Obermembach

Schlagkräftige Truppe im Ort

Der Vorsitzende der Membacher Feuerwehr, Oliver Schüßler, trat nach 18 Jahren nicht mehr zur Wiederwahl an. Auch der zweite Vorsitzende, Roland Nendel, hört auf. Sie übergeben den Nachfolgern einen gut aufgestellten Verein.
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Franz Singer leistet seit 40 Jahren aktiven Feuerwehrdienst. Landrat Alexander Tritthart (links) dankt ihm dafür.
Franz Singer leistet seit 40 Jahren aktiven Feuerwehrdienst. Landrat Alexander Tritthart (links) dankt ihm dafür.
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Ehrungen und Neuwahlen standen bei der sehr gut besuchten Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Ober-, Mittel- und Untermembach im Gasthaus Noppenberger neben den Berichten im Mittelpunkt des Abends. Es ging allerdings auch eine Ära zu Ende. Oliver Schüßler, der den Verein 18 Jahre als Vorsitzender führte, trat ebenso wie der zweite Vorsitzende, Roland Nendel nicht mehr zur Wahl an.

Die Feuerwehr der drei Membacher Ortsteile sei weiterhin eine absolut schlagkräftige Truppe, das wurde in der Jahreshauptversammlung der Wehr mehrfach unterstrichen. Bei nur noch elf Einsätzen, darunter zwei Brandeinsätze und neun Hilfeleistungen, stellte die Wehr das unter Beweis. Alles in allem leisteten die Aktiven über 140 Stunden aktiven Dienst, gegenüber 805 Stunden im Jahr 2018.

Bedauern zur Alarmierung

Die Änderung des Alarmarmierungsplanes im letzten Jahr sorgte in der Vergangenheit für Zündstoff. Denn nach der neuen Alarmierungsrichtlinie gab es für die Heßdorfer Feuerwehren einen Einschnitt bei den Alarmierungen des Autobahnabschnittes der A 3 und betraf insbesondere die gut ausgebildete und ausgerüstete Membacher Wehr. "Wir sind jetzt bei den Autobahn-Einsätzen im Alarmierungsschatten", erklärte Kommandant Burkhardt Niepelt. Davon seien aber auch die Freiwillige Feuerwehr Großenseebach und Dechsendorf und zum Teil die Heßdorfer Wehr betroffen. Landrat Alexander Tritthart (CSU) und Kreisbrandrat Matthias Rocca sagten zu, weitere Gespräche zu führen. Denn wie Niepelt erklärte, gab es dazu jüngst auch Überlegungen zu einer Standortverlegung, diese wurde aber vorläufig wieder auf Eis gelegt. Dass die aktiven Feuerwehrleute hervorragend ausgebildet sind, war sowohl dem Bericht des Kommandanten als auch seinem Stellvertreter Christian Dorweiler zu entnehmen. Ausbildung und Einsätze stellte der zweite Kommandant in einer Präsentation unter dem Motto: "Das Membacher Uhrwerk" vor. So leisteten 50 Männer und Frauen in vier Gruppen Feuerwehrdienst, dazu kommen noch die Jugendlichen und die Bambinis. Die Zahl summiert sich damit auf rund 90 Feuerwehrdienstleistende.

Burkhardt lobte das Engagement und die Zuverlässigkeit seiner Mannschaft. 30 der 50 Frauen und Männer absolvierten bereits das Leistungsabzeichen, und bei "Die Gruppe im Hilfeleistungseinsatz" wurden einige hundert Stunden geleistet. Wie Dorweiler erklärte, beschränke sich der Feuerwehrdienst nicht nu r auf die Gemeinde. Acht Aktive gehören dem ABC-Zug des Landkreises an und 17 Aktive sind im Hilfeleistungskontingent des Landkreises integriert.

