Laden...
Kronach
Porträt

Sarah Maria Röck-Damschen zog die Seelsorge der Universitätskarriere vor

Kronach — Sarah Maria Röck-Damschen ist spürbar begeistert von ihrem Auftrag - und sie wirkt begeisternd. Auf eine wissenschaftliche Karriere an der Universität hat die promovierte Theologin deshalb z...
Artikel drucken Artikel einbetten
Sarah Maria Röck-Damschen  Foto: Rainer Glissnik
Sarah Maria Röck-Damschen Foto: Rainer Glissnik

Kronach — Sarah Maria Röck-Damschen ist spürbar begeistert von ihrem Auftrag - und sie wirkt begeisternd. Auf eine wissenschaftliche Karriere an der Universität hat die promovierte Theologin deshalb zugunsten einer seelsorgerischen Aufgabe verzichtet. Seit dem 1. September 2018 arbeitet sie als Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Johannes Kronach und inzwischen im ganzen Seelsorgebereich Kronach.

"Ich fühle mich wirklich getragen", erklärt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Menschen hier in Kronach sowie im neuen Seelsorgebereich näher kennenzulernen, das seien für sie stets glückliche Momente. Sie stellt sich darauf ein, eine längere Zeit hier zu wirken.

Schon während des Abiturs ging es um die Entscheidung: Biologie oder Theologie. Zunächst schrieb sie sich für ein Studium der Biologie in Mainz ein. "Schon nach den ersten Wochen habe ich gemerkt: eigentlich fehlt mir etwas", erklärt sie. "Ich sprach mit einer evangelischen Theologiestudentin und die sagte: Es ist so toll, Theologie zu studieren." Konsequent absolvierte sie das erste Jahr Biologie, dann aber kam der Wechsel. "Eine ganz bewusst getroffene Entscheidung. Ich fühlte, es ist richtig." Sie begann den Diplomstudiengang Theologie mit einer enormen Vielfalt an Inhalten. Ein unglaublicher Wissensschatz offenbarte sich ihr. Dazu Fundamentaltheologie und Religionsphilosophie und darin die Auseinandersetzung mit anderen Religionen. In der öffentlichen Wahrnehmung gebe es heute viel Negatives über Religion und Kirche, sagt sie. Dabei gebe es so viele Bereiche, in denen Kirche segensreich wirkt.

So richtig intensiv wurde das Studium mit allen aktuellen Themen nach ihrem Wechsel in die Schweiz an die Universität Luzern. Sie befasste sich intensiv mit dem Kirchenrecht und promovierte auch in diesem Fach. Einer Karriere an der Universität hätte Sarah Maria Röck-Damschen nichts im Wege gestanden. Trotzdem entschied sie sich für den Dienst vor Ort bei den Menschen. Ihr weiterer Berufsweg führte sie 2015 wieder in ihre Geburtsstadt Nürnberg, wo sie im Seelsorgebereich St. Karl die Ausbildung zur Pastoralreferentin absolvierte.

Kein leerer Glaube

Etwas vermisst sie die Universität und die Forschung schon. Es macht ihr einfach enorme Freude, den Dingen auf den Grund zu gehen. "Ich habe mich bewusst entschieden, zurückzugehen in das Erzbistum Bamberg und in die Seelsorge. Wir haben keinen leeren Glauben", unterstreicht sie. Die Frage "Was kann ich mit meiner Person vermitteln?" sei ihr jetzt eine wesentliche Aufgabe. Sie hofft, andere Menschen zumindest mit der Frage konfrontieren zu können, ob hinter allem nicht doch mehr steckt.

"Gott ist Liebe" - das klinge manchmal banal. Ihre Aufgabe sieht sie darin, dies etwa auch in einer Predigt erfahrbar zu machen. Die Liebe Gottes sei in jedem Einzelnen angelegt, was jeder Mensch erfahren kann und sollte. Alle bräuchten Anstoß und Zuspruch, gerade Menschen, die von anderen zu wenig oder gar nicht beachtet werden.

"Ich bekomme hier in Kronach Unterstützung und Wertschätzung", freut sie sich. Sie wirkt auch im Beerdigungsdienst mit, arbeitet aber auch gerne mit Senioren oder Erstkommunionkindern zusammen.

Wie können Menschen mehr Zugang zu Kirche und Glauben finden? Wichtig ist Sarah Maria Röck-Damschen, dass die Kinder Geschichten von Jesus und Gott hören. Nach Erstkommunion und Firmung verliere sich oft ihr Kontakt zur Kirche. Viele kämen dann wieder, wenn sie für ihre eigenen Kinder dasselbe wollten, und merken, dass ihnen der Glaube doch auch etwas gebe. In Kronach sieht sie eine große Brücke in den Kinderabenteuerland-Gottesdiensten und zudem in den Rhythmo-Gottesdiensten. Hier werden viele direkt angesprochen. Sarah Maria Röck-Damschen wünscht sich, dass Menschen sich auch trauen, anderen von ihrem Glauben zu erzählen. "Gelebter Glaube ist ganz verschieden."

"Wenn wir versuchen, auch nur Teile dessen, was Jesus uns vorgelebt hat, in unser eigenes Leben zu bringen, können wir viel bewirken", ist die 34-jährige, in Nürnberg geborene Pastoralreferentin überzeugt. Seit einem Jahr ist sie übrigens mit dem Altphilologen und Philosophen Gregor Damschen verheiratet, der an der Universität Oldenburg arbeitet.

Verwandte Artikel