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Ebelsbach

Schönbrunn bekommt Bauparzellen

Der Gemeinderat Ebelsbach machte den Weg frei für das "Eichholz"-Areal.
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Blick auf Schönbrunn: Auf der grünen Wiese vor den Häusern soll das Baugebiet "Eichholz" mit sechs Bauparzellen entstehen.  Foto: Günther Geiling
Blick auf Schönbrunn: Auf der grünen Wiese vor den Häusern soll das Baugebiet "Eichholz" mit sechs Bauparzellen entstehen. Foto: Günther Geiling

Die Schönbrunner können aufatmen und sich Hoffnung machen, dass für sie in nächster Zeit wieder Bauland vor Ort zur Verfügung steht. Der Gemeinderat Ebelsbach behandelte in seiner Sitzung am Mittwochabend abschließend die Beteiligung der Träger der öffentlichen Belange am Bebauungsplan und brachte mit seinem einmütigen Beschluss den Bebauungsplan "Eichholz" auf den Weg. Nun muss noch die Erschließung in die Tat umgesetzt werden.

Von den Trägern öffentlicher Belange (Verbände, Behörden) wurde dem Vorhaben in der großen Mehrheit zugestimmt. Es gab allerdings einige Bedenken, etwa von der Regierung von Unterfranken, die langfristig aufgrund des prognostizierten Bevölkerungsrückgangs ein erhebliches Risiko von Leerständen in den Siedlungsflächen der Gemeinde sieht und empfiehlt, die Ausweisung mehrerer neuer Bauflächen grundsätzlich zu überdenken. Die Gemeinde stellte jedoch dagegen, dass es für Bauwillige momentan keinerlei Möglichkeit gebe, sich in Schönbrunn niederzulassen.

Sechs Bauplätze

Der Geltungsbereich des Bebauungsplans umfasst eine Fläche von 0,5 Hektar und enthält sechs Bauparzellen in der Größe von 613 bis 926 Quadratmeter. Für die Erschließung des Baugebiets geht die Gemeinde von einer Bausumme von 242 760 Euro aus, woraus sich ein Bruttobetrag von 61,09 Euro pro Quadratmeter errechnet.

Gemeinderätin Michael Eisenacher (BNL) fragte nach, wann mit der Erschließung zu rechnen sei und ob eventuell Bauwerber davor schon beginnen könnten. Letzterem erteilte Bürgermeister Walter Ziegler (BNL) eine Absage, denn erst sei es notwendig, dass Wasser, Kanal und Zufahrten vorhanden seien. Dazu müsse man jetzt die Planungsarbeiten in Auftrag geben.

Das Ratsgremium gewährte der Gemeinde Breitbrunn zu ihrem Projekt "Erlebniswelt Fränkischer Sandstein" einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro. Große Sandsteinfirmen hatten einst auch am Bahnhof in Ebelsbach ihre Lager- und Arbeitsstätten, wie es hieß.

Diskussionen gab es zu der aktuellen Sanierungsmaßnahme im Ebelsbacher Friedhof, insbesondere zum Umbau des Leichenhauses. Der Gemeinderat Helmut Schöpplein (CSU) sprach sich dafür aus, die ganze Aussegnungshalle mit Glasfronten "einzuhausen", und begründete dies mit der zukünftigen Entwicklung von Bestattungen. "Ich glaube, dass sich in naher Zukunft alles oben am Friedhof abspielt und weniger in der Kirche." Hier müssten dann die Angehörigen in aller Stille vernünftig Abschied nehmen können und dazu brauche es etwas mehr Raum, in dem dann auch Hintergrundmusik abgespielt werden könnte. Was spreche dagegen, den Vorraum etwas größer zu gestalten? Das erfordere keinen großen finanziellen Aufwand, aber es gebe mehr für die Zukunft her. "Ich denke hier an die Angehörigen, und das wäre vorausschauend und zukunftsweisend für die nächsten Jahre", sagte Schöpplein.

