung von einer kleinen Gruppe ehrenamtlich tätiger Frauen, die sich zur Initiative "Bürger für Bürger" zusammengeschlossen haben. "Viele Besucher kommen bereits eine Stunde vor der offiziellen Öffnung, wenn unsere Damen noch mit der Dekoration der Tische beschäftigt sind", erzählt Marita Gabeli, die das Bürgercafé seit der Gründung leitet. Neben "reiferen Semestern" schauen auch junge Leute gerne vorbei. Schülerjahrgänge verbinden Kaffeenachmittage mit einem Klassentreffen.

Basar im Bürgercafé

Der Kreativkreis "Die Montagsbastler" der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde richtet seit Jahren im Bürgercafé einen Frühlings- und einen Herbstbasar aus. Der beliebte Treffpunkt hat sich mittlerweile auch über die Altenkunstadter Gemeindegrenzen hinaus einen Namen gemacht. "Uns haben schon Leute aus dem ganzen Landkreis angerufen und gefragt, ob auch sie mit ihren Familien mal in unser Bürgercafé kommen können", berichtet Gabeli. Natürlich können sie das, denn die Einrichtung steht jedermann offen. Die Damen des "Bürger für Bürger" - Kreises freuen sich über den großen Zuspruch: "Mit unserem Projekt haben wir offenbar eine Marktlücke geschlossen".

Da das "Altenkuschter Bürgercafé" etwas Besonderes bleiben soll, öffnet es nur einmal im Monat am Sonntagnachmittag seine Pforten. Die emsigen Frauen sorgen dann dafür, dass Kuchen und Torten in reicher Auswahl und sogar Krapfen - natürlich alles selbst gebacken - für die Gäste bereitstehen. Wer es eher herzhaft mag, lässt sich Wurst- und Käsebrötchen schmecken. "Viele Leute dürfen aber auch aus gesundheitlichen Gründen keinen Kuchen essen", geben die Damen zu bedenken. Der Spendenerlös dient der guten Sache. "Als wir mit dem Bürgercafé starteten, war uns klar, dass wir mit unserem ehrenamtlichen Schaffen alte und kranke Menschen sowie soziale Einrichtungen unterstützen wollen", erklärt die Leiterin.

Und das ist den Frauen offensichtlich gelungen, wie die Bilanz zeigt. So hat das Bürgercafé-Team in den vergangenen zehn Jahren für das Altenkunstadter Seniorenzentrum unter anderem 30 Bestecke für an Demenz erkrankte Heimbewohner und 100 Eiskaffeegläser mit den entsprechenden Löffeln angeschafft. Für den Außenbereich finanzierten die Damen zehn robuste Bierzeltgarnituren mit fünf großen Sonnenschirmen sowie ein Gartenmöbelsortiment bestehend aus 36 Stühlen sowie sechs kleinen und zwei großen Tischen. Auch die Projektgruppe "In der Heimat wohnen", die seit elf Jahren in der Gemeinde Altenkunstadt aktiv ist, wurde von den Damen mit finanziellen Zuwendungen bedacht.

Mit seinem Kaffeetreff schlägt das "Bürger für Bürger"-Team zwei Fliegen mit einer Klappe. "Wir bereiten den Menschen in gemütlicher Atmosphäre ein paar schöne Stunden und unterstützen damit zugleich wohltätige Zwecke", betonen die Damen. Dabei beschränken sich ihre Aktivitäten nicht nur auf die monatlichen Kaffeenachmittage. Auch beim alljährlichen Altenkunstadter Adventsbasar, den die Projektgruppe "In der Heimat wohnen" und das Seniorenzentrum gemeinsam ausrichten, sowie beim Sommerfest der Altenwohn- und Pflegeeinrichtung sorgen sie für das leibliche Wohl. Auch die Mitglieder der evangelischen Frauenhilfe Altenkunstadt und des Frauenkreises Mangersreuth ließen sich bereits im Bürgercafé verwöhnen. Und die tüchtigen Damen scheuen sich auch nicht, in "Arbeitsklamotten" zu schlüpfen und von der Kuchentheke an die frische Luft zu wechseln. Es werden dann Stauden geschnitten, Unkraut gezupft und die Grünanlagen rund um das Seniorenzentrum auf Hochglanz gebracht. Aufgrund der Corona-Pandemie entfallen vorerst die sonntäglichen Kaffeenachmittage. Wann es weitergehen kann, weiß man nicht. Ein Umstand, den sowohl das Bürgercafé-Team wie auch die Stammgäste bedauern.