Altenkunstadt

Schmiede-Werkstatt unter freiem Himmel

Das Sprichwort "Man muss das Eisen schmieden, so lange es heiß ist" kannten Ben, Daniel, Sebastian und Timo bereits. Doch jetzt wissen die Jungs auch, woher...
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Gerhard Kunze (Zweiter von links) zeigt den Jugendlichen, wie man Eisen in einer Esse zum Schmelzen bringt. Um das Schmieden, eines der ältesten Handwerke überhaupt, ging es bei einem siebenstündigen Kreativkurs im Jugend-Sommer-Ferienprogramm.  Foto: Bernd Kleinert
Gerhard Kunze (Zweiter von links) zeigt den Jugendlichen, wie man Eisen in einer Esse zum Schmelzen bringt. Um das Schmieden, eines der ältesten Handwerke überhaupt, ging es bei einem siebenstündigen Kreativkurs im Jugend-Sommer-Ferienprogramm. Foto: Bernd Kleinert
Das Sprichwort "Man muss das Eisen schmieden, so lange es heiß ist" kannten Ben, Daniel, Sebastian und Timo bereits. Doch jetzt wissen die Jungs auch, woher es kommt. Bei einem Kreativkurs im Sommerferien-Programm beschäftigten sie sich sieben Stunden lang in Theorie und Praxis mit dem Schmieden.
Einer Schmiede-Werkstatt unter freiem Himmel gleicht der Garten von Gerhard Kunze im Altenkunstadter Erlenweg. Zumindest für einen Tag. "Die Jungs werden heute garantiert nicht als perfekter Schmied nach Hause gehen. Dieser Kurs dient vielmehr dem Hineinschnuppern und dem Kennenlernen der Grundtechniken", erklärt Kunze, der früher in seinem Beruf als Metaller auch mit dem Schmiede-Handwerk zu tun hatte. Auf einem Blatt Papier skizzieren die Jugendlichen ein Werkstück, das sie anfertigen möchten. Ben aus Burgkunstadt und sein Cousin Timo aus Seibelsdorf bei Kronach wollen ein Stemmeisen schmieden: "Und wenn wir damit fertig sind, machen wir vielleicht noch ein Messer oder einen Hammer."
Mit Schutzbrille und Schutzhandschuhen ausgestattet machen sie einen geradezu professionellen Eindruck. "Sicherheit ist beim Schmieden das A und O", gibt Kunze zu bedenken. Als Rohmaterial stehen den Teilnehmern Reststücke von Baustahl zur Verfügung. Um Eisen nach eigenen Vorstellungen formen zu können, muss es stark erhitzt werden. Dies geschieht in der Esse, die mit einer speziellen Schmiedekohle geschürt wird. Durch die regulierbare Zuführung von Luft-Sauerstoff wird das Schmiedefeuer auf die erforderliche Temperatur gebracht und gehalten. Die Jugendlichen verfolgen, wie das Metall allmählich zu glühen und zu schmelzen beginnt. Sie hören erstmals von Fachbegriffen wie Glüh- und Anlassfarben und erfahren, warum sich mit steigender Temperatur die Farbe des schmelzenden Metalls verändert. Bei 550 Grad ist sie dunkelbraun, bei 1300 Grad leuchtet sie gelbweiß. Als hätten sie in ihrem Leben nichts anderes gemacht, klemmen die Jungs den glühenden Rohling in eine Zange und bearbeiten ihn auf dem Amboss mit einem Schmiedehammer. Kunze zeigt ihnen, wie man den Hammer führt. bkl

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