Zeil am Main

Schlussakkord mit "Kapala Red"

Der Zeiler Jugendchor trat zum letzten Mal auf und begeisterte mit seinen Vorträgen. Vielleicht geht es doch weiter.
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Im Stil der Hippiebewegung präsentierte der Jugendchor "Kapala Red" als Fantasie-Chor "Peace und Love" fantastische Lieder.  Fotos: Christian Licha
Im Stil der Hippiebewegung präsentierte der Jugendchor "Kapala Red" als Fantasie-Chor "Peace und Love" fantastische Lieder. Fotos: Christian Licha
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Dem Namen alle Ehre machte "The Final Show" des Zeiler Jugenchores "Kapala Red". Im Rudolf-Winkler-Haus drängten sich über 400 Zuschauer, die bereits nach dem ersten Lied für einen wahren Beifallssturm sorgten.

Für ihren letzten Auftritt hatte sich die sangesfreudige Gruppe um Chorleiterin Anja Jäger etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Kein Konzert im üblichen Rahmen, nein, eine "richtige" Fernsehshow sollte es sein.

Pia Martin und Sarah Krines moderierten vor fiktiv laufenden Kameras die Endausscheidung zur "Verleihung des goldenen Notenschlüssels".Wie es sich für eine "Fernsehshow" gehört, gab es natürlich auch einen "Einheizer". Showmann "Basti Fantasti" alias Bastian Rößner animierte das Publikum, damit die Künstler angefeuert wurden.

Angetreten waren neben "Kapala Red" auch die Fantasie-Chöre "Peace und Love", "Akafälla" und "Africa". Die Darsteller blieben freilich immer dieselben. Mit den 17 Stimmen von Andrea Berchthold, Anna-Maria Markl, Christopher Schnellbächer, Elke Amon, Isabell Stühler, Johanna Röth, Jule Moritz, Lara Moritz, Lena Wagner, Leona Trautner, Nele Moritz, Pia Martin, Rebecca Schütz, Sarah Krines, Sarah Schütz, Zoë Dölker und Anja Jäger hörte das Publikum perfekt arrangierte Lieder. Ob im Stil der Hippiebewegung, mit flauschigem Holzfällerhemd oder afrikanischem Kopftuch, die Sängerinnen präsentierten zusammen mit ihrem einzigen männlichen Kollegen eine zauberhafte Bühnenshow. Neben Klassikern wie zum Beispiel "California Dreaming" und Modernem wie "Kompliment" waren mit "Hakuna Matata" oder "Baba Yetu" auch exotische Klänge zu hören.

Natürlich vergaß der Jugendchor auch seine Heimat nicht. Mit dem traditionellen Zeiler Steinhauerlied, unterstützt von Manfred Schneidawind mit seinem Akkordeon, machten sie dem Berufsstand in der Fachwerkstadt alle Ehre. Mit ihrem Sologesang über das Glück begeisterte Anna Groß mit dem gleichnamigen Lied.

Vier Gründungsmitglieder von "Kapala Red", die 2011 den Jugendchor mit ins Leben gerufen haben, durften ebenfalls zeigen, was sie gesanglich noch draufhaben. Bei "Let it be" standen sie mit auf der Bühne, bei jenem Lied, das sie seinerzeit als Erstes geübt hatten. Musikalische Unterstützung erhielten die Akteure von Michael Schorr am Klavier, Michael Strätz am Schlagzeug, Christian Wagner an der Gitarre, Stefan Moritz am E-Bass und Karlheinz Markl mit seinem Tenorhorn.

Freudentränen gab es zum Schluss, als der ganze Chor für seine Leiterin Anja Jäger das Lied "Lean on me" sang, das er heimlich einstudiert hatte. Mit einem Blumenstrauß wurde die Diplom-Musiklehrerin von ihren kleinen Nichten Nele (zwei Jahre) und Mona (sechs) überrascht. Auch der Bürgermeister Thomas Stadelmann würdigte mit einem Präsent die Leistungen von Anja Jäger in der musikalischen Jugendarbeit. Das Stadtoberhaupt erinnerte daran, dass der Initiator des Zeiler 1000-Stimmen-Chors im Jubiläumsjahr 2018 damals den ausschlaggebenden Impuls für die Gründung eines Jugendchors gab. Vor acht Jahren war es nämlich der im Zeiler Kulturleben engagierte Klaus Diedering, der den Grundstein für "Kapala Red" legte.

Nach diesem allerletzten Konzert steht es noch in den Sternen, wie künftig junge Sänger in Zeil gefördert werden. Stadelmann machte aber eine sehr vorsichtige Andeutung: "Es gibt Anzeichen, dass es in anderer Form weitergehen könnte."

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