Scheßlitz

Scheßlitz macht keine Schulden

Der Stadtrat verabschiedet einen soliden Haushalt. Der Etat hat sich mit 32 Millionen Euro seit 2010 fast verdoppelt.
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Michael Schmutzer ist seit Oktober 2016 Stadtkämmerer von Scheßlitz. Mit 36 Jahren ist er vom Alter her ein noch recht junger Kämmerer. Aber nicht seitens der Erfahrung, denn Schmutzer war zuvor bereits zwei Jahre im Landratsamt Bamberg Kämmerer des Zweckverbands Tierkörperbeseitigung Nordbayern (TBN), bevor er als Kassenverwalter nach Scheßlitz wechselte. Nach 2017 ist das der zweite Haushalt der Stadt in seiner Verantwortung. Angst vor großen Zahlen darf man dabei auch in Scheßlitz nicht haben, wie sich anhand der Tabellen in der Stadtratssitzung schnell zeigte.
Der Etat ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen und hat sich "seit 2010 fast verdoppelt", worauf Erster Bürgermeister Roland Kauper (CSU) gleich zu Beginn hinwies. 32 Millionen Euro sind insgesamt zu bewältigen, die sich aufsplitten in den Verwaltungshaushalt von geplanten 17 238 800 Euro und den Vermögenshaushalt von 14 796 900 Euro (Ansatz 2018).
Insgesamt ergibt sich für dieses Jahr in der Planung sogar ein leichtes Plus. Für die Bürgerschaft hat das erfreulicherweise zur Folge, dass heuer keine Neuschuldenaufnahme vorgesehen ist. Auch für die nächsten Jahre bis 2020 wird aus heutiger Sicht aktuell keine neue Kreditaufnahme geplant. Erst ab 2021 wird das voraussichtlich unumgänglich sein, auch bedingt durch den Wegfall der Straßenausbaubeiträge (Strabs).
Bei den größten Brocken, die in diesem und den kommenden Jahren zu stemmen sind, handelt es sich um Maßnahmen in Infrastruktur und Bildung. "Kein Luxus, sondern ein Muss", wie es hieß und "beides sind Investitionen in die Zukunft", wie Kauper betonte.
"Im Bereich Abwasser, Kanal - da fließt unser Geld hin", so der Bürgermeister in der Sitzung. In diesem und in den nächsten Jahren entfallen erhebliche Ausgaben auf die Unterhaltung von Abwasseranlagen, Kanälen und Kläranlagen. So stehen zum Beispiel im Ellertal Kanalbaumaßnahmen in den kommenden Jahren an, die auch Straßenbauarbeiten nach sich ziehen werden. In Ehrl steht die Erschließung eines neuen Baugebiets an. Im Zuge dessen werden dort auch gleichzeitig Leerrohre für den Ausbau des digitalen Datennetzes verlegt, wie allenthalben auf Grund eines Stadtratsbeschlusses, um langfristig Kosten zu sparen und Scheßlitz für Bewohner, Neubürger plus Firmen attraktiv zu machen.


Viel Straßenbaumaßnahmen

In Straßgiech ist im Zuge des Durchlasses noch 2018 mit Kosten für Straße und Gehwege zu rechnen. Straßen- und Gehwege in Burglesau sind ebenfalls in 2018 geplant. Straßenbaumaßnahmen erfolgen ebenso in Pausdorf noch 2018. In Roßdach sind im kommenden Jahr Straßen- und Brückenbau vorgesehen. 2020/21 folgt dann die Austraße in Scheßlitz mit Straßenbau und neuer Beleuchtung. In Burglesau werden die Kosten der Dorferneuerung bis ins Jahr 2019 eingeplant. Das betrifft auch den neuen Kinderspielplatz.
An Hochbaumaßnahmen wird der Neubau des Feuerwehr- und Gemeindehaus in Zeckendorf dieses und kommendes Jahr zu Buche schlagen. Ferner die Sanierung des Gemeindehauses in Starkenschwind. Für den Friedhof in Scheßlitz werden 30 neue Urnenwürfel in fünf Reihen angeschafft. Der Bauhof in Scheßlitz soll 2019/20 endlich einen Anbau von Gemeinschafts- und Sanitärräumen erhalten.
Die Erneuerung der Heizung in der Grundschule Scheßlitz hat dieses Jahr Priorität. Für 2019 stehen dort weitere Sanierungsmaßnahmen und die Erweiterung an. In der Mittelschule sind ebenfalls Reparaturmaßnahmen erforderlich. Die Umstellung der Mittelschule auf LED-Beleuchtung erfolgt laut Plan in 2020. Die geforderte europaweite Ausschreibung der Kindertagesstätte in Giech sorgte 2017 für Verzögerungen, so dass heuer erst begonnen werden kann.


Draufzahlen beim Freibad

Für Kinder und Jugendliche in Planung ist ebenfalls die Einrichtung einer Jugendverkehrsschulung. Das Freibad ist und bleibt auch weiterhin ein "Draufzahlgeschäft", wie die Zahlen belegen. Wenn auch heuer noch keine Anpassung der Gebühren stattfindet, werden sich die Räte spätestens für nächstes Jahr darum Gedanken machen müssen.
Bei den Personalkosten gibt es von 2016/17 auf 2018 eine leichte Steigerung von vier Prozent. Bedingt zum einen durch Lohn- und Gehaltserhöhungen sowie Altersteilzeit und zum anderen durch eine Stellenplanerhöhung von 6,42 auf 8,42 Stellen. So sind unter anderem für den Städtischen Bauhof zwei neue Stellen vorgesehen.
Finanzmittel für Anschaffung, Wartung und Reparatur von notwendigen Gerätschaften sind eingeplant. Hier sind beispielsweise der Bauhof zu nennen und Feuerwehrausstattungen der einzelnen Wehren. Auch die Anschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges ist in den Planungen bis 2021 enthalten.
Und was bedeutet das jetzt konkret für den einzelnen Bürger in Scheßlitz? Insbesondere für den, der nicht direkt von einer der vielen Maßnahmen betroffen ist? Außer der erfreulichen Mitteilung, dass dieses und die kommenden Jahre bis 2020 keine Neuverschuldung geplant ist? Auch darauf geben die vom Kämmerer vorgelegten Zahlen Antwort: Bei einem Schuldenstand von 8 493 145 Euro am 1.1.2018 lag die Pro-Kopf-Verschuldung, ebenfalls am 1.1.2018, bei 1182,89 Euro. Auch wenn für 2018 deutschlandweit noch keine vergleichbaren Zahlen vorliegen, dürfte der Scheßlitzer Bürger damit nicht nur sehr gut im bayerischen Umfeld liegen, sondern auch oder gar noch besser im gesamtdeutschen Ranking.
So wurden denn auch Haushaltsplanung 2018 und Finanzplan 2017 bis 2021 vom Stadtrat einstimmig beschlossen.


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