Bamberg

Sandkerwa soll offenes Fest bleiben

Die Vorbereitungen für die Traditionskirchweih in Bambergs ältestem Stadtviertel sind abgeschlossen. Entscheidender Faktor ist die Sicherheit.
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Foto: Ronald Rinklef
Foto: Ronald Rinklef

"Einwandfrei, wir arbeiten Hand in Hand!" So lobt Horst Feulner die seit 2018 bestehende Kooperation zwischen dem Bürgerverein Sand und der Congress+Event GmbH Bamberg. Die Turbulenzen, die noch 2017 zur Absage der Sandkerwa geführt haben, seien schon seit vergangenem Jahr überwunden, sagt der Geschäftsführer der GmbH. Beiden Partnern ist es ja schon 2018 gelungen, das traditionsreiche Kirchweihfest in Bambergs ältestem Stadtteil weiter zu führen.

Sogar der Rettungsschirm, den die Stadt in Gestalt eines handfesten Euro-Zuschusses in Aussicht gestellt hatte, musste nicht aufgespannt werden: "Wir haben 2018 mit einer schwarzen Null abgeschlossen, wir haben keinen Euro von der Stadt gebraucht", freut sich Feulner.

Damit es auch heuer und künftig so glücklich ausgehen kann, richtet der Sandkerwa-Macher einen dringenden Appell an die Feierwilligen: "Kauft das Festabzeichen!" Das sei nur ein kleiner Betrag, aber mit großer Wirkung. Denn der Verkauf des Festabzeichens für vier Euro pro Exemplar bilde eine der drei Finanzierungssäulen. Die beiden anderen seien die Standgebühren der Betreiber und die Zuwendungen von Sponsoren. "Wir wollen, so lange es geht, die Sandkerwa ohne Eintritt durchführen, sie soll ein offenes Volksfest für alle bleiben", betont Horst Feulner.

Neben der Finanzierung gehört auch das brennende Thema Sicherheit zu den Kerwa-Aufgaben des Geschäftsführers, während sich der Bürgerverein um die traditionellen Aspekte kümmert. "Sicherheit ist der entscheidende Faktor" laut Feulner. So gibt es auch in diesem Jahr ein umfassendes Sicherheitskonzept, das in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt der Stadt Bamberg, der Polizei, der Feuerwehr, dem Roten Kreuz und dem Katastrophenschutz erarbeitet wurde.

Kleine Bühne am Katzenberg

Wie bereits im Vorjahr wird es in der Langen Straße, der Schweinfurter Straße und erstmals auch am Markusplatz schützende Schikanen auf den Straßen geben, die es Fahrzeugen unmöglich machen sollen, Geschwindigkeit aufzunehmen und so Festbesucher zu gefährden. Ein starkes Aufgebot von Security-Personal wird Kontrollen an den Hauptzugangswegen durchführen, also in Rucksäcke und Taschen schauen, um sicherzustellen, "dass niemand Sachen mit zur Kerwa bringt, die da nichts verloren haben", bittet Geschäftsführer Feulner um Verständnis. Jeder, der zum Beispiel hochprozentigen Alkohol mit sich führt, müsse wissen, "dass ihm der abgenommen wird". Das betreffe gerade auch Jugendliche, die von den Wirten ohnehin keinen Alkohol ausgeschenkt bekämen.

Auf zwei Neuerungen macht Horst Feulner aufmerksam: Der Innenhof von Schloss Geyerswörth fällt wegen der Baustelle als Feierstätte weg. Und am Katzenberg wird es auf Wunsch der Bevölkerung wieder eine kleine Bühne mit Live-Musik geben. Die einstige große Bühne musste wegen starken Zuhörerandrangs und damit Sicherheitsrisiko in den vergangenen Jahren weichen. Heuer also in Abstimmung mit den zuständigen Ordnungsstellen erneut ein Versuch, bei dem "der Raum für Fluchtwege offen ist".

Die Vorbereitungen für die Festtage sind nun abgeschlossen. Derzeit wird das Sandgebiet geschmückt und mit den Ständen bestückt. Die Sandkerwa wird am morgigen Mittwoch um 19 Uhr mit einem Gottesdienst in der Kirche St. Elisabeth eröffnet, deren Weihe am 24. August 1354 überhaupt erst die Grundlage für das Fest im Sand bildet. Zelebrant ist Björn Wagner, Pfarrer in München, der aus der Bamberger Dompfarrei stammt und Dompfarrer Markus Kohmann vertritt.

von Marion Krüger-Hundrup 

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