Kulmbach

Säule zeigt Distanz an

An der Gabelung Weiherer Straße/Taubmannstraße gibt es ein sehr interessantes Denkmal.
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Diese Postsäule war ein Meilenstein auf dem Weg der Kutschen. Foto: Archiv/Hans Edelmann
Diese Postsäule war ein Meilenstein auf dem Weg der Kutschen. Foto: Archiv/Hans Edelmann
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Erich und Marcus Olbrich

Wo die Taubmannstraße in die Weiherer Straße einmündet, steht ein sehr interessantes Denkmal. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Postsäule erster Ordnung, die ursprünglich ihren Platz an der Ecke Weiherer Straße/Wilhelm-Meußdoerffer-Straße hatte. 1937 wurde sie etwa 80 Meter bergauf an ihren jetzigen Platz versetzt. Auf eine Anregung des damaligen Bürgermeisters Professor Wolfgang Protzner hin wurde sie 1984 durch Steinmetz Anton Birk vom städtischen Bauhof saniert, wobei die Schrift besonders hervorgehoben wurde.
Zur Geschichte unserer Säule.
Im Zuge der Erweiterung des Verkehrsnetzes und der Befestigung der Straßen errichtete bereits Markgraf Carl Alexander und nach seiner Abdankung 1791 der preußische Verwalter Karl August Freiherr von Hardenberg solche Meilensteine, auch Postsäulen oder Stundensteine genannt.
Die preußische Meile hatte eine Länge von 7,532 Kilometern. Die nun über längere Strecken geradlinig verlaufenden und befestigten Straßen erhielten zur Orientierung über die Entfernungen und zur Einhaltung der vorgegebenen Wegezeiten für die Reit- und Fahrpost entsprechende Markierungen in Form von Meilensteinen. In regelmäßigen Abständen wurden diese auch Distanzsäulen genannten Entfernungsmesser errichtet. Sie dienten auch zum Vermessen und Berechnen der anfallenden Gebühren.
An der besagten Säule gabelte sich die Straße aus der Stadt. Geradeaus ging es nach Bamberg und links über die Weiherer Straße in Richtung Mangersreuth und weiter nach Bayreuth. Später führte man die Bayreuther Straße, um größere Steigungen zu vermeiden, durch das Tal des Kintzelsbaches.
Auf einem mehrfach abgesetzten quadratischen Sockel von 87 Zentimetern unterer und 58 Zentimetern oberer Seitenlänge und 85 Zentimetern Höhe sitzt die ebenfalls quadratische Säule mit 58 Zentimeter unterer und 32 Zentimeter oberer Seitenlänge. Die Gesamthöhe vom Erdboden bis zur flachen Spitze beträgt genau drei Meter. In einer Höhe von 1,2 Metern über dem Sockel trägt die Säule an jeder der vier Seitenflächen ein erhabenes rechteckiges Schild von 16 Zentimetern Höhe und 33 Zentimetern Länge.
Auf dem einst der Bayreuther und der Bamberger Straße zugekehrten Schild ist mit eingemeißelten deutschen Buchstaben, die früher schwarz ausgemalt waren, die Wegrichtung mit "Von Baireuth" und "Nach Bamberg" angegeben.
Die beiden übrigen Schilder sind unbeschriftet. Am Sockel ist an den beiden den Straßen zugewandten Seiten eine Beschriftung zu erkennen. Es handelt sich um die Angaben "6 Stunden von Beireuth nach Culmbach" und "14 Stunden von Culmbach nach Bamberg".


Ruhebänke

Vermutlich befand sich zu der Zeit, in der die Postkutschen von Bayreuth und Kulmbach und von da aus über die Fränkische Alb nach Bamberg verkehrten, auf dem freien Platz an der Straßengabelung eine oder mehrere steinerne Ruhebänke inmitten einer kleinen gärtnerischen Anlage.
Meilensteine gehören heute wie Wegkreuze oder Bildstöcke zu den Kleindenkmälern.


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