Mühlhausen
Gemeinderat

Schirnsdorfer Landwirt befürchtet Probleme durch neues Baugebiet

Ralf Geyer (FW) hat "die Schnauze voll". Das Bürgerbegehren in Weisendorf und die damit abgelehnte Rindermastanlage bringen den Marktgemeinderat und Landwirt aus dem Mühlhausener Ortsteil Schirnsdorf ...
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Ralf Geyer (FW) hat "die Schnauze voll". Das Bürgerbegehren in Weisendorf und die damit abgelehnte Rindermastanlage bringen den Marktgemeinderat und Landwirt aus dem Mühlhausener Ortsteil Schirnsdorf auf die Palme. In der jüngsten Gemeinderatssitzung sprach er sich daher ganz deutlich gegen ein neues Baugebiet in Schirnsdorf aus. Ein solches mit dem Namen "Schleifwegäcker" plant die Gemeinde in diesem Ortsteil. 16 Bauparzellen sollen nach dem Entwurf, der im März vom Ratsgremium abgesegnet wurde, entstehen.

"Wir kriegen nur noch Probleme", entrüstete sich der Schirnsdorfer mit Blick auf die drei landwirtschaftlichen Betriebe, die es noch in seinem Heimatort gibt. "Wenn einer einen Stall bauen will, bekommt er nur Ärger." Den Bauwerbern stehe der Sinn nur nach billigen Bauplätzen auf dem Land. "Die kommen zu uns und machen uns Vorschriften." Maximal vier Baugrundstücke sollten nach Geyers Meinung in Schirnsdorf ausgewiesen werden und diese auch nur für Leute aus dem eigenen Ort.

Laut Tagesordnung sollten in der Sitzung eigentlich die Abwägungen für die Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans für das neue Schirnsdorfer Baugebiet vorgenommen werden. Dafür war es jedoch noch zu früh: Das Landratsamt habe Verlängerung beantragt, teilte Bürgermeister Klaus Faatz (CSU) mit. Einiges gebe es noch zu klären. Dennoch habe sich Planer Georg Schreiber vom Höchstadter Büro Maier gewünscht, dass einige Punkte vorab im Gemeinderatsgremium abgestimmt werden.

Wie bei vielen anderen Verfahren geht es der Kreisbehörde vor allem um den Baulandbedarf. Nach Meinung der Kreisbehörde sollten in Schirnsdorf vorerst nur acht Bauparzellen ausgewiesen werden. Faatz will daher das Gebiet in zwei Bauabschnitte aufteilen. Schwerwiegender scheint jedoch, dass für die Ausweisung des neuen Baugebiets am westlichen Ortsrand von Schirnsdorf an anderer Stelle Bauland aus der Planung herausgenommen werden soll.

Fragwürdige Forderung

Für Faatz käme "ein seit Jahrzehnten im Flächennutzungsplan ausgewiesenes Areal" in Frage. Das Gebiet sei als Mischgebiet ausgewiesen, aber nie erschlossen oder gar bebaut worden. Auf der Fläche stehe zwar eine Halle, die sei jedoch privilegiert und könne stehen bleiben. Die Forderung des Landratsamts, für eine Neuausweisung an anderer Stelle Bauland zurückzunehmen, war für Walter Jakob (CSU) nicht nachvollziehbar. "Gibt es dafür eine rechtliche Grundlage?", fragte er. Schließlich hätten sich die Gemeinderäte, die einst die Fläche als Bauland vorgesehen hatten, bei der Festsetzung etwas gedacht. Heute gebe es ganz andere Dimensionen als vor Jahren, antwortete Faatz. Auch zeitlich ziehe sich alles viel länger hin. See

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