Herzogenaurach

Schlossblick ist (fast) wieder frei

Zweimal schon wurde das Herzogenauracher Schloss von neueren Bauten "befreit": Das Gefängnis wurde in den 1960er Jahren ebenso abgerissen wie jetzt das Rathaus. Freilich bleibt das nicht lange so, es kommt wieder ein Neubau.
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Aus dem Jahr 1964 stammt dieses Bild des Schlosses. Vorher versperrte ein Gefängnis diesen Blick.  Foto: Archiv
Aus dem Jahr 1964 stammt dieses Bild des Schlosses. Vorher versperrte ein Gefängnis diesen Blick. Foto: Archiv
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bernhard Panzer Fünfeinhalb Jahrzehnte liegen zwischen zwei Aufnahmen, die in der Zwischenzeit so nicht möglich gewesen wären. Nach dem Abbruch des in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts errichteten Rathauses präsentiert sich das Schlossgebäude wieder ohne sperriges Beiwerk.

Also nicht ganz, denn noch sind die Bagger dabei, die Spuren des Abbruchs zu beseitigen. Noch liegen Schuttberge auf dem Gelände herum, das von einem großen Bretterzaun inzwischen nahezu blickdicht verbaut worden ist. Eigentlich sollte die Umrandung ja dazu dienen, dass der Staub abgehalten wird, hieß es offiziell. Doch dazu ist der Zaun noch immer zu löchrig. Drüber schauen lässt sich angesichts der Höhe eh nicht.

Die Schutthaufen werden von den Baggern dahingehend bearbeitet, dass Bewehrungseisen aus dem Beton aussortiert wird. Stahl und Stein werden getrennt. Laut Christian Natho vom Bauamt der Stadt werden diese Arbeiten noch einige Zeit andauern. Dann aber könnte sich mit einiger Phantasie, wenn man die Baustelle ringsherum mal ignoriert, ein Bild auftun wie vor 55 Jahren. Denn auch damals war das Schloss unverbaut, nachdem das damalige Herzogenauracher Stadtgefängnis abgebrochen worden war. Ein Schicksal, das diesen Bau vor 55 Jahren ebenso ereilte wie jetzt das Rathaus. Das Gefängnis stand in etwa dort, wo zuletzt der Sitzungssaal war.

Als nächstes sollen etwa zehn bis zwölf Wochen lang archäologische Sicherungsgrabungen folgen, und der Keller des Rathauses wird verfüllt. Dann folgt die Einrichtung der Baugrube für den Neubau. Hier musste mangels Bewerber erneut ausgeschrieben werden.

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