Mitwitz

"Schöner als eine Basilika"

Die Mitwitzer Schlosskapelle "Sieben Schmerzen Mariens" erstrahlt in neuem Glanz.
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Die neue Marienstatue hat ihren Platz in der Fensternische gefunden. Fotos: Maria Löffler
Die neue Marienstatue hat ihren Platz in der Fensternische gefunden. Fotos: Maria Löffler
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"Eigentlich sollte ja Erzbischof Ludwig Schick kommen, doch er musste nach Rom. Dann haben wir Domdekan Hubert Schiepek eingeladen, doch der wurde krank." Fast schon ein bisschen verzweifelt klang Pater Maximilian Kray bei der Einweihung der renovierten Mitwitzer Schlosskapelle "Sieben Schmerzen Mariens". Kurzerhand übernahm er selbst den Gottesdienst. "Der Erzbischof hat seinen Besuch auf jeden Fall für einen späteren Zeitpunkt zugesagt. Dann werden wir die Eucharistiefeier nachholen," meinte er nach dem Einzug mit den Diakonen Georg Zenk, Diethard Nemmert und Jürgen Fischer.

"Jesus wartet auf uns alle. Er ist da und möchte helfen." Pater Maximilian Kray bekräftigte seine Worte mit einer ausholenden Geste. "Das hier ist ein Haus Gottes, in dem man willkommen ist. Es ist ein Tempel Christi, den die Liebe durchstrahlt."

Gespräche mit dem Herrn

Meditieren könne man hier, sich Kraft und Energie holen und mit dem Herrn sprechen, so der Geistliche. Er zeigte auf die vielen liebevoll gestalteten Details wie den neuen Kreuzweg, die Marienstatue, die neue Orgel und die restaurierten Gemälde. Einen großen Dank richtete Kray an die beteiligten Firmen und an alle Spender. "Aber vor allem möchte ich Kirchenpflegerin Gudrun Kalter danken, ohne die wir das gar nicht hätten realisieren können."

Über die wechselhafte Geschichte der Kapelle sprach die Kirchenpflegerin im Anschluss. Sie verwies auf ein "Hin und Her der Konfessionen" und darauf, dass man 1977 das Schloss saniert und revitalisiert habe. "Dabei wurde auch die Kapelle saniert. Jetzt war wieder eine Renovierung fällig, wir haben am 1. September 2019 damit begonnen." Kalter sprach von 13 Monaten intensivster Arbeit, in denen man so manche Überraschung erlebt habe. Und die seien nicht ausschließlich positiv gewesen, räumte sie ein. Das habe auch zu einer zeitlichen Verzögerung geführt. "Wir haben auch keinen Architekten beauftragt, wollten keinen unnötigen Euro ausgeben. Aber wir haben eine Investition in die Zukunft getätigt und wir wünschen uns ein lebendiges Miteinander in dieser Kirche."

"Wir gehören zusammen"

Auch der evangelische Pfarrer Burkhard Sachs war von den Arbeiten begeistert. Er habe ja nicht so oft Gelegenheit, in einer katholischen Kirche zu sprechen. "In unserer Verschiedenheit gehören wir aber zusammen, auch wenn das äußerlich nicht immer gleich sichtbar ist."

Von einem "Kleinod" im Markt Mitwitz sprach stellvertretender Landrat Bernd Steger, der sich noch über sich selbst wundern musste: "Viele Jahre lang saß ich bei Festen im Innenhof des Schlosses und wusste nicht, dass hier eine Kapelle ist." Und: "Diese kleine Kapelle ist schöner als eine große Basilika."

Ebenfalls an frühere Zeiten erinnerte sich Bürgermeister Hans-Peter Laschka: "Wenn ich an die 60er Jahre denke, dann denke ich an eine kalte, unbeheizte Kirche, in der man beim Singen den Atem sehen konnte. Der Organist bekam klamme Finger, auf dem Weihwasserbecken bildete sich eine Eisschicht und die Bänke knarzten und stöhnten." Bei der Restaurierung habe man den besonderen Charakter dieser Kapelle berücksichtigt. Sie sei seit vielen Jahrhunderten der Mittelpunkt der katholischen Christen im Steinachtal. Am Ende fügte er an: "Diese Kapelle ist jetzt einladend, sehenswert, einkehrenswert und vorzeigenswert."

Ein Lob für den hellen und lichtvollen Gebetsort kam auch von Kirchenvorstand Tobias Kuhnlein, der seinen Dank vor allem an Gudrun Kalter und den Vorstand des Pfarrgemeinderates, Markus Schindler, richtete.

Der Pater segnete nicht nur die Kirche selbst, sondern auch die Marienstatue, die Orgel und die Erntedankgaben. Er war sich sicher, dass dieses Gotteshaus stets ein Ort der Meditation und der inneren Einkehr sein werde, aber auch der Freude.

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