Kronach
Auszeichnung

Schon die nächste Aufgabe im Blick

Nicole Julien-Mann Als Vice-President und Geschäftsführer der Kronacher Niederlassung der Lear Corporation hätte es sich Heinrich Hasselbacher mit dem Eintr...
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Heinrich Hasselbacher (links) wurde vom Kronach-Creativ-Vorsitzenden Rainer Kober in der Confiserie Lauenstein zum "Botschafter der Eigeninitiative 2018" ernannt.
Heinrich Hasselbacher (links) wurde vom Kronach-Creativ-Vorsitzenden Rainer Kober in der Confiserie Lauenstein zum "Botschafter der Eigeninitiative 2018" ernannt.
Nicole Julien-Mann

Als Vice-President und Geschäftsführer der Kronacher Niederlassung der Lear Corporation hätte es sich Heinrich Hasselbacher mit dem Eintritt in den Ruhestand einfach mal gemütlich machen können. Keine Besprechungen, Dienstreisen, keine Verantwortung für die Mitarbeiter und endlich selbst die Hoheit über den Terminkalender. Anfangs genoss er das auch, erzählt Hasselbacher, aber bald habe etwas gefehlt.
Seit mehreren Jahren zeichnet Kronach Creativ Persönlichkeiten aus, die sich in hervorragender Weise für die Gesellschaft eingesetzt haben. Anlässlich der Sitzung am Mittwochabend freute sich der Vorsitzende von Kronach Creativ, Rainer Kober, den Titel des Botschafters der Eigeniniative 2018 an Heinrich Hasselbacher zu verleihen.
Seine Tatkraft setzte Hasselbacher zunächst in findigen Aktionen rund um die Finanzierung des evangelischen Gemeindezentrums in Kronach ein. Er organisierte eine Benefiz-Gala oder die Christbaum-Abholaktion, schlug die Werbetrommel an den Haustüren. Und Laudator Wolfgang Oswald erinnert sich schmunzelnd: "Man kam ihm nicht aus!"
Dann kamen 2015 Tausende Flüchtlinge nach Deutschland, keiner war auf den Ansturm vorbereitet. Auch da hielt es Heinrich Hasselbacher nicht länger im Sessel. Mit dem Arbeitskreis Asyl sorgte er für die geordnete Unterbringung der Geflüchteten in Turnhallen, organisierte Krankenfahrten zu Ärzten, unterstützte bei Behördengängen aller Art, organisierte Deutschkurse, um nur einiges zu nennen.
Er selbst erinnert sich, dass sich nach der ersten Informationsveranstaltung für Helfer etwa 200 Ehrenamtliche zur Mitarbeit meldeten. Jetzt sind immer noch 120 aktiv. Wie der Frust-Freude-Quotient ausfalle, möchte Wolfgang Puff vom Kronach-Creativ-Vorstand wissen. Hasselbacher: "Was die Flüchtlinge betrifft, gibt es nur Freude. Bei der Organisation gibt es beides."
Hasselbacher wies auf die gut besuchten Veranstaltungen in der Reihe "Fluchtursachen und Integration" hin. Die Arbeit habe sich mittlerweile geändert. Die großen Massen seien bewältigt, jetzt gehe es darum die Menschen zu integrieren: Arbeit und Wohnung zu finden, Schulen für die Kinder.
Obwohl es genug zu tun gibt, schielt Hasselbacher bereits auf ein neues Betätigungsfeld. "Auch bei uns gibt es viele Menschen, die Unterstützung brauchen." Man darf gespannt sein, was er sich dazu einfallen lässt.
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