Haßfurt

Sanitäter machten alles richtig

Dieter Hanke musste reanimiert werden. Er hat einen Herzstillstand überlebt und dankt seinen Rettern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Notfallsanitäter Jürgen Bäuerlein (links) und Jule Zehner (rechts) mit Dieter Hanke und seiner Lebensgefährtin Sigrid Pölzl Foto: BRK
Die Notfallsanitäter Jürgen Bäuerlein (links) und Jule Zehner (rechts) mit Dieter Hanke und seiner Lebensgefährtin Sigrid Pölzl Foto: BRK

Zwischen Leben und Tod - diese Erfahrung hat Dieter Hanke (73) aus dem Maintal im Sommer machen müssen. Dass er einen Herzstillstand nahezu ohne gravierende Einschränkungen überlebt hat, ist dem professionellen Handeln eines Rettungsteams der BRK-Rettungswache Eltmann zu verdanken. Der Senior wurde reanimiert, und heute geht es ihm wieder gut.

Den 18. Juni 2019 werden Dieter Hanke und seine Lebensgefährtin Sigrid Pölzl (70) so schnell nicht vergessen. Gegen 1.30 Uhr wacht der Rentner auf, fühlt sich unwohl, spürt einen heftigen Druck auf der Brust. Die Zeichen sind ihm bekannt, schließlich hat er schon zwei Herzinfarkte und einen Schlaganfall hinter sich.

In Sorge um ihren Liebsten wählt Sigrid Pölzl den Notruf 112. Wenig später treffen die First Responder der Feuerwehr Sand ein, kurz nach ihnen ein Rettungswagen der BRK-Wache Eltmann mit den beiden Notfallsanitätern Jürgen Bäuerlein und Jule Zehner sowie nach weiteren Minuten ein Notarzt aus Gerolzhofen.

Anzeichen für einen Herzinfarkt

Dieter Hanke geht es immer schlechter. Das Rettungsteam vermutet ein akutes Koronarsyndrom, der 73-Jährige ist kaltschweißig, hat Atemnot und seine Hautfarbe ist fahlgrau: deutliche Anzeichen für einen Herzinfarkt.

Während Bäuerlein und Zehner mit der Erstversorgung beginnen, wird Dieter Hanke bewusstlos, auf dem EKG-Monitor ist Kammerflimmern zu sehen. Sein Herz hat aufgehört zu schlagen. Sofort beginnen die Retter mit der Reanimation.

Kurz darauf geben die beiden Notfallsanitäter mit ihrem Defibrillator zwei gezielte Stromstöße ab. Dadurch soll das Herz wieder in einen normalen Rhythmus überführt werden.

Dann passiert das, was erfahrene Retter leider allzu selten erleben: Der Patient öffnet die Augen, ist ansprechbar.

Dennoch schwebt er weiterhin in akuter Lebensgefahr. Hanke muss mit Medikamenten behandelt werden, die seinen Kreislauf stabilisieren, und wird ständig intensivmedizinisch überwacht. Anschließend wird der 73-Jährige zur weiteren Versorgung in eine Schweinfurter Klinik transportiert, wo ein Ärzteteam im Herzkatheterlabor seine weitere Behandlung übernimmt.

Bereits nach knapp einer Woche wird der Mann aus der Klinik entlassen. Ihm und seiner Lebensgefährtin ist es nun ein Anliegen, sich bei dem Rettungsteam zu bedanken.

Jürgen Bäuerlein und Jule Zehner freuen sich über diese nette Geste. "Natürlich ist das unser Beruf", sagt Bäuerlein, der Leiter der Rettungswache Eltmann ist. "Aber über ein Dankeschön freut man sich immer."

Dieter Hanke und seine Lebensgefährtin Sigrid Pölzl besuchen die Rettungswache. Gemeinsam plaudert man über das Ereignis.

Mit Stromstößen defibrilliert

"Zuerst habe ich alles mitbekommen", erinnert sich der Senior. "Dann wurde ich bewusstlos." Seine Erinnerung setzt erst wieder ein, als er knapp 15 Minuten später im Rettungswagen auf der Trage zu sich kommt. In der Zwischenzeit blieb sein Herz stehen, Hanke wurde reanimiert und zweimal mit Stromstößen defibrilliert.

Seine Lebensgefährtin hat das alles aus nächster Nähe mitbekommen - in Todesangst um ihren Liebsten. "Ich hatte das Schlimmste befürchtet, ich dachte, er stirbt", erinnert sie sich an diese Minuten. Selbst kann Sigrid Pölzl nichts tun. "Ich hatte in dem Moment vollstes Vertrauen ins Rettungsteam und habe die Hoffnung nicht aufgegeben. Ich wusste: Hilfe ist da, ich bin nicht alleine." Beim Erzählen stockt der 70-Jährigen noch heute die Stimme.

Ihr Lebensgefährte streicht mit der Hand über ihren Kopf und lächelt sie an: "Ich hatte einen Schutzengel, und ich bin meinen Rettern sehr dankbar." In solch einer Situation werde einem sehr deutlich vor Augen geführt, wie schnell das Leben vorbei sein kann. "Ich freue mich einfach, dass ich noch da bin", sagt Dieter Hanke.

Darüber freuen sich auch Jürgen Bäuerlein und Jule Zehner, die der positive Ausgang ihres Rettungseinsatzes tief berührt. "Es ist ein tolles Gefühl, heute hier mit Herrn Hanke am Tisch sitzen und sich unterhalten zu können", beschreibt Jule ihr Gefühl. Sie hat im Oktober 2018 ihre Ausbildung zur Notfallsanitäterin abgeschlossen, arbeitet jetzt an der Rettungswache in Eltmann.

"Ein tolles Gefühl"

Auch Jürgen Bäuerlein, seit 25 Jahren im Rettungsdienst tätig, erfüllt es mit Freude, dass Dieter Hanke überlebt hat. Schon Hunderte Reanimationen hat er durchführen müssen, lediglich von zwei weiteren Fällen weiß er, dass Betroffene einen Herzstillstand ohne gravierende Folgeschäden überlebt haben. Umso mehr erfüllt es Bäuerlein mit großer Befriedigung, Dieter Hanke nun wieder quicklebendig begegnen zu dürfen: "Ein tolles Gefühl. Da weißt du, du hast alles richtig gemacht." red

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren