Röttenbach
röttenbach.inFranken.de  Der Chor "Sing A-Moll" erklärte gesanglich die Entstehung der Latino-Musik.

Schicksalsschläge und knisternde Erotik

"Röttenbach verzaubert Buckenhof mit seinem Gesang, seinem Tanz und seiner Moderation", so lautete die Laudatio des Buckenhofer Bürgermeisters Georg Förster, als er am Ende des Konzerts das Mikrofon e...
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Das Röttenbacher Ensemble begeisterte das Publikum in Buckenhof. Foto: privat
Das Röttenbacher Ensemble begeisterte das Publikum in Buckenhof. Foto: privat

"Röttenbach verzaubert Buckenhof mit seinem Gesang, seinem Tanz und seiner Moderation", so lautete die Laudatio des Buckenhofer Bürgermeisters Georg Förster, als er

am Ende des Konzerts das Mikrofon ergriff, um dem Vokalensemble "Sing A-Moll" aus Röttenbach unter der Leitung von Ingo Behrens zu danken. Tatsächlich war es dem Chor gelungen, das Publikum mit seinem Latino-Konzert am vergangenen Sonntag im "Hallerhof" zu begeistern.

In lockerer Manier moderierte Christoph Klaus und lieferte die logischen Zusammenhänge und Erklärungen zu den Liedern.

Das Liedrepertoire spannte nämlich einen breiten Bogen: von den Wurzeln durch afrikanische Musik bis zu diversen Einflüssen aus Europa, die sich mit ursprünglichem Liedgut und afroamerikanischen Rhythmen mischten.

Afrikanische Einflüsse

So überraschte der Chor gleich zu Beginn mit einer besonderen Choreografie. Die Sänger gruppierten sich wie in einer Art Kokon geschlossen um ihren Chorleiter Ingo Behrens, um während der Darbietung der südafrikanischen Nationalhymne "Nkosi sikelel' i Africa" nach und nach aufzubrechen und so symbolisch die offene Einflussnahme afrikanischer Rhythmen auf die Latinomusik darzustellen.

"Homeless" setzte einen ersten inhaltlichen Schwerpunkt, der dem Schema Ruf (Claudia Maudanz als Vorsängerin) und Antwort (Chor) folgte. Schicksalsschläge durch Naturgewalten oder generell das harte Leben wurden, oft durch Sklaven, gesanglich verarbeitet (hierzu auch: "Day-O", "El Condor Pasa").

Zurück nach Europa

Der Bogen spannte sich weiter über spanische Einflüsse ("Hijo de la luna", "Guantanamera"), die sich durch die Eroberung ("Conquest of Paradise") in der Neuen Welt ausbreiteten. Rückwirkend brachten Filme ("Orpheo Negro" - eindrucksvoll gesanglich unterstützt durch die drei Solistinnen Leni Murach, Petra Weidel und Claudia Maudanz) oder Alben des "Buena Vista Social Club" kubanische und brasilianische Musik nach Europa.

Als zweiten, viel bekannteren Schwerpunkt verbindet man mit Latinomusik natürlich die Fröhlichkeit und knisternde Erotik, was durch "Bambalé" und "Libertango" ausdrucksstark vermittelt wurde. Der Nürnberger Tangolehrer Maykel Marrero und seine Tanzpartnerin Duygu Nacar unterstrichen mit ihrer hinreißend tänzerischen Darbietung die gesangliche Leistung dieser beiden Lieder.

Insgesamt war dieses Konzert ein sehr großer Erfolg, der sich auf die Auswahl der Lieder, der exakten gesanglichen Darbietung derselben und die kreative Umrahmung gründete. Der lebhafte Beifall und die geforderten Zugaben waren der Beweis.

Hiltrud Birkmayer

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