Forchheim

Schönfelder tritt für CSU an

Der Stadtverband der Forchheimer Christozialen schickt den langjährigen Chef der Stadtratsfraktion ins Rennen um den Oberbürgermeisterposten.
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Thomas Werner, OB-Kandidat Udo Schönfelder und Karlheinz Fleckenstein bei der Nominierungsveranstaltung der Forchheimer CSU
Thomas Werner, OB-Kandidat Udo Schönfelder und Karlheinz Fleckenstein bei der Nominierungsveranstaltung der Forchheimer CSU

Überraschung war es keine, dass die CSU-Stadtversammlung mit 97 Prozent Udo Schönfelder zum Oberbürgermeisterkandidaten kürte. "Hin zum Weitblick" hatte Martina Hebendanz, Vorsitzende des Ortsverbands Kersbach, der Versammlung vorgegeben.

Auch Holger Lehnard ging im Tätigkeitsbericht des Vorstands der Stadtversammlung mit ihren fünf Ortsverbänden die Zusammenkunft ganz unter dem Aspekt der Kommunalwahlen im nächsten Jahr an. Ihn treibt die Frage um, weshalb in der Öffentlichkeit nicht hinreichend wahrgenommen werde, wie die CSU vor allem im Stadtrat gearbeitet habe. Bessere Eigenvermarktung in den neuen Medien habe sich deshalb der Vorstand auf die Fahnen geschrieben.

Das Wichtigste war dem langjährigen Stadtrat Lehnard, ein Bild des OB-Kandidaten aus seiner Sicht zu zeichnen. An die Spitze stellte er die Eigenschaften "fleißig ohne Ende" und "ungeheuer zuverlässig". Noch nie habe es so gutes Miteinander der Fraktionen gegeben, wie unter der elfjährigen Ägide Schönfelders als CSU-Fraktionsvorsitzender.

Lehnard ist sich sicher, dass unter Schönfelders Führung "die Zukunft nicht mehr im Hinterzimmer" gemacht werde. "Tragen wir seine Tugenden hinaus", forderte Lehnard die Versammlung mit 73 stimmberechtigten Delegierten auf.

"Miteinander für Forchheims Zukunft" hat sich Schönfelder als Slogan auf die Fahne geschrieben. Er will den "Kurs der Großen Kreisstadt Forchheim als Oberzentrum in der europäischen Metropolregion Nürnberg optimal gestalten". Grundlage dafür sind für ihn solide Finanzen, wobei er den ganzen "Konzern Stadt Forchheim" im Blick haben will.

Wohnraum ist Thema Nr. 1

Vier Arbeitsfelder arbeitete der Kandidat heraus. An der Spitze steht die "Schaffung von bezahlbarem und attraktivem Wohnraum". Ein Ansatz dabei ist für ihn die Tatsache, dass in Forchheim derzeit nur um die 350 öffentlich geförderte Wohnungen existieren. Grundstücksbevorratung für Wohn- und Gewerbebau seien angesagt.

Als persönliches Anliegen listete Schönfelder die Weiterentwicklung einer dynamischen Wirtschaft auf als Grundlage einer "soliden Sozialpolitik".

"Wir hatten sie", übte Schönfelder Kritik an Amtsinhaber Uwe Kirschstein (SPD). Mehrfach wurde von anderen Rednern angemerkt, was aktuell in der Stadt laufe, sei noch durch Franz Stumpf angestoßen worden.

Für die Innenstadt wünscht Schönfelder sich ein deutlicheres Profil und ein Wohlfühl-Ambiente. Dazu müsse man "deutlich konsequenter als bisher" die Leerstände reduzieren und zusammen mit "HeimForteil" und Citymanagement für Attraktivitätssteigerung sorgen.

An dritter Stelle ging Schönfelder auf Umwelt, Natur, Klimaschutz und Verkehr ein. Hierzu berief er sich auf Manfred Weber, den CDU/CSU-Spitzenkandidaten bei der Europawahl. "Effizient, aber ideologiefrei" solle der Umgang mit Ressourcen sein.

Den Individualverkehr will er keineswegs abwürgen. Parkplätze unmittelbar in Bahnhofsnähe fordert er deshalb, auch ein besseres Parkleitsystem für die Innenstadt. Zugleich soll der ÖPNV sich weiterentwickeln durch bessere Taktung und günstigere Tarife. Explizit verwies Schönfelder auf ein Jahresticket für 365 Euro.

Bei den sozialen Themen steht die Förderung der Nachbarschaft ("Das Wort gefällt mir besser als Quartier") für ihn obenan, sei es durch standortnahe Schulen, sei es durch runde Tische. Das Ehrenamt ist für ihn dabei "der Kitt unserer Gesellschaft". Als Kulturbeirat des Jungen Theaters will er ein Kulturzentrum Kolpinghaus befördern, das dabei aber nicht gegen das Rathaus ausspielen.

Vorstand bestätigt

Die Stadtversammlung bestätigte durch turnusgemäße Neuwahlen ihren Vorstand mit Schönfelder an der Spitze. Seine Stellvertreter bleiben Karlheinz Fleckenstein, Holger Lehnard und Thomas Werner. Kooptiert sind Martina Hebendanz, Dominik Henkel und Hans-Werner Eisen.

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