Münnerstadt

Sanierung startet am 1. August

Der Stadtrat steht in vollem Umfang hinter seinem Beschluss der Generalsanierung. Trotzdem sollen die Kosten im Auge behalten werden.
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Ganz bewusst hat sich der Stadtrat dafür entschieden, dass die Mehrzweckhalle auch nach der Sanierung für Veranstaltungen wie den Kinderfasching genutzt werden kann. Am 1. August sollen die Arbeiten voraussichtlich starten.  Foto: Thomas Malz
Ganz bewusst hat sich der Stadtrat dafür entschieden, dass die Mehrzweckhalle auch nach der Sanierung für Veranstaltungen wie den Kinderfasching genutzt werden kann. Am 1. August sollen die Arbeiten voraussichtlich starten. Foto: Thomas Malz

Auf wenig Gegenliebe ist Dritter Bürgermeister Axel Knauff (SPD) mit seinem Antrag gestoßen, noch einmal über den Ausschreibungsumfang zur Sanierung der Mehrzweckhalle zu diskutieren. Zwar war es das Thema der jüngsten Stadtratssitzung und diskutiert wurde auch reichlich, die Arbeiten werden aber wie geplant ausgeschrieben. Axel Knauff hatte sich Einsparungen erhofft. Letztendlich gab er sich aber auch damit zufrieden, dass die Kostenentwicklung im Auge behalten wird.

In seinem Antrag bezog sich Axel Knauff auf die laufende Haushaltsdiskussion und die in den nächsten Jahren zu erwartenden hohen Verschuldung der Stadt. Weil momentan die Vorbereitungen für die Ausschreibung für die Mehrzweckhalle laufen, wollte er die noch einmal im Stadtrat diskutiert haben, um gegebenenfalls Anpassungen vornehmen zu können. Sollte die Ausschreibung vollständig erfolgen und die Stadt hinterher gezwungen sein, den Umfang der Maßnahme nachträglich zu reduzieren, so wären die Stadt mit Forderungen der Gewinner der Ausschreibungen konfrontiert, begründet Axel Knauff seinen Antrag. Dies könne jetzt noch vermieden werden.

"Notbremse " möglich

In der Stadtratssitzung sagte Bürgermeister Helmut Bank (CSU), dass die Stadt durchaus noch die Möglichkeit habe einzugreifen. Falls nach Ausschreibung von 60 Prozent der Arbeiten eine extreme Kostenmehrung zu verzeichnen sei, könne noch die Notbremse gezogen werden. Der Stadtrat habe sich ganz bewusst für eine Mehrzweckhalle und keine reine Sporthalle entschieden, sagte dazu Sportreferent Georg Heymann (CSU): "Nicht für die Maximalvariante, sondern für eine vernünftige Variante." Es mache jetzt keinen Sinn, Gewerke herauszunehmen. Man müsse die Sanierung jetzt durchziehen, billiger werde es nicht.

"Wir haben uns intensiv damit beschäftigt", betonte Helmut Blank , wobei Heinz Götschel vom TSV mit eingebunden gewesen sei. "Ich möchte hier auch gleich ein Gerücht aus der Welt schaffen." Es heiße nämlich, dass in der Mehrzweckhalle nur drei Veranstaltungen pro Jahr stattfinden könnten. "Das ist falsch." Ganz bewusst habe sich der Stadtrat ja für die mittlere der drei vorgestellten Varianten entschieden.

Axel Knauff zeigte sich dankbar, dass er nun auch schon etwas zu seinem Antrag sagen durfte. Er stellte die Frage, ob die Firmen, die bei einer möglichen Notbremse nicht zum Zuge kommen, nicht Schadensersatz einfordern können. Diese sollte man vor der Ausschreibung abklären. Er erinnerte daran, dass der Schuldenstand der Stadt auf über 20 Millionen Euro steigen wird. Vor einigen Jahren seien die Verbindlichkeiten auch schon einmal so hoch gewesen. Allerdings mit dem Unterschied, dass rund die Hälfte der damaligen Schulden rentierliche waren. Ausgangspunkt sei die gewünschte Erneuerung der Tartanbahn gewesen, erinnerte er. Nun könne man doch die herrichten und die notwendigsten Arbeiten in der Halle erledigen. In Zukunft müssten die städtischen Gebäude konstant im Wert erhalten werden. Das sei versäumt worden.

"Der Antrag auf Generalsanierung kam vom TSV", erklärte der Bürgermeister. Und die von Axel Knauff geforderte Verhinderung von Mehrkosten sei doch mit der Notbremse vorhanden. Auch Klaus Schebler (Neue Wege) meinte, dass der Stadtrat zu dem gefällten Beschluss stehen und ihn jetzt nicht hinterfragen sollte. Vor allem auch, ergänzte Georg Heymann, weil jetzt von der Regierung eine Dreifachturnhalle gefördert wird. Bei einem Neubau, erklärte der geschäftsleitende Beamte, Stefan Bierdimpfl, würde lediglich der schulische Bedarf für eine Einfachhalle anerkannt und gefördert.

Einstimmiger Beschluss

"Wir haben das einstimmig beschlossen und sollten das auch durchziehen. Das ist auch meine Meinung", sagte Zweiter Bürgermeister Andreas Trägner (Freie Wähler) dazu. Auf Nachfrage erfuhr er, dass die Arbeiten am 1. August starten sollen. Rosina Eckert (Forum aktiv) wünschte sich verlässliche Aussagen bezüglich eines möglichen Regresses, falls die Stadt die Notbremse tatsächlich zieht.

"Der Stadtrat hat einstimmig entschieden und die Sanierung der Mehrzweckhalle wird auch in den Stadtteilen akzeptiert", betonte Michael Kastl. "Deshalb sollte man es auch zu Ende bringen, die ganze Stadt steht hinter dem Projekt." Doch Axel Knauff warnte: "Wir sollten uns Gedanken darüber machen, dass wir mit 24 Millionen Euro in der Kreide stehen."

Schließlich kamen die Kommunalpolitiker zu dem Schluss, dass alles so bleibt und ein Auge auf die Kostenentwicklung geworfen wird. Da müsse auch der Projektsteuerer, das Büro WSP, in die Pflicht genommen werden, meinte Michael Kastl. Dieses dient bei dem Projekt als "Bauamt auf Zeit", wie es der Bürgermeister einmal bezeichnete. Einen Beschluss gab es bei dem Thema nicht.

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