Lichtenfels

Schipp, schipp mit Schmackes

Feuerwehrleute aus dem Landkreis übten fleißig, wie man Sandsäcke richtig und ausreichend befüllt.
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Hand anlegen mussten die Teilnehmer beim Hochwasserschutz -Lehrgang. Im praktischen Teil wurden der Umgang mit Sandsackfüllgeräten sowie das richtige Befüllen der Sandsäcke geübt. Foto: Gerd Klemenz
Hand anlegen mussten die Teilnehmer beim Hochwasserschutz -Lehrgang. Im praktischen Teil wurden der Umgang mit Sandsackfüllgeräten sowie das richtige Befüllen der Sandsäcke geübt. Foto: Gerd Klemenz

Feuerwehren außerhalb der klassischen hochwassergefährdeten Gebiete mussten in jüngster Zeit immer öfter die Erfahrung machen, dass es auch in ihren Gemeinden schnell zu Überflutungen kommen kann. Diese Feuerwehren haben wenig bis keine Erfahrungen bei der Handhabung von Sandsäcken.

Es bestehen Unsicherheiten, wie im Hochwasserfall schnell und effektiv Hilfe geleistet werden kann. Welche Maßnahmen sind sinnvoll? Wie können Sandsäcke als Standardmittel zum Bau von Dämmen oder zu einer Gebäudesicherung wirksam eingesetzt werden? Aus diesem Grund bietet der Landkreis jedes Jahr einen Ausbildungslehrgang zum Thema "Hochwasserschutz" an. Auf dem Gelände der Feuerwehr Lichtenfels/ Main wurden den Teilnehmern grundlegende Kenntnisse zum Hochwasserschutz und zur Deichverteidigung zunächst theoretisch nähergebracht. Am Nachmittag durften die Teilnehmer dann das Erlernte in die Praxis umsetzen.

Zunächst galt es im Kieswerk der Firma Schramm, die Säcke zu befüllen und auf Holzpaletten zu stapeln. "Sandsäcke bestehen aus Jute oder Kunststoff, werden zum Hochwasserschutz zu maximal zwei Drittelen mit Sand gefüllt. Das entspricht einem durchschnittlichen Gewicht von 15 bis 20 Kilogramm", erklärte Lehrgangsleiter Oliver Schardt. Anschließend begaben sich alle Teilnehmer zum Hochwasserdamm in der Mainau. Dort wurden der richtige Sandsackverbau, das Aufladen am Deich, die Deichfußsicherung und die sogenannte Quellkade (eine Art Ring um eine Sicherstelle im Deich) geübt. "Ist hierbei der Sandsack zu voll, wird er kugelförmig und lässt sich nicht mehr planmäßig verlegen. Dadurch würde der Schutzwall durchlässig und auch instabil”, erklärten die Ausbilder. Ist zu wenig Sand drin, ist die Saugfähigkeit geringer und das Stapeln wird schwieriger. Insgesamt nahmen 18 Mitglieder der Feuerwehren Lichtenfels, Buch am Forst, Marktgraitz, Trieb, Bad Staffelstein und Unterneuses teil. Oliver Schardt wurde von Michael Fischer, Sven Lausch, Mike Kober und Mario Meußer vom Gefahrenschutzzug unterstützt. Zum Abschluss dankten die Teilnehmer für das Erlernte, welches sie in "ihren" Wehren weitergeben werden. Denn eine Hochwasserkatastrophe kann auch jederzeit den Gottesgarten am Obermain heimsuchen.

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