Grafengehaig
grafengehaig.infranken.de  Oberfränkische IG-BAU-Senioren trafen sich in Grafengehaig.

Schösser spricht vom "Skandal"

Mit über 300 Personen war das 19. Oberfränkische Seniorentreffen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in der Frankenwaldhalle in Grafengehaig gut besucht. "Den Menschen geht es besser...
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Hauptredner beim 19. Oberfränkischen IG BAU-Seniorentreffen in Grafengehaig war der ehemalige bayerische DGB-Vorsitzende Fritz Schösser. Foto: Klaus-Peter Wulf
Hauptredner beim 19. Oberfränkischen IG BAU-Seniorentreffen in Grafengehaig war der ehemalige bayerische DGB-Vorsitzende Fritz Schösser. Foto: Klaus-Peter Wulf
Mit über 300 Personen war das 19. Oberfränkische Seniorentreffen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in der Frankenwaldhalle in Grafengehaig gut besucht.
"Den Menschen geht es besser dank der Arbeit der starken Gewerkschaften in den zurückliegenden Jahrzehnten", betonte dabei Bezirksvorsitzender Gerald Nicklas. Er bat die Mitglieder, ihre Kollegen zu ermuntern, sich mit in der Gewerkschaft zu organisieren, denn nur gemeinsam sei man stark und könne Interessen der Arbeitnehmer vertreten.
Die Vorsitzende des Bundesseniorenvorstandes, Elke Gabe aus Suhl, verwies auf die neu aufgelegte Broschüre "Rente-Wohnen-Gesundheit" der IG BAU, die Schwachstellen und Probleme aufzeige.


Mieten explodieren

Hauptredner beim Seniorentreffen in Grafengehaig war der ehemalige bayerische DGB-Vorsitzende Fritz Schösser. Die Beschäftigung sei in Deutschland auf einem Höchststand, aber vor allem wegen der Explosion von Leiharbeit, Niedriglöhnen und Werkverträgen, sagte er. Die Einkommen seien gewachsen. Doch während die oberen zehn Prozent in den letzten Jahren ein dickes Plus verzeichnet hätten, sei die Kaufkraft der unteren 30 Prozent gesunken. Hinzu kämen explodierende Mieten und steigende Abgaben. Niedriglöhne, Leiharbeit und Werkverträge seien Merkmale, die nach Ausbeutung riechen. "Das ist ein sozialstaatlicher Skandal!"
Und bei aller Freude über mehr Arbeitsplätze vergaß der ehemalige DGB-Landesvorsitzende die arbeitslosen Kollegen nicht und sagte unumwunden: "Hartz IV hat versagt!" Hartz IV habe nicht Beschäftigung gefördert, sondern für Armut und Arbeitslose gesorgt. Nun sei von einem solidarischen Grundeinkommen die Rede. Dabei gehe es "schlicht und einfach um die öffentliche Förderung von zusätzlicher, sozialversicherungspflichtiger und unbefristeter Beschäftigung für Langzeitarbeitslose im kommunalen Tätigkeitsbereich zum Mindestlohntarif".


Kritik an Söder und Seehofer

Mit Blick auf die Flüchtlingspolitik kritisierte der Redner Ministerpräsident Markus Söder sowie den CSU-Parteivorsitzenden und Bundesinnenminister Horst Seehofer, denen nicht mehr einfalle, als einzugrenzen, auszugrenzen, Obergrenzen, Grenzpolizei, Grenzkontrollen und Schleierfahndungen zu fordern, die Verwahrung und Rückführung sowie Abschiebung. Mehr Personal sei erforderlich, eine Doppelzuständigkeit der Polizei braucht es Schösser zufolge nicht
Zweiter Bürgermeister Volker Kirschenlohr hatte eingangs die Gäste im Markt Grafengehaig begrüßt .
Für den musikalischen Unterhaltungspart sorgte Jürgen Wallner. Klaus-Peter Wulf
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