Pfarrweisach

Sammelaktion stärkt die Gemeinschaft

Überall im Kreis räumen Jugendgruppen die nicht mehr gebrauchten Weihnachtsbäume weg. Das macht Spaß, sagen die Pfarrweisacher.
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Von den Grundstücken und am Straßenrand sammelte die Pfarrweisacher Jugendfeuerwehr die Christbäume ein.  Fotos: Günther Geiling
Von den Grundstücken und am Straßenrand sammelte die Pfarrweisacher Jugendfeuerwehr die Christbäume ein. Fotos: Günther Geiling
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Die Weihnachtszeit ist vorbei. Die Leute packen Krippenfiguren und Baumschmuck bis zum nächsten Dezember in Kisten und Kartons und stellen sie wieder auf den Dachboden. Was passiert eigentlich mit den abgeschmückten Weihnachtsbäumen?

Dieser Frage ging unsere Zeitung in der Gemeinde Pfarrweisach nach und beobachtete dabei die Jugendfeuerwehr, die bei einer Christbaum-Aktion unterwegs war und rund 40 Weihnachtsbäume einsammelte.

Von rund 29 Millionen verkauften Bäumen zum Weihnachtsfest spricht die Holzindustrie in diesem Jahr. Das sollen sogar 300 000 mehr sein als im Jahr zuvor.

In Skandinavien gibt es das "Knut-Fest", bei dem es ein alter Brauch ist, die Christbäume nach Weihnachten aus dem Fenster zu werfen. Das ist auch im Landkreis Haßberge bisweilen schon versucht worden.

Praktikabler ist die Verwendung in Biomassekraftwerken oder für die Kompostierung. Manche sprechen von einem wärmenden Weihnachtsbaum. Oder: Mit den Zweigen werden Beete im Garten abgedeckt. Selbst im Zoo landen Weihnachtsbäume, wo Elefanten damit gerne spielen und sie auch als leckeres Futter ansehen.

In Pfarrweisach startete die Jugendfeuerwehr vor fünf Jahren ihre erste Christbaum-Sammelaktion. Damit hilft sie den Haushalten bei der Frage der Entsorgung und bringt auch ein paar "Kröten" in die Vereinskasse. Mittlerweile gehört das Sammeln der nicht mehr benötigten Bäume schon zu einem kleinen Brauch der Mädchen und Buben in der Jugendfeuerwehr Pfarrweisach.

Am Samstag war am frühen Morgen Treffpunkt am Feuerwehrhaus. Mit dabei waren Bauhofmitarbeiter Roland Hartenfels mit Traktor und Ladewagen, Jugendwart Uwe Kern und der Ehren-Kreisbrandinspektor Rudi Lübke. Dann ging es mit dem Traktorgespann durch Pfarrweisach sowie Junkersdorf und Rabelsdorf. Mal lag ein Christbaum an der Garageneinfahrt, mal häuften sich Bäume an einem freien Platz und ein anderes Mal wurde der Baum gerade noch aus dem Haus gebracht. Die Abholung der Tannen und Fichten erfolgt zwar kostenlos, doch die Jugend freut sich über eine Spende für ihre Arbeit.

Aber wie kommt die Spende zu der Jugendfeuerwehr? "Hier hängt ein Plastiktütchen am Ast mit ein paar Münzen drinnen. An einem anderen Baum war ein kleiner Schein mit einem Tesafilm hingeklebt oder es wird uns einfach etwas in die Hand gedrückt", beschreibt Franziska die Formen der Belohnung.

Man sieht den Buben und Mädchen an, dass ihnen diese Arbeit richtig Freude macht. Anna bestätigt das: "Ja, uns macht der Dienst bei der Jugendfeuerwehr wirklich Spaß. Das hat natürlich verschiedene Gründe. Einmal wollen wir den Leuten helfen und die Gemeinschaft damit unterstützen. Außerdem fördert es den Zusammenhalt in unserer Gemeinde."

Antonia ergänzt: "Wir erleben bei der Feuerwehr aber auch viel Gaudi und schöne Sachen wie eine Blaulichtdisco oder auch einmal ein Volleyballturnier." Josephine ergänzt, "die Jugendfeuerwehr ist für mich ein Hobby wie jedes andere auch."

Das kann man ihnen gerne glauben, denn sie sind zum großen Teil auch eingebunden in andere Vereine und Organisationen. Antonia Förster ist sogar Jugendkönigin bei den Schützen und spielt Klarinette in der Blaskapelle. "Jetzt muss ich langsam aufpassen, dass es nicht zu viel wird", sagt sie.

Derzeit besteht die Jugendfeuerwehr aus 13 Mädchen und Buben. "Wir waren schon mehr, dann waren es auch einmal nur fünf. Aber jetzt haben wir wieder einen guten Stamm", bemerkt Jugendwart Uwe Kern, der stolz auf seine junge Truppe ist. "Erst im Herbst haben sie ihre Jugendleistungsprüfung und einen Wissenstest abgelegt. Wir haben auch schon das Atemschutzzentrum in Knetzgau besucht und natürlich kehren wird dann danach auch einmal in der Schachtelwirtschaft ein." Damit ist in der Jugendsprache ein Schnellrestaurant gemeint.

Mit dem Einsammeln der Bäume ist es nicht getan. Unter der Anleitung von Rudi Lübke und Uwe Kern will die Jugendgruppe an den eingesammelten Bäumen das Löschen üben. So werden einige Bäume angezündet. So ein Baum, der schon einige Wochen im Wohnzimmer stand, "lodert ganz anders". Das kann Gefahr bedeuten, erfuhren die jungen Feuerwehrleute.

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