Kronach

Schlicht und anspruchsvoll

Studierende der Berufsfachschule für Musik musizieren am kommenden Dienstag in der Stadtpfarrkirche St. Johannes der Täufer.
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Die Kronacher Berufsfachschüler für Musik werden beim Adventskonzert (hier ein Archivbild) die ganze Bandbreite ihres Könnens zeigen.  Foto: Annette Leitz
Die Kronacher Berufsfachschüler für Musik werden beim Adventskonzert (hier ein Archivbild) die ganze Bandbreite ihres Könnens zeigen. Foto: Annette Leitz

"Musik und Gedanken zum Advent" gibt es am kommenden Dienstag, 10. Dezember, um 19 Uhr in der katholischen Stadtpfarrkirche St. Johannes zu Kronach mit Pfarrer Thomas Teuchgräber und Studierenden der Berufsfachschule für Musik Oberfranken.

Die Gesangsklasse der Berufsfachschule für Musik unter der Leitung von Helga Kutter präsentiert sich in unterschiedlichen Formationen und Besetzungen. Sie zeigt die Bandbreite ihres Könnens mit anspruchsvollen Werken aus Kantaten und Oratorien von Johann Sebastian Bach, bis hin zu schlichten, aber nicht minder einfühlsamen und unterschiedlich arrangierten Adventsweisen. So lassen sich in dem Duett "Herr, dein Mitleid" für Sopran und Bariton aus dem Weihnachtsoratorium komplex polyphone Kompositionstechniken erkennen, welche die Textausdeutung im barocken Stil unterstreichen.

Der Komponist Hugo Wolf gehört zu den aufregendsten und gleichzeitig feinfühligsten Komponisten des 19. Jahrhunderts. In seinem Kunstlied "Nun wandre, Maria" wird der Kontrast einerseits durch die im Klavierpart ausgedrückte Unruhe des Wanderns und andererseits die Ruhe und Hoffnung durch das stetige Repetieren der Töne in der Gesangsstimme gezeigt.

Hingegen beindrucken adventliche Weisen wie "Maria durch ein Dornwald ging" und "Lieb Nachtigall, wach auf" mit Schlichtheit und Einfachheit in ihrer Vertonung. Sie werden von zart perlenden Harfenklängen begleitet und untermalt.

Auf mit Doppelrohrblättern ausgestatteten Blasinstrumenten des Mittelalters musiziert das Krummhornensemble "Nun komm, der Heiden Heiland", dessen Melodie aus einer Handschrift des Benediktinerklosters Einsiedeln von 1120 stammt.

Jeder in Venedig kannte Antonio Vivaldi. Aber viele wussten gar nicht, wie er wirklich hieß - für sie war er einfach dank seiner feuerroten Haare nur der "prete rosso", der "rote Priester". Denn bevor Antonio Vivaldi ein berühmter Komponist wurde, war er zum Priester geweiht worden. Antonio Vivaldi komponierte einen Großteil seiner Konzerte für ein Mädchenwaisenhaus in Venedig, dem Ospedale della Pietá, in dem er arbeitete. Seine neue Herangehensweise an die Musik des Barock hat Vivaldi mit glanzvollen Kompositionen bewiesen. Mal filigran, mal zupackend lässt er in seiner Musik das prächtig schillernde Venedig des frühen 18. Jahrhunderts wieder aufleben. Das Ensemble für Alte Musik der Musikfachschule präsentiert die ersten beiden Sätze aus seinem virtuosen Konzert in C-Dur für eine sehr kleine Flöte, die Piccoloblockflöte.

Georg Philipp Telemann bewies Flexibilität, indem er sowohl nach wechselnden Moden seiner Zeit als auch nach der Musik verschiedener Nationen komponierte. Im Zentrum seines Schaffensprinzips steht ein gesanglich fundiertes Melodieideal, er selbst betonte mehrmals die grundlegende Wichtigkeit dieses Kompositionselements.

Besonders empfindsame Cantilenen besitzt seine Triosonate in a-Moll für Blockflöte, Violine und dem sogenannten "Basso continuo", dem fortlaufenden Bass, gespielt von Violoncello und Cembalo. Wiederum wird das Ensemble für Alte Musik zu hören sein.

Mit festlichen Klängen bereitet das Blechbläserensemble einen prächtigen Auftakt und beginnt das Konzert mit einem kurzen Ausschnitt aus Händels Feuerwerksmusik. red

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