Im Jahr 2019 bekam die Mannschaft neue Feuerwehr-Schutzanzüge. Der Kommandant bedankte sich bei dem Vorstand und der Gemeinde für die finanzielle und tatkräftige Unterstützung.

Besonders stolz ist die Feuerwehr auf ihre Kinderfeuerwehr, den sogenannten "Bambinis". 18 Kinder sind bei der Truppe, die im Jahr 2014 gegründet wurde. Ab dem Alter von acht Jahren werden die Kinder in Form altersgerechter Aktivitäten, wie Brandschutzerziehung und Erste-Hilfe-Nachmittag, an den Feuerwehrdienst herangeführt, bei den monatlichen Ausbildungsnachmittagen kommt aber auch der Spaß nicht zu kurz.

Positiver Blick in die Zukunft

Erfreulich sei das Wachstum der aktiven Mannschaft in den letzten Jahren. Der Jugendwart berichtete von zahlreichen Aktivitäten und von den zahlreichen Stunden, die dort geleistet wurden. "Das ist das Fundament unserer Feuerwehr für die Zukunft", lobte der Kommandant die Ausbilder und Betreuer des Nachwuchses.

Bürgermeister Horst Rehder (BB) ist stolz auf die Membacher Feuerwehr "Es ist sehr gut und beruhigend zu wissen, eine so schlagkräftige Wehr in unserer Gemeinde zu haben", lobte er die Feuerwehrleute. Landrat Alexander Tritthart (CSU) zollte der Ortswehr Respekt und Anerkennung und war insbesondere von der Nachwuchsarbeit und den vielen Ausbildungsstunden beeindruckt. "Die Feuerwehren haben eine wichtige Stellung in der Gesellschaft und erfüllen damit gleich mehrere wertvolle Funktionen in einer Dorfgemeinschaft", erklärte er.

Der Bericht des Vorsitzenden umfasste zahlreiche Aktivitäten zum Wohle der Kameradschaft. Es gab die Versammlungen, Ausflüge und Feste, aber auch ein Konzert mit "D`Raith Schwestern & da Blaimerdes" sowie einen Feuerwehrgottesdienst.

Aktuell zählt der Verein 276 Mitglieder, davon 70 Frauen, die zum Teil auch aktiv ins Vereinsleben eingebunden sind. Die Freiwillige Feuerwehr in Ober-, Mittel- Untermembach gibt es seit 122 Jahren und sie gilt als älteste Feuerwehr der Gemeinde Heßdorf.

Für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden vom Landrat und dem Kreisbrandrat das bayerische Ehrenkreuz in Gold an Willi Sendner, Franz Singer und Jakob Noppenberger, samt Ehrenurkunde zur Anerkennung ihrer langjährigen, ehrenamtlichen Tätigkeit überreicht.

Auch langjährige Vereinsmitglieder wurden geehrt. Die Vorstandschaft bedankte sich für 40 Jahre Vereinszugehörigkeit bei Klaus-Jürgen Gotthardt und Dietmar Nagel. Bereits 60 Jahre sind Erwin Denk und Georg Leipold bei der Feuerwehr. Beachtliche 80 Jahre ist der 97-jährige Adam Gumbert dabei, er wurde vor der Versammlung zuhause geehrt. Adam Gumbert war in seiner aktiven Dienstzeit 25 Jahre lang Kommandant, ebenso lange in der Vorstandschaft und zudem auch 21 Jahre lang Kreisbrandmeister im Dienstbezirk. Nach den Ehrungen und Dankesworten übernahm Bürgermeister Rehder die Wahlleitung, um eine neue Vorstandschaft wählen zu lassen. Einstimmig wurden Harald Junggunst und Steffen Nagel zum neuen ersten und zweiten Vorsitzenden gewählt. Vereinskassiererin und Kassenprüfer wurden wiedergewählt. In ihren Ämtern bestätigt wurden Benedikt Hofmann als Schriftführer und Kassiererin Anna Junggunst.

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