Lichtenfels

"Schätze" des Erzgebirges

Wolfgang Enzmann zeigt noch bis 6. Januar im Lichtenfelser Stadtmuseum "Räuchermännchen, Nussknacker und Co." .
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Wolfgang Enzmann neben einer Vitrine mit einem Kerzenhalter von 1935 Fotos: Monika Schütz
Wolfgang Enzmann neben einer Vitrine mit einem Kerzenhalter von 1935 Fotos: Monika Schütz
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Lichtenfels — Der Storchenreiter bringt die Babys. Nicht der Klapperstorch. Zumindest in Sachsen, wie man am Sonntag nachmittag von Wolfgang Enzmann erfahren konnte. Er hat zwei Figuren des Storchenreiters in seinen Vitrinen im Stadtmuseum ausgestellt, beide aus Holz, beide in sehr filigraner Handarbeit angefertigt.

"Räuchermännchen, Nussknacker und Co." heißt die Ausstellung, die von der Zweiten Bürgermeisterin Sabine Rießner eröffnet wurde. Und hinter dem "Co." verbergen sich wahre Schätze: unter anderem ein zusammenklappbares Lichthaus aus den 50er Jahren, Spieldosen, eine einen Meter hohe vierstöckige Weihnachtspyramide, Miniaturen in einer Streichholzschachtel (in einer ganz normalen Streichholzschachtel wohlgemerkt) und ein roter hölzerner Adventskranz von 1935 - den hat seine Mutter in letzter Minute vor dem Hackstock gerettet, erzählt Wolfgang Enzmann. Überhaupt hat er nur ein Drittel seiner umfangreichen Sammlung selbst gekauft. Die meisten Exponate hat der seit 34 Jahren in Lichtenfels lebende gebürtige Chemnitzer von seiner Großmutter und von seiner Mutter geerbt. "Kaufen kann jeder", sagt der 67-Jährige, der von der Besucheranzahl angenehm überrascht war: "Ihr überrumpelt mich direkt."

Seit sechs  Jahrzehnten sammelt er, präsentiert die wunderschönen Schnitz- und Drechselarbeiten sonst in seinem Wohnzimmer. Das ist mehr als 70 Quadratmeter groß, und solange sie nicht mit hin- und herräumen muss, kann er auch auf die Unterstützung seiner Ehefrau Martina rechnen, schmunzelt er. 

Bis 6. Januar zu sehen

Seine Aussstellungsstücke zeigt er jetzt das erste Mal in der Öffentlichkeit. Ursprünglich wollte er damit den Weihnachtsmarkt bereichern, aber das hätte sich zerschlagen. Da kam das Angebot von Christine Wittenbauer, die Ausstellung stattdessen im Stadtmuseum abzuhalten, ganz recht. Nun stehen Räuchermännchen - die übrigens alle trotz ihres Alters funktionstüchtig sind - Nussknacker und Co. fein säuberlich aufgestellt und ausgestellt in neun Vitrinen und warten noch bis 6. Januar auf viele Besucher.



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