Sand am Main
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Sand feierte 100 Jahre Sozialdemokratie

Es waren einfache Leute, etwa Korbmacher wie der erste Vorsitzende Anton Gadumer, die vor 100 Jahren sich zusammenfanden und einen Ortsverein der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gründeten. Es...
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Die Geehrten mit den Vertretern der Partei   Foto: SPD-Ortsverein Sand
Die Geehrten mit den Vertretern der Partei   Foto: SPD-Ortsverein Sand

Es waren einfache Leute, etwa Korbmacher wie der erste Vorsitzende Anton Gadumer, die vor 100 Jahren sich zusammenfanden und einen Ortsverein der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gründeten. Es waren Sozialdemokraten, die nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs und dem Abwirtschaften der konservativen und nationalistischen Kräfte in der Gesellschaft gleiche Rechte für alle Bürger erstritten, die heute selbstverständlich sind.

An diese Leistung der Gründerväter vor 100 Jahren erinnerte der SPD-Ortsverein Sand in einem Festabend in der Hümmer-Scheune. Der unterfränkische SPD-Bezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel (Gemünden), Bezirksrat und Bürgermeister Bernhard Ruß, Ortsvereinsvorsitzender Paul Hümmer sowie Winfried Schütz, Sohn des langjährigen Gemeinderates Willi Schütz, beleuchteten die Verdienste sozialdemokratischer Politiker auf den verschiedenen politischen Ebenen.

Bernd Rützel spannte den Bogen von der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins und der Gründung von Arbeiterbildungsvereinen hin zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Unvergessen, so Rützel, sei das Verhalten mutiger Sozialdemokraten 1933 im Reichstag gewesen, die als einzige Partei gegen das Ermächtigungsgesetz Hitlers gestimmt hätten. Er zitierte den legendären Ausspruch des damaligen Fraktionsvorsitzenden Otto Wels: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht." Gerade angesichts undemokratischer, nationalistischer und rassistischer Tendenzen in der heutigen Zeit komme es darauf an, zu den heutigen Werten zu stehen und den Kräften, die schon zweimal unsägliches Leid über Deutschland gebracht hätten, nicht das Feld zu überlassen. Rützel: "Demokratie erfordert Mut und aktives Handeln aller Menschen, die unsere demokratischen Errungenschaften erhalten wollen."

Ortsvereinsvorsitzender Paul Hümmer freute sich darüber, dass von der Wiedergründungsversammlung 1963 zwei Teilnehmer von damals bei der Feier anwesend waren: Alfons Beuerlein und Winfried Burger. Sie hätten mit dazu beigetragen und die Grundsteine gelegt, dass der Ortsverein einer der vitalsten und aktivsten im Landkreis sei.

Hümmer ehrte mit Bernd Rützel verdiente Mitglieder für über 40 Jahre Treue zur Sozialdemokratie: Marga Trautsch (48 Jahre), Paul Hermann (47), Paul Hümmer (45), Günther Österling (43), Gertrud Strätz (43), Ulrike Hümmer (42), Alfred Walter (41), Bernhard Ruß (41).

Der Vorsitzende stellte mit Blick auf die Lebenswege der Geehrten heraus, ohne das Engagement dieses Personenkreises hätte dem Sander Vereinsleben etwas gefehlt. "Wir sind stolz darauf, wie ihr euch in das Gemeinwesen eingebracht habt und das Gemeinwohl nie aus dem Blick verloren habt."

Bürgermeister Bernhard Ruß sagte, Politik lebe vom Wettstreit der Ideen und Vorstellungen, wie man das Leben der Menschen immer ein Stück besser machen könne. Im Hinblick auf die Unterstützung junger Familien habe sich die Sander SPD immer aufgeschlossen gezeigt. Deshalb habe Sand frühzeitig Angebote bei der Kinderbetreuung (Krippe, offene und gebundene Ganztagsschule) machen können. Auch das große Sportstättenangebot trage dazu bei, dass Sand attraktiv sei. red

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