Stockheim
stockheim.inFranken.de  Der Förderverein Bergbaugeschichte in Stockheim zieht eine positive Bilanz.

Sanierung der Rentei macht Fortschritte

Eine positive Bilanz zog Gerwin Eidloth, Vorsitzender des 75 Mitglieder starken Fördervereins Bergbaugeschichte Stockheim-Neuhaus, bei der Hauptversammlung, die ganz im Zeichen der Rentei-Sanierung st...
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Mit Hochdruck wird derzeit an der Sanierung der bergmännischen Rentei aus dem Jahr 1847 gearbeitet. Dachdecker- und Klempnerarbeiten sind bereits abgeschlossen.  Fotos: Gerd Fleischmann
Mit Hochdruck wird derzeit an der Sanierung der bergmännischen Rentei aus dem Jahr 1847 gearbeitet. Dachdecker- und Klempnerarbeiten sind bereits abgeschlossen. Fotos: Gerd Fleischmann
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Eine positive Bilanz zog Gerwin Eidloth, Vorsitzender des 75 Mitglieder starken Fördervereins Bergbaugeschichte Stockheim-Neuhaus, bei der Hauptversammlung, die ganz im Zeichen der Rentei-Sanierung stand. So sei in den letzten Monaten aufgrund einer konstruktiven Zusammenarbeit viel erreicht worden.

Unter anderem erinnerte Eidloth an das Bergmannsfest, an die dreitägige Bergweihnacht, verbunden mit einem Weihnachtsmarkt, sowie an die Wallfahrt nach Vierzehnheiligen zur Erinnerung an das Unglück von 1879. Zwischenzeitlich habe man einen Förderturm auf dem ehemaligen Zechengelände aufgestellt. Sehr erfolgreich verlaufen sei die Sonderausstellung zur Schließung der Katharinazeche im Jahr 1968. Bildmaterial hätten Berthold Schwämmlein, Otto Heinlein und Gerd Fleischmann geliefert. Eine große Resonanz habe vor allem der Film "Das Wunder vom Maxschacht" gefunden.

Ebenfalls berichtete Eidloth von den Aktivitäten rund um den Geopfad. Schließlich habe man auch die Instandhaltung des Steinkohlen-Geotops - es zählt zu den einhundert schönsten Bayerns - übernommen. Dieses Alleinstellungsmerkmal gebe einen Blick frei in 290 Millionen Jahre Erdgeschichte. Als Experten konnten zu Führungen die Geologen Matthias Mann (Jena) und Friedrich Leitz (Redwitz) gewonnen werden.

Dank der Initiative von Schulleiterin Astrid Kestel hätten sich Schüler der Grundschule Stockheim im Rahmen einer Projektwoche auf die Spuren der Bergleute begeben und das Bergbaumagazin in ein Klassenzimmer verwandelt. In diesem Zusammenhang stellte die Studentin Johanna Kestel ein kindgerechtes Konzept mit dem Titel "Konni Kohle unter Tage" vor, das von den Mitgliedern begeistert zur Kenntnis genommen wurde. Weiter informierte der Vorsitzende, dass für den 18. April 2020 erneut eine Wallfahrt nach Vierzehnheiligen vorgesehen sei. Ebenfalls plane man wieder die bergmännische Weihnacht, verbunden mit einem Weihnachtsmarkt, vom 6. bis 8. Dezember 2019 im Bereich des Gasthauses "Alte Zeche".

Neuer Wanderführer

Nachdem der vor 27 Jahren angelegte 12,7 Kilometer lange Rundwanderweg durch die Bergbaugeschichte von Stockheim und Neuhaus sanierungsbedürftig wurde, konnten im Zuge dieser Maßnahme neue Infotafeln angeschafft werden. Außerdem wurde ein neuer Wanderführer aufgelegt. Diese arbeitsintensive Maßnahme übernahm Günther Scheler. Die 30-seitige, reich bebilderte Infobroschüre fand den Beifall der Anwesenden. Dazu Günther Scheler: "Die Wanderwege sind stark frequentiert. Wanderer aus ganz Deutschland begeben sich auf die Spuren der Bergleute."

Einer der Hauptpunkte der Hauptversammlung war die bereits eingeleitete Sanierung der bergmännischen Rentei (ehemaliges Verwaltungsgebäude) aus dem Jahr 1847 als letztes bauliches Zeugnis einer 400-jährigen Bergbauära in Stockheim-Reitsch-Neuhaus. Zuständig für die Realisierung ist die Gemeinde. Als Architekt konnte Jörg Detsch aus Kronach gewonnen werden. Die staatliche Förderung liege bei 90 Prozent, informierte Bürgermeister Rainer Detsch im Beisein seiner beiden Stellvertreter Siegfried Weißerth und Jörg Roth.

Detsch dankte im Auftrag der Gemeinde dem Förderverein für seine breit gefächerten Aktivitäten. Die Rentei werde in den nächsten zwei Jahren zu einer Begegnungsstätte und zu einem Kulturzentrum ausgebaut. Mittlerweile seien die Dachdecker- und Klempnerarbeiten abgeschlossen. Rainer Detsch: "Wir liegen gut im Finanz- und Zeitplan." Schließlich sei der ehemalige Steinkohlenbergbau rund um Stockheim ein Alleinstellungsmerkmal in Bayern, betonte der Bürgermeister. Die Initiative von Rainer Detsch fand bei den Mitgliedern eine breite Anerkennung.

Ortsheimatpfleger Gerd Fleischmann dankte dem Bürgermeister für seinen unermüdlichen Einsatz zur Erhaltung der bergmännischen Rentei als letztes Zeugnis einer 400-jährigen Bergbaugeschichte. Ebenfalls galt seine Anerkennung den Ratsmitgliedern. Erst durch die Steinkohle habe sich die Gemeinde Stockheim so entwickelt, wie sie jetzt dastehe, betonte Gerd Fleischmann. So habe der Bergbau eine industrielle Kettenreaktion mit Eisenbahnbau und Champagnerflaschenfabrik ausgelöst. Von diesem Arbeitsplatzangebot hätten in den letzten zweihundert Jahren Arbeitssuchende aus immerhin vierzig Gemeinden des Frankenwaldes profitiert. gf

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