Bürgermeister Walter Ziegler gab zu bedenken, dass es an der Aussegnungshalle immer um einen Zeitraum von 20 bis 45 Minuten gehe und die Teilnehmerzahl bei den Beerdigungen unterschiedlich sei. Zweiter Bürgermeister Martin Horn (SPD) fand die von Helmut Schöpplein vorgeschlagene Lösung wenig praktikabel, weil dann bei größeren Beerdigungen die Besucher plötzlich hinter den Glasfronten stehen. Auch Gemeinderat Florian Mayer (BNL) konnte sich besser mit der vorgeschlagenen Lösung anfreunden, es bei der bisherigen Aussegnungshalle zu lassen, die mit einer Glaswand geöffnet wird. Er sprach sich aber für eine feste Lautsprecheranlage aus. Die Mehrheit der Räte stimmte dem bisherigen Plan zu.

Sanierung läuft

Bürgermeister Walter Ziegler ging auf den Fortgang der Sanierungsarbeiten am VG-Gebäude ein, die sich so lange hinauszögerten, weil die beteiligten Firmen immer wieder nur abwechselnd kämen. Er hofft, dass die Arbeiten bis Ende April abgeschlossen werden können. Vom Gerüst aus habe sich jetzt gezeigt, dass sich die Fassade in einem schlechteren Zustand befinde, als es von unten den Anschein hatte. Teilweise sei die Fassade in Stein im Auflösen begriffen. Man habe deshalb das Denkmalamt hinzugezogen und wolle erkunden, welche Lösung angegangen werden könnte.

Gemeinderat Christian Zehendner (CSU) bat, eine dringende Aufforderung an die Firmen zu richten, das Gerüst an der Staatsstraße zu entfernen, weil dies eine Gefährdung für den fließenden Verkehr darstelle. Es habe lange genug gestanden (ohne besondere Aktivität).

Die Post schließt

Wie Bürgermeister Walter Ziegler mitteilte, will die Post ihre Filiale bei "Elektro Baum" in Ebelsbach zum 30. Juni schließen. Die Post versuche aber, in zentraler Lage wieder eine Partnerfiliale zu errichten.

Die Ortssprecherin Annette Kutzner (BNL) machte auf die Probleme des Kirchenchores mit einem Probenraum aufmerksam. Das sei nicht gerade schön, wenn man wie jetzt vor der Vorbereitung eines Gospelkonzertes stehe. Die Situation mit verschiedenen Räumen und auch mit Ausladungen bei anderen Terminen sei nur schwer zu ertragen. So bat sie den Bürgermeister, darauf einzuwirken, dass ein Probenraum zur Verfügung stehe, in dem man auch bleiben kann. "Die Feuerwehr duldet uns zwar, aber wenn sie etwas vorhat, ziehen wir den kürzeren." Auch die Nutzung des Bürgersaals sei extrem unpraktisch, weil man dort immer wieder anderen Veranstaltungen ausweichen müsse.

Werbung im VG-Blatt

Gemeinderat Roland Metzner (CSU) fragte nach den Richtlinien für Werbeanzeigen im Nachrichtenblatt der VG Ebelsbach. Es sei dieses Mal eine Wahlwerbung einer Partei aufgenommen. Seiner Meinung nach sollte dies unterbleiben, weil man damit unter Umständen auch Werbungen von Parteien zulassen müsse, die man nicht wolle. Er bat, dies abzuklären, und sprach sich gegen jegliche Parteiwerbung im VG-Blatt aus. Die Parteien hätten genügend andere Möglichkeiten, für sich Werbung zu machen, sagte er.

Auf die Frage von Gemeinderat Alexander Käb (FW): "Was macht unser Schloss?" kam aus der Runde die weitere Frage: "Welches?" Eine Antwort blieb in der öffentlichen Sitzung aus.