Altenkunstadt

Schadet das zweimalige Absenken?

An der Altenkunstadter Badmühle neben dem Gasthaus "Preußla" soll das Wehr neu gemacht werden.
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Das Wehr der Badmühle wird neu gemacht. Hierzu muss das Wasser des Mühlbaches zwei Wochen lang abgesenkt und über das Wehr in Röhrig abgeleitet werden.  Foto: Stephan Stöckel
Das Wehr der Badmühle wird neu gemacht. Hierzu muss das Wasser des Mühlbaches zwei Wochen lang abgesenkt und über das Wehr in Röhrig abgeleitet werden. Foto: Stephan Stöckel

Zwei Gewässerabsenkungen innerhalb eines Jahres - kann das gutgehen? Gemeinderat Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) sieht das kritisch. In der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend äußerte er seine Bedenken. "Wir können nicht zweimal innerhalb kürzester Zeit das Wasser der Weismain und seines Nebenarmes, des Mühlbachs, absenken. Das hat nicht nur negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt, sondern auch auf die Tiere die dort leben."

Arbeiten am Fundament

Um welche Maßnahmen geht es konkret? An der Neumühle, dem Wahrzeichen Altenkunstadts, soll sich noch in diesem Jahr wieder das Mühlrad drehen. Hierzu müssen Betonarbeiten an den Fundamenten des historischen Gebäudes vorgenommen werden. An der Badmühle neben dem Gasthaus "Preußla" soll wiederum das Wehr neu gemacht werden. Das Landratsamt, dem Badmühlenbetreiber Gerhard Werner sein Vorhaben angezeigt hatte, bat die Gemeinde um eine Stellungnahme.

Um die Maßnahme durchführen zu können, muss das Wasser des Mühlbaches, einem Nebenarm der Weismain, zwei Wochen lang abgesenkt und über das Wehr in Röhrig abgeleitet werden. Im Zuge der Mühlradarbeiten an der Neumühle ist eine Absenkung des Wassers der Weismain nötig. Die beiden Maßnahmen sollten nach Ansicht Winklers miteinander abgestimmt und am besten in einem Zuge durchgeführt werden. Dazu sei ein intensiver Austausch zwischen Gemeinde und Bauherrn nötig.

Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) erklärte, dass er den Eigentümer der Neumühle diesbezüglich bereits angesprochen habe. Das Vorhaben an sich, das Wehr der Badmühle neu zu machen, wurde einhellig begrüßt.

Baum im Bebauungsplan

Es kommt nicht alle Tage vor, dass ein Baum Teil eines Bebauungsplanes wird. Es sei denn, es handelt sich um einen die Landschaft oder das Ortsbild prägenden Baum.

Im Altenkunstadter Wohngebiet "Evangelische Kirche II" steht ein solcher auf dem Grundstück von Michael und Susanne Bähr. Sie erhielten das gemeindliche Einvernehmen, dort ein Einfamilienhaus mit Garage und Carport zu errichten. Ihr Antrag, die prachtvolle Linde zu fällen, wurde jedoch einstimmig abgelehnt.

Ihr Ansinnen hatte das Paar damit begründet, dass der Baum in den nächsten Jahren stark an Wachstum zulegen werde. Das Argument verfing nicht im Gremium. Winkler sprach allen aus der Seele, als er feststellte: "Eine Fällung widerspräche den Festsetzungen des Bebauungsplanes, in denen festgeschrieben ist, dass der ortsbildprägende Baum erhalten bleiben muss." Die Obstbäume, die sich auf dem Areal befinden, dürfen die Grundstückseigentümer hingegen beseitigen.

Der alte Teil des Altenkunstadter Friedhofes ist mit Wasserentnahmestellen dünn gesät. Stephanie Dittrich (Die Grünen) wünscht sich eine weitere Wasserentnahmestelle am Leichenhaus oder am Ehrenmal des Friedhofes, um insbesondere älteren Personen das Blumengießen zu erleichtern. Hümmer nahm die Anregung zur Kenntnis.

Zudem erkundigte sie sich danach, wie weit die Planungen für das Baugebiet Pfaffendorf gediehen seien. "Vergangene Woche fanden Gespräche mit den Architekten und Planern statt", informierte sie Hümmer. Derzeit würden die Mehrkosten berechnet, die durch die Ausweisung weiterer Bauplätze entstanden seien. Man warte noch auf die Zahlen, so der Bürgermeister.

Vor 150 Jahren wurde der Dichter Franz-Joseph Ahles geboren, der als "Sänger vom Kordigast" in die heimische Literaturgeschichte eingegangen ist. Walburga Kraus (CSU) machte den Bürgermeister darauf aufmerksam, dass das Denkmal des Dichters in ihrem Heimatort Burkheim gereinigt gehöre. Zuvor hatte Hümmer bekanntgegeben, dass die "Nepomuk"-Skulptur im Ortsteil Maineck wieder auf Hochglanz gebracht worden war.

Schäden an den Gehsteigen

Die Ortsdurchfahrt von Hochstadt ist derzeit für den Durchgangsverkehr gesperrt. Er wird über Klosterlangheim und Burkheim umgeleitet. Kraus war aufgefallen, dass "Brummifahrer" Schäden an den gemeindlichen Gehsteigen verursacht haben. "Das habe ich bei einem Rundgang auch schon bemerkt", pflichtete ihr Bürgermeister Robert Hümmer zu. Er sicherte zu, sich um die Angelegenheit zu kümmern.

Schilf wächst über Klärschlamm

Karlheinz Hofmann (SPD) informierte den Bürgermeister darüber, dass der Klärschlamm der ehemaligen Pfaffendorfer Kläranlage noch nicht entfernt worden sei und bereits Schilf darüber wachse.

Zudem hatte der Sozialdemokrat festgestellt, dass das Hinweisschild auf ein Erdbeerfeld zum Selbstpflücken im Ortsteil Woffendorf an der falschen Stelle stehe. Das Feld darf nicht über den Fahrradweg angefahren werden, auf den das Schild derzeit hinweist. Die korrekte Zufahrt befindet sich am Sportplatz. Hümmer will den Betreiber darauf hinweisen. In den Ortsteilen Burkheim und Pfaffendorf wurden laut Hümmer jeweils zwei Geschwindigkeitsmessgeräte mit Smileys aufgestellt.

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