Scheßlitz

Scheßlitzer Bürger reden mit

Die Vorplanung zur Gestaltung des Kirchenumfelds von St. Kilian in Scheßlitz hat der Stadtrat auf den Weg gebracht. Im nächsten Schritt folgt nun die Bürgerbeteiligung.
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Der Bereich rund um die Scheßlitzer Stadtpfarrkirche soll neu gestaltet werden. Foto: Udo Billen
Der Bereich rund um die Scheßlitzer Stadtpfarrkirche soll neu gestaltet werden. Foto: Udo Billen
In der 104. Stadtratssitzung wurden die Stadträte über den aktuellen Stand der bisherigen Vorplanung zur Neugestaltung des Kirchenumfelds von St. Kilian informiert. Das Projekt läuft im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) mit entsprechenden Förderungsmöglichkeiten.
Wie den Worten des Ersten Bürgermeisters Roland Kauper (CSU) zu entnehmen war, hatte man früher schon einmal im Rahmen eines solchen Projektes die Möglichkeit, die man sich damals aber "durch die Lappen gehen ließ". Nun betonte er: "Das soll jetzt nicht mehr passieren!"
Im Rahmen dieses Konzeptes hat man sich in Scheßlitz zwei große Themen vorgenommen, die "uns nicht nur heute, sondern auch die nächsten Jahre beschäftigen werden", wie Kauper ausführte. Der eine Schwerpunkt liegt beim Verkehr und einem Verkehrskonzept für Scheßlitz. Der zweite hat die Gestaltung des Kirchenumfelds der Stadtpfarrkirche zum Thema.
Nachdem im Mai die Auftaktveranstaltung stattgefunden hatte, gab es zwischenzeitlich Vorstellungsrunden des beauftragten Planungsbüros mit der Kirchenverwaltung und Lenkungsgruppe. Bisherige Anregungen aus den Gesprächen fanden Eingang in die Vorplanung, sodass den Stadträten nun der aktuelle Sachstand vorgestellt wurde. Das betreffende Areal soll künftig in drei Funktionsbereiche aufgeteilt werden: einen "weltlichen", einen "geistlichen" und einen "Parkplatz"-Bereich".


Weltlicher Bereich

Ein weltlicher Bereich an der Einmündung Wilhelm-Spengler-Straße zur Hauptstraße und Oberend bietet sich schon aufgrund seiner geografischen Lage an. Die bisherige, recht trostlose und tote Fläche soll einem Platz weichen, der mit Leben erfüllt sein soll. Er soll zu einem Ort der Begegnung und Freude werden. Für Jung und Alt. Dazu sollen die alten Stufen verschwinden und der Zugang barrierefrei erstellt werden. So können auch alte Menschen mit Rollstuhl oder Rollator ohne fremde Hilfe den Platz erreichen, ebenso wie Mütter, Väter, Eltern oder Großeltern mit Kinderwagen.
Als Anziehungsplatz ist ein Brunnen vorgesehen. Gerade bei der aktuellen Hitzewelle kann sich jeder leicht vorstellen, welch magische Wirkung ein solcher Brunnen entfalten kann, wenn Kinder und Erwachsene im Wasserspiel Abkühlung suchen. Ferner ist daran gedacht, den Platz auch für eine Stätte der Begegnung bei Kommunionfeiern, Firmung, Trauung oder auch nach Gottesdiensten zu nutzen sowie zum Aufbau der beliebten Weihnachtskrippe.
Der Kirchweihbaum soll auch weiterhin auf dem Gelände verbleiben. Ebenso soll der alte Baumbestand erhalten bleiben. In Abstimmung mit dem Staatlichen Bauamt soll auch für den Einmündungsbereich eine gute Lösung gefunden werden, die im Einklang mit der neuen Umgebung steht.
Ein Diskussionspunkt zeichnete sich allerdings schon in der Stadtratssitzung ab und wird sicherlich auch beim Workshop Anfang Oktober eine gewichtige Rolle spielen, wenn es um die Ausgestaltung dieses Platzes geht: Insbesondere eine mögliche Reduzierung des bisherigen Grüns zugunsten befestigter Fläche, damit z.B. ein barrierefreier Zugang überhaupt erst möglich wird, führte zu unterschiedlichen Meinungen und Vorstellungen. Das Kriegerdenkmal, gemäß seiner Bestimmung ein Ort der Trauer und Besinnung, soll in den geistlichen Bereich verlegt werden. Dieser befindet sich laut Vorplanung rechts von der Stadtpfarrkirche, von Hauptportal und Langhaus aus gesehen, auf der jetzigen Grünfläche vor dem Pfarrhaus. Hier sollen, umgeben von Grün, Bänke die Menschen zum Platz nehmen einladen und zum Innehalten vom hektischen Alltag. Die sanierungsbedürftige Mauer soll erhalten, aber hergerichtet werden. Zudem soll auch hier ein barrierefreier Zugang geschaffen werden.


Ästhetisch integrieren

Der bisherige wilde Trampelpfad über die Wiese soll eine ästhetische Integration in der neuen Lösung finden. Der Ort soll auch künftig für kirchliche Zwecke genutzt werden, wie beispielsweise am Volkstrauertag.
Unbefriedigend ist bislang die ungeordnete Parkplatzsituation in dem Bereich. Einige wenige Parkplätze hinter der Kirche und dem Pfarrhaus gibt es. Künftig ist vorgesehen, den Straßenschluss hinter der Kirche und neben dem Pfarrhaus zu den Parkplätzen zu vollziehen, die Engstelle beim Pfarrhaus zu beseitigen sowie weitere Parkplätze zu schaffen. Insbesondere wird geplant, vier Behindertenparkflächen zu erstellen sowie ein gesondertes Areal für Fahrräder.
Nachdem der Stadtrat einstimmig die Freigabe der bisherigen Vorplanung zur Gestaltung des Kirchenumfelds von St. Kilian beschlossen hat, soll nun die Bevölkerung im Rahmen eines Bürgerworkshops am 8. Oktober das Wort haben und an der Ausgestaltung beteiligt werden.


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