Kronach

"Schon 200 000 Euro investiert"

Das Management der KWG-Immobilien weist nach heftiger Kritik auf aktuelle Investitionen und den Abbau von Leerständen bei den Mietwohnungen hin. Außerdem distanziert man sich von Inkasso-Forderungen an die Mieter.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Immobilienmanagement Deutsche Asset One weist die Kritik der SPD in Sachen KWG-Wohnungen zurück. Foto: Marco Meißner
Das Immobilienmanagement Deutsche Asset One weist die Kritik der SPD in Sachen KWG-Wohnungen zurück. Foto: Marco Meißner

Die Kronacher SPD-Stadtratsfraktion möchte gegen Missstände vorgehen, die beim Umgang des Eigentümers mit den KWG-Mietern und der Nutzung der Gebäude angeprangert werden (der Fränkische Tag berichtete am Dienstag). Unsere Fragen hierzu beantwortet nun Eckhard Holländer. Er ist Head of Asset Management bei der Deutschen Asset One GmbH. Diese vertritt den Eigentümer, Union Investment, beim Management der Kronacher Immobilien. Die SPD kritisiert eine mangelnde, inzwischen angeblich gar nicht mehr vorhandene Erreichbarkeit der Verwaltung der KWG-Wohnungen. Wo liegt hier das Problem, und wie soll es behoben werden?

Eckhard Holländer: Laut der Hausverwaltung ZBVV soll das Personal ab Mitte Februar 2019 aufgestockt werden. Krankheitsbedingt fällt ein Vor-Ort-Mitarbeiter seit längerem aus.

Auf Grund mangelnder Erreichbarkeit soll es zur Nichtbearbeitung von Einzugsermächtigungen gekommen sein. Die Folge: Inkasso-Forderungen, die ohne vorherige Mahnung ergangen sein sollen.

Wir arbeiten mit keinem Inkasso-Unternehmen zusammen. Insofern kann es sich nur um "Alt-Forderungen" des vorherigen Eigentümers handeln. Beispielsweise aus Betriebskosten-Abrechnungen 2017, deren Einholung der Voreigentümer eigenständig durchführt.

Was ist dran, dass zum 1. April - teilweise auch in unsanierten Altbauwohnungen - Mieten teilweise um bis zu 20 Prozent angehoben werden sollen? Wir haben zum 1. April 2019 Mieterhöhungen ausgesprochen, nachdem dies vereinbarungsgemäß 2018 nicht erfolgt war. Für uns ist es dabei selbstverständlich, mit den Mieterhöhungen behutsam vorzugehen. Was heißt behutsam? Die möglichen Mieterhöhungen wurden nur zum Teil ausgesprochen. Ferner wurden die Mieterhöhungen doppelt begrenzt. In der Stufe I um maximal 15 Prozent und in der Stufe II - sofern 15 Prozent über 30 Euro pro Monat lagen - um maximal 30 Euro pro Monat.

Angeblich stünden 43 der 650 Wohnungen leer. Ist dem so, beziehungsweise wie soll hier Abhilfe geschaffen werden? Aktuell stehen 39 Wohnungen von 650 Wohnungen leer, das sind vier weniger als zum Zeitpunkt der Übernahme. Von den leerstehenden Wohnungen sind fünf in der aktiven Vermietung, fünf weitere Wohnungen werden umfassend modernisiert. Die weiteren leerstehenden Wohnungen werden sukzessive grundlegend in Stand gesetzt. Allein in den ersten zwölf Monaten wurden über 200 000 Euro in Wohnungsinstandsetzungen investiert.

Wie beurteilen Sie generell die Entwicklung Ihrer Kronacher KWG-Objekte und des Wohnungsmarktes in der Stadt Kronach?

Die Kriterien eines angespannten Wohnungsmarktes treffen auf Kronach nicht zu. Die Bestände entwickeln sich erwartungsgemäß. Die Fragen stellte Marco Meißner.